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12x12. Die IBB-Videolounge: Dokumentarisches Labor

Ascan Breuer



Ascan Breuer / Dokumentarisches Labor, Paradise Later, 2010 (Filmstill), © Ascan Breuer, Victor Jaschke

In der IBB-Videolounge werden über den Zeitraum eines Jahres zwölf Künstler präsentiert, die in den letzten Jahren durch ihren innovativen Umgang mit den Medien Film und Video aufgefallen sind. Dokumentarische Herangehensweisen reihen sich dabei an Strategien, die das Medium hinterfragen und nach neuen Formen der filmischen Erzählung suchen.
Vom 25.09. bis 21.10.2013 sind in der Videolounge die Arbeiten Paradise Later (2010), Forst (2005) und Teheran – Lost & Found (2011) von Ascan Breuer (*1975 in Hamburg) zu sehen. Die Videoarbeiten können unter dem Schlagwort „sozio-politische Ortsbeschrei-bung“ zusammengefasst werden: In allen drei Werken beschäftigt Breuer sich mit den Themen Heimat, Verortung, Identität und Globalisierung. Darüber hinaus lotet er die Möglichkeiten verschiedener dokumentarischer Strategien aus: Während in Paradise Later Passagen eines historischen literarischen Textes mit aktuellem Bildmaterial kombiniert werden, erzählt Forst mit einer experimentellen Bild- und Tonsprache aus dem Leben von Asylsuchenden in Deutschland, ohne abbilden zu wollen. Diesen beiden ungewöhnlichen Wirklichkeitsannäherungen steht Teheran – Lost & Found gegenüber. Hier begleitet Breuer seine Protagonistin mit einer einfachen Handkamera und verzichtet bewusst auf eine aufwändige Nachbearbeitung des Videomaterials.

Ascan Breuer studierte am Kulturwissenschaftlichen Institut der Humboldt Universität Berlin, an der Universität Wien und der Kunsthochschule für Medien Köln. Seine Arbeiten waren bei zahlreichen Ausstellungen und Filmfestivals zu sehen. Forst gewann den Preis für den besten Kurz- oder Dokumentarfilm 2005 auf der Diagonale – Festival des österreichischen Films, Paradise Later erhielt eine lobende Erwähnung für den besten internationalen Kurzfilm 2010 bei Planet in Focus.

Paradise Later, 2010, HD Video, 13 Min.
„Die Eroberung der Erde ist keine hübsche Sache, wenn man genauer hinsieht“, heißt es in Joseph Conrads Roman Herz der Finsternis (1899). Der Text, der im Belgisch-Kongo der Jahrhundertwende spielt, wird von Ascan Breuer in das heutige Indonesien transportiert: Aus dem Off ist der Jahresabschlussbericht eines Handelsvertreters zu hören, der Haupt-figur der Erzählung. Die Kamera gleitet gemächlich über einen Fluss, der sich bei längerem Hinsehen als Slum-Gebiet erweist: Die scheinbar reich geschmückten Bäume am Flussufer sind tatsächlich mit Müll behangen. Wir sehen keine Aufnahmen einer exotischen Idylle, vielmehr kommen nach und nach Menschen ins Blickfeld, die im trüben Wasser nach Essbarem fischen.

Forst, 2005, 16 mm-Film übertragen auf Video, 50 Min.
Konzept/Regie: Ascan Breuer, Ursula Hansbauer, Wolfgang Konrad, Julia Lazarus, Ben Pointeker, Clemens Stachel
Forst erzählt von Asylsuchenden in Deutschland und ihrem Alltag in einem Flüchtlingslager. Dem deutschen Wald, der seit der Romantik wiederholt als Sehnsuchtsort formuliert wurde, wird der Forst als Ort der Verbannung und Ausgrenzung gegenübergestellt. Dabei bricht Breuer mit Darstellungstraditionen von gesellschaftlichen Randgruppen: Er verzichtet darauf, vermeintliche Authentizität durch das Zurschaustellen einer Elendsästhetik zu inszenieren. Keinesfalls soll das übliche Hierarchiegefüge zwischen aktivem, in die Gesellschaft integriertem Beobachter und passivem Notleidenden reproduziert werden. Vielmehr zeigt Breuer die Menschen in Forst als handelnde Subjekte, die sich solidarisch organisieren.

Teheran – Lost & Found, 2011
In Teheran – Lost & Found begleitet Breuer seine Frau auf Spurensuche in die iranische Heimat ihrer Familie, die vor Beginn der islamischen Revolution 1979 emigrierte. Dabei treffen westliche Erwartungshaltung, überlieferte Erinnerungen von Familienmitgliedern und widersprüchliche Eindrücke der orientalischen Großstadt aufeinander. Der touristische Blick wird nicht geleugnet sondern vielmehr durch die Verwendung einer kleinen DV-Handkamera herausgestellt.

Ausblick: nächste Künstler in der IBB-Videolounge
Klara Hobza: 23.10.–18.11.2013
Ilja Karilampi: 20.11.–16.12.2013
Realisierung der IBB-Videolounge mit Unterstützung der Investitionsbank Berlin (IBB)

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