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Galerie KUNSTAGENTEN

"Wende-Gelände"

Sarah Schoenfeld


WENDE-GELÄNDE
SARAH SCHOENFELD

MAY 04 - JUNE 02, 2007
OPENING: MAY 04, 7 - 9 pm

Für die seit 2005 entstandene Fotoarbeit "Wende Gelände" suchte die Berliner Künstlerin Sarah Schoenfeld Orte ihrer Kindheit auf, um sie zu fotografieren. Auf dem ersten Blick sind es alltägliche Orte (ein Kindergarten, eine Schule, ein Freibad, ein Vergnügungspark), wie sie die Kindheitserinnerungen eines jeden ausmachen, die jedoch für die Künstlerin ihr Gewicht durch die autobiographische Bedeutung erhalten. Auf dem zweiten Blick handelt es sich um wohlüberlegte Aufnahmen von öffentlichen Räumen im ehemaligen Ostberlin, die meist aus finanziellen Gründen stillgelegt wurden und die von den politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklungen nach der Wiedervereinigung Zeugnis ablegen.

So zeigt eine Fotografie einen heruntergekommenen Festsaal mit aufwendiger Deckenbeleuchtung und Bühne, auf deren hintersten Ecke noch ein Klavier steht. Eine weiteres Foto lenkt den Blick auf ein verschneites, von der Natur allmählich zurückerobertes Freibad, das seit Jahren ungenutzt in der Stadtlandschaft liegt. Insgesamt sieht man Räume, die von den privaten Erinnerungen der Künstlerin und der öffentlichen Geschichte der ehemaligen DDR und des wiedervereinigten Deutschlands durchtränkt sind. Und obwohl diese Räume längst vom geschäftigen Tun der Außenwelt abgeschottet sind, stellen sie stille Zeugen der urbanistischen Maßnahmen und Entscheidungen dar, die von der Politik für Berlin seit der Wende getroffen wurden.

Durch Schoenfelds Herangehensweise entstehen Topographien der Erinnerung, in denen sich Geschichte wie archäologisches Material anlagert. Indem die Künstlerin das Wesen der Dinge in den materiellen Spuren ergründet, die das kollektive und private Gedächtnis in Orten einschreiben, handelt sie wie der berühmte Mann in Walter Benjamins "Allegorie kultureller Erfahrung", über den Benjamin schreibt: "Wer sich der eigenen verschütteten Vergangenheit zu nähern trachtet, muß sich verhalten wie ein Mann, der gräbt. Vor allem darf er sich nicht scheuen, immer wieder auf einen und denselben Sachverhalt zurückzukommen � ihn auszustreuen, wie man Erde ausstreut, ihn umzuwühlen, wie man Erdreich umwühlt. [...] So müssen wahrhafte Erinnerungen viel weniger berichtend verfahren als genau den Ort bezeichnen, an dem der Forscher ihrer habhaft wurde".

Der fotografische Akt selbst beansprucht von der Künstlerin viel Zeit. Horizontale und vertikale Linien bestimmen die Formensprache der Bilder. Nichts ist inszeniert. Doch in der ruhigen Schönheit der Fotografien schwingt eine Trauer mit, die von der Angst vor dem Verlust und vom Verlust selbst handelt. Der bildästhetische und technische Aufwand, mit dem die Fotografien erstellt werden, stehen in einem merkwürdigen Kontrast zu dieser Trauer und zum historischen Stillstand, die in den Bildern dokumentiert werden.

Es ist offensichtlich, dass Schoenfeld nach dem Wesen von persönlicher und kollektiver Erinnerung fragt und Identität als ein Nachvollziehen und Nacherzählen von Geschichte versteht. Ihr Handeln versinnbildlicht die Sehnsucht nach einer Restitution einer verlorenen, ursprünglichen Einheit. Die Künstlerin sammelt Trümmer, um dem Unvollständigen, Vergessenen und Übergangenen ein Denkmal zu setzen. Nicht die großen Orte und die großen Geschichten interessieren sie. Damit steht ihre Vorgehensweise für den Versuch, das historisch Verschwindende sowie das Verschwinden selbst darzustellen und ihm in der Fotografie einen Ort der Erinnerung zu schaffen.

Doch der Wunsch nach einer linearen und vollständigen Rekonstruktion der eigenen Geschichte und Identität erfüllt sich auch bei ihr nur im ästhetischen Geist der Arbeit Auch hier kommt Schoenfeld Benjamins Philosophie nahe, der für die Erfahrung der Gebrochenheit, die sich im Auseinanderfallen zwischen Bild und Bedeutung zeigt, den Ausdruck der Allegorie neu besetzte.

Die 1979 in Berlin geborene Künstlerin Sarah Schoenfeld absolvierte ihr Studium bei Prof. Baumgarten und Prof. Schmettau an der UdK in Berlin. Ihre Fotoserie "Wende Gelände" ist vom 4. Mai bis 2. Juni in der Galerie KUNSTAGENTEN in der Linienstraße 155, 10115 Berlin, zu sehen. Im Sommer wird eine Auswahl ihrer Fotos auf dem Leipziger Fotografiefestival gezeigt. Die Hamburger Kunsthalle hat kürzlich zwei Fotografien der Künstlerin für ihre ständige Sammlung erworben.

video lounge:
FELIX MEYER
FERNENTATION
(Video auf DVD, 165 min.)

VIENNAFAIR, WIEN APRIL 26. - 29. 2007

KIAF, KOREAN INTERNATIONAL ART FAIR, Seoul MAY 09. - 13. 2007
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