Das Internet-Start-up Artsy ist im vergan">

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Berlin Daily 12.11.2019
Künstlergespräch

19.00 - 20.30 Uhr: Dr. Tilman Treusch im Rahmen von Hubertus Hamms Einzelausstellung DIMENSIONING PHOTOGRAPHY im Gespräch mit dem Künstler
Euroboden Berlin | Tempelhofer Ufer 11 | 10963 Berlin

(Einspieldatum: 06.03.2012)

Über allwissende Connaisseure - das Internet-Start-up Art.sy

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Art.sy

Das Internet-Start-up Artsy ist im vergangenen Jahr in den USA gestartet, es bietet als umfassende Bestandsaufnahme eine Datenbank der modernen und zeitgenössischen Kunst aus Galerien, Sammlungen der wichtigsten Museen, Künstler-Nachlässen und Stiftungen weltweit. Derzeit läuft die Suchfunktion als Betaversion, bei der Datenbank und Service mit einer kleinen Anzahl von Nutzern getestet werden. The Art Genome Project nennt sich die laufende Studie, die den Charakter der einzelnen Kunstwerke anhand von 800+ Eigenschaften, genannt Gene, evaluiert. Auf Grundlage der erfassten Metadaten - kunsthistorische Daten wie z.B. formale Kriterien, Bildgegenstand, Stilrichtung oder Medium - unterbreitet Artsy dem Nutzer individuelle Vorschläge. Galerien, Museen und private Sammlungen haben gleichermaßen die Möglichkeit, mit Artsy zusammenzuarbeiten und ihre Künstler einer Online-Öffentlichkeit zu präsentieren.

Carter Cleveland, Mitte 20, Princetonabsolvent und Programmierer hat die Datenbank ins Leben gerufen. Gemeinsam mit Sebastian Cwilich, einem ehemaligen Angestellten von Christie´s führt er das Unternehmen. Das Team aus Investoren und Beratern der Kunst-, Medien- und Technologiebranche kann sich sehen lassen: Larry Gagosian, Marc Glimcher von The Pace Gallery, Dasha Zukhowa, Wendi Murdoch, Ehefrau von Rupert Murdoch, Googlechef Eric Schmidt und der Ausschuss von Facebook haben in das Projekt investiert. Sie gehen davon aus, dass Sammler zukünftig bereit sind, Kunst für Millionen auch online zu erwerben.

Wie ein allwissender Kunstexperte, der uns lehrt, was wir mögen, macht Art Sy Kunstempfehlungen und schafft im besten Fall einen unbestechlichen und vertrauensvolleren Überblick über den Markt, als es ein Kunstberater im realen Leben je könnte. Mit Berücksichtigung persönlicher Präferenzen spuckt er dem interessierten Käufer Empfehlungen aus der ganzen Welt aus. Kuratoren, Kritiker und Galeristen treten in den Hintergrund, es sind ausschließlich die formalen Eigenschaften für den Algorithmus relevant.

Noch vor offiziellem Launch arbeitet Artsy bereits mit Top-Galerien zusammen und kann, sobald es seine Arbeit aufnimmt, mit den Besten der Kunst starten. Derzeit laufen u. a. Man Ray, Jonathan Messe, George Condo, Matthew Abbott oder Lucian Freud über den Bildschirm. Die spartanische Präsentation auf der Site zeigt eine große Abbildung der Arbeit und führt den Künstlernamen, Titel der Arbeit, Technik und Maße auf. Galerieherkunft oder Verweise auf die Biografie des Künstlers hingegen sind irrelevant. Zurzeit funktioniert Artsy als private Datenbank. Interessierte Nutzer können eine Anfrage zur Aufnahme stellen.

Ein klarer Vorteil der Plattform ist die mögliche Entdeckung von Kunstwerken auf ungewohnten Wegen. Besonders interessant wird es, wenn kleine, weniger etablierte und günstige Galerien und Künstler aus allen Ecken der Kunstwelt in der Datenbank aufgenommen werden. Wie die Aufnahme in die Datenbank genau funktioniert und welche Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit mit Artsy nötig sind, ist noch nicht klar. Auch das Geschäftsmodell muss verstanden sein. Wo kommt das Geld langfristig her? Private Investitionen, Provisionskauf, Auftrittsgebühr, Werbung?

Wenn das ambitionierte Projekt aufgeht, wird Artsy den Kunstbetrieb langfristig revolutionieren. Sammlern gibt es das Versprechen, einen detaillierten Überblick über den zeitgenössischen Markt zu schaffen. Wenn Artsy es schafft, transparent Künstlerpositionen und -arbeiten in die Datenbank aufzunehmen, wird es früher oder später, ähnlich wie Musikdatenbanken zuvor, dem Nutzer viel Zeit einsparen und ihn mit Neuentdeckung erfreuen. Mehr noch es wird den gesamten Primär- und Sekundärmarkt in Aufruhr bringen.

Bleibt noch zu klären, ob ein Algorithmus unser Geschmacksurteil ersetzen, ob er Emotionen, Nostalgie und Impulsivität aus Metadaten errechnen kann. Wenn sich der Kenner nämlich nicht mehr mit seinem Gespür aus der Masse hervorhebt, hingegen eine Maschine seine Vorlieben zu kennen meint. Wird es künftig noch Larrys oder Saatchis geben?

Für mehr Information und zur Anmeldung: artsy.net

Vivi Kallinikou

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