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Berlin Daily 16.07.2019
Kuratorinnenführung

18 Uhr: mit Marie-Christin Lender im Rahmen der Ausstellung Sitting Circles
Galerie Wedding | Müllerstraße 146 – 147 | 13353 Berlin

(Einspieldatum: 17.06.2013)

Zwei Sommerausstellungen - Horst Antes in Berlin

bilder

Horst Antes: Figur Schwarz-weiß, 1967, Aquatec auf Leinwand, 150 x 120 cm, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, © VG Bild-Kunst, Bonn, 2013

Horst Antes gehört zu den international bedeutendsten deutschen Künstlern, seine Werke sind aktuell in Berlin an zwei Orten zu erleben. Die Retrospektive im Martin-Gropius-Bau konzentriert sich auf das malerische Schaffen, stellt wichtige Schlüsselwerke aus mehr als fünf Jahrzehnten vor. Als wunderbare Ergänzung zeigt die Galerie Deschler in der Auguststraße aus Privatbesitz stammende frühe Arbeiten. Beide Ausstellungen laufen bis zum September.

Die große Einzelausstellung im Gropius-Bau bietet erstmals die Möglichkeit, in Berlin das Gesamtwerk des Künstlers von 1958 bis 2010 in all seinen Facetten zu betrachten. Gezeigt werden rund 90 Bilder sowie wenige Skulpturen und einige von Antes gestaltete Bücher und Mappen. Bereits in seiner Studienzeit an der Akademie für Bildende Künste in Karlsruhe bei HAP Grieshaber erarbeitet sich Antes sein Figurenbild, findet in der zeitgenössischen Diskussion um Abstraktion und Figuration seinen unabhängigen Weg. Kurator Joachim Sartorius, der auch bei der Eröffnung in der Auguststraße anwesend war, erinnerte an die politische Dimension der Entscheidung für figurative Kunst in diesen Jahren. Antes "tastende Suche nach der menschlichen Figur in ihrer Plastizität", so Sartorius, nimmt ihren Anfang in den frühen Farbkompositionen mit figurativen Elementen, aus denen bald die ersten Kopffiguren entstehen. Marcus Deschler präsentiert in seiner Galerie frühe und zum Teil nie vorher gezeigte Werke aus den Jahren 1958 bis 1965: Arbeiten, wie die über drei Meter lange, schmale "Kopffüßler Komposition"; die "Rot, blau, grüne Figur", die sich mit erhobenen Armen in die Höhe schraubt oder mehrere kleine, sehr lebhafte Werke auf Papier, alle entstanden um 1960.

Horst Antes: Blaue Figur, 1962, Ei-Öl-Tempera auf Leinwand, 120 x 95 cm, Städel Museum, Frankfurt am Main, © VG Bild-Kunst, Bonn, 2013

Horst Antes wurde 1936 in Heppenheim geboren und lebt heute im italienischen Sicellino, in Karlsruhe und Berlin. Er war Teilnehmer der documenta III (1964), IV (1968) und VI (1977), sein Werk wurde auf Einzelausstellungen, beispielsweise 1984 im Guggenheim-Museum New York und in verschiedenen japanischen Museen gezeigt. Die Ausstellung im Gropius-Bau nähert sich chronologisch und thematisch seinem Lebenswerk, führt von den informellen Anfängen bis hin zu den spektakulär großen und strengen "Hausbildern", seinen letzten Arbeiten.
Eine Werkgruppe befasst sich mit der Religiosität des Künstlers, der auch als Sammler ein intensives Interesse an den magischen Anfängen der Religionen zeigt. Zum ersten Mal werden nun zwei motivische Stränge, die Auseinandersetzung mit christlichen Motiven wie den Werkzeugen der Kreuzigung und mit dem Glauben sowie den Ritualen der Hopi-Indianer zusammengeführt. Seit Jahrzehnten lebt Horst Antes zwischen Florenz und Siena, reagiert in seinen Radierungen auf Landschaft, Licht und Farben der Toskana, bezieht sich auf die italienische Kunstgeschichte.

Horst Antes: Einschulung, 1997, Acryl mit Sägemehl auf Sperrholz, 215 x 441 cm, Christina & Volker Huber, © VG Bild-Kunst, Bonn, 2013

"Kunst kann die Gesellschaft verändern", vermittelte HAP Grieshaber in den 1950ern seinen Schülern. Aber auch die Gesellschaft wirkt auf die Kunst, möchte man antworten. Antes, der figurative Maler und Zeichner, nähert sich im Alter der Abstraktion. Die letzten Säle der Ausstellung dokumentieren den Umbruch in seinem Werk: Unter dem Eindruck des Falkland-Krieges entstehen erste Schablonenbilder, trennt Antes sich langsam von seinen plastischen, voll ausgebildeten Figuren und entwickelt neue Bildthemen: Fenster, Boote, Datumsbilder. Acht strenge, monumentale "Hausbilder", die Gebäude ohne Fenster oder Türen, weisen auf die Geschlossenheit, das Eingeschlossensein der menschlichen Seele. Joachim Sartorius sieht das Haus im Werk von Horst Antes als Endpunkt der Figur.

Der Katalog zur Ausstellung, herausgegeben von Joachim Sartorius, erscheint im Verlag der Buchhandlung König.

Antes. Malerei 1958-2010
14. Juni bis 16. September 2013
Martin-Gropius-Bau
Niederkirchnerstraße 7
10963 Berlin
Mi - Mo 10-19 Uhr
gropiusbau.de

Horst Antes. Die Geburt des Kopffüßlers. Werke 1958-1965
14. Juni bis 7. September 2013
Galerie Deschler
Auguststraße 61
10117 Berlin
Di - Sa 12-18 Uhr
deschler-berlin.de

Dr. Barbara Borek

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Daten zu Horst Antes:


- ars viva Preistraeger
- art berlin 2017
- art cologne 2015
- Daimler Art Collection
- MoMA Collection
- Sammlung 20. 21. Jh. Kunstmuseum Basel
- Sammlung Deutsche Bank, Frankfurt
- SAMMLUNG WEMHÖNER
- Sammlung Würth
- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD
- Sammlung, Kunstmuseum Liechtenstein
- Villa Romana Preistraeger
- ZKM Sammlung, Karlsruhe


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Titel zum Thema Horst Antes:

Zwei Sommerausstellungen - Horst Antes in Berlin
Ausstellungsbesprechung: Die Retrospektive im Martin-Gropius-Bau konzentriert sich auf das malerische Schaffen Horst Antes´, ...

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