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Achtzig Galerie

Retrospektive über Maxim Karikh

Maxim Karikh


Maxim Karikh: »Auge« (2009)

Mit dem russischstämmigen Künstler Maxim Karikh ist es der Achtzig-Galerie für Zeitgenössische Kunst erneut gelungen, einen der hochkarätigsten Vertreter der aktuellen internationalen Kunstszene für eine Ausstellung zu gewinnen. Ab dem 5. März 2010 sind die Werke Maxim Karikhs, der gerade erst auf der „Großen Kunstausstellung“ in Nürnberg die Kunstinteressierten begeisterte, unter dem Titel Retrospektive über Maxim Karikh zu sehen. So bietet sich mit dieser Ausstellung die einmalige Gelegenheit, den persönlichen künstlerischen Werdegang eines jungen Malers zu verfolgen und die Entwicklung seiner Perspektive auf unsere Wirklichkeit nachzuvollziehen.

Maxim Karikh selbst unterteilt sein Schaffen in drei Phasen: Die erste Phase „Voyager“ kreist um die Metapher des Raums. Vor dem Auge des Betrachters entstehen menschenleere architektonische Gebilde, die sich erst auf den zweiten Blick, durch angedeutete Balkone oder Fenster, als Wohnlandschaften zu erkennen geben. Der Einsatz der Farben suggeriert eine Bewegtheit und eine Belebtheit, die sich jedoch in einem unauflöslichen Widerspruch zu der harten, geometrischen Linienführung und der Ödnis der Wohnlandschaften, die nichts Lebendiges beherbergen, befindet. Fast immer thront über diesen trotz ihrer Exaktheit (oder gerade wegen ihr?) irreal anmutenden Wohnlandschaften ein grenzenloser Himmel, der sich als bestimmendes Motiv durch die Wohnlandschaften dieser ersten Phase zieht und in sie eindringt. Oftmals wird der Raum auch gebrochen: Die Perspektive ist „fehlerhaft“ und der Betrachter wird so mit der Relativität seiner Wahrnehmung konfrontiert. Zeit und Raum sind die Wahrnehmungskategorien, die unsere Weltsicht bestimmen, und es tritt ein Moment der Gefährdung ein, wenn eine dieser Kategorien ihre Verlässlichkeit einbüßt. Zur Relativierung unseres Wahrnehmung trägt auch eine mathematisch anmutende Spielart einiger Bilder bei: Sie sind drehbar und von jeder Seite aus identisch. Man kann sich der vorgegebenen Perspektive nicht entziehen; sie entwickelt etwas Zwanghaftes.

Die zweite Phase Maxim Karikhs („Karikhgrad“) bewegt sich kontinuierlich zwischen Realität und Irrealität. Konkreta, Dinge des alltäglichen Lebens, die exakt und real gezeichnet sind (ein Koffer zum Beispiel), erscheinen vor dem Hintergrund abstrakter Landschaften, die charakterlos und ohne jede Möglichkeit der inhaltlichen Fixierung sind. Sie sind undeutbar in ihrer Allgemeinheit und so erscheinen auch die geschichtslos in die Landschaft geworfenen Gegenstände (und Lebewesen) isoliert und wesenlos. Auch hier begegnet der Betrachter somit einer Deutung von Raum, die diesmal die Fragwürdigkeit unserer Weltorientierung verdeutlicht, indem sie beständig zwischen dem Deutbaren und dem Undeutbaren, dem Konkreten und dem Abstrakten oszilliert. Auch zeitlich sind die Landschaften und Gegenstände nicht zu erfassen: Ohne individuelle Züge kann auch auf dieser Wahrnehmungsebene keine Zuordnung erfolgen. Ist der Koffer alt oder neu? Die Straße ist nur Straße; sie existiert in einer räumlichen und zeitlichen Leere, jenseits eines „Wann“ oder „Wo“.

Die dritte und jüngste Phase, die Maxim Karikh selbst einmal treffend als „Schatten unseres Daseins“ beschrieb, ist eine Aufzeichnung des menschlichen „Unterbewusstseins“. Karikh porträtiert hier die Schattenwelt der menschlichen Existenz: Sie ist bevölkert von allen Ideen und geistigen Bewegungen, Persönlichkeiten und Dingen, die der Mensch bzw. eine Gruppe von Menschen aus ihrem Bewusstsein verbannt hat. Die Bildwelten dieser Phase illustrieren, dass wir einmal Gedachtes oder Besessenes nie wieder ablegen können, dass alles um uns fortbesteht und immer wieder geisterhaft auf uns eindrängt und uns beeinflusst. Die vergessenen Ideen, Personen und Gegenstände, wie zum Beispiel der Teddybär aus dem Titelbild der Ausstellung „Auge“ (2009), erscheinen in sich einsam und traurig und sie lassen Rückschlüsse auf das ignorante oder einfach nur gleichgültige, auf das gewissenlose oder einfach nur überforderte individuelle oder gesellschaftliche Bewusstsein zu, dessen verdrängte“ Überbleibsel sie sind und das sie nun von der Peripherie her wieder zu erobern scheinen – durch die Bildwelten Maxim Karikhs kehren sie aus der Schattenwelt ins Figürliche zurück.

Die Vernissage zur Ausstellung Retrospektive über Maxim Karikh findet am 05. März 2010 von 19 - 22 Uhr in der Achtzig-Galerie für Zeitgenössische Kunst statt. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. März 2010 für Interessierte geöffnet (Do-Sa 15 - 20 Uhr).
Die nächste Vernissage ist am 02. April 2010 von 19 – 22 Uhr. Sie trägt den Titel: “Böse Frau sucht Mann“ (Gruppenausstellung).

Achtzig-Galerie für Zeitgenössische Kunst
Brunnenstr. 150
10115 Berlin
www.dianaachtzig.de/

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