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Galerie Wedding

Hirnclaque

Jochen Stenschke


Claque ist die Ohrfeige, ein Klatschen, ein Knallen oder Klacken. Wie aber steht dieses Geräusch in Verbindung zum Hirn oder vielmehr zur Kunst? Diese und andere Fragen beantwortet der Künstler Jochen Stenschke in seiner Ausstellung „Hirnclaque“ mit eindringlichen Bildern und Zeichnungen.

Denn jedes Geräusch erzeugt auch Bilder. So könnte claque eine Erinnerung sein, eine Idee oder eine Vorstellung, die blitzartig im Bewusstsein auftaucht. Für einen Moment in Schwingungen, Formen, Farben und Muster umgesetzt. Quasi eine Innenansicht des Gehirns mit Impulsen, Vernetzungen, Momenten der Bewegung, die sich über die Ränder der großformatigen Tafelbilder hinaus zu erstrecken scheinen. Alles fließt, durch das Bild hindurch, aus dem Bild heraus, nimmt nur vorübergehend feste Form an: ein Schnappschuss der Gehirnströme.



Schon seit vielen Jahren steht bei Jochen Stenschke der Mensch im Mittelpunkt der künstlerischen Auseinandersetzung - anfangs bildhaft, dann immer fragmentarischer. Nunmehr scheint der Künstler in das Innere vorzudringen, mit dem Wunsch, Nicht-Sichtbares sichtbar zu machen, den Fluss von Gedanken und Empfindungen aufzuspüren und dabei selber Energien und Emotionen freizusetzen. Jenes Unsichtbare zu greifen, das den Menschen prägt und ihn ausmacht – Existenzielles, Kulturelles, Geistiges, Bewusstes und Unbewusstes.
Stenschkes Bilder spiegeln die Dynamik des Lebens, reine Energie auf verschiedensten Ebenen: Außen und Innen verschmelzen, Organisches und Anorganisches, Mikro- und Makrokosmos, Ruhe und Bewegung. Farbströme fließen in einer sich von links nach rechts entwickelnden Komposition, in der sich amöbenartige Gebilde ebenso wie geometrische Strukturen oder aperiodische Kachelmuster entwickeln.



Die Arbeiten des Künstlers verweigern sich dem schnellen Zugang. Man muss sich auf den Rhythmus einlassen, die Schwingung, die sich in eigene Farben und Strukturen umwandelt, um weiter in den Raum zu fließen. Man muss sich tragen lassen von dem Strom, sich treiben lassen. In jenem Fluss der Zeit und Gedanken, von dem jeder Mensch Teil ist.

Kurator: Pantelis Sabaliotis

Öffnungszeiten: Dienstag – Samstag: 12.00 Uhr – 18.00 Uhr

„Galerie Wedding – Kunst & Interkultur“
Bezirksamt Mitte von Berlin/ Bibliotheks- und Kulturamt
Müllerstraße 146/147
13353 Berlin

Tel: +4930 9018 423 86
E-Mail: post@galeriewedding.de
Web:www.galeriewedding.de
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