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Ephraim-Palais

WEST:BERLIN. Eine Insel auf der Suche nach Festland

u.a. Fred Thieler, Rainer Fetting, Stephen Willats, Will Mc Bride, Nan Goldin, F.C. Gundlach, Gisèle Freund, Nelly Rau, Herbert Maschke, Gerhard Ullmann



WEST:BERLIN | Cover Unter Verwendung einer Anzeige in Merian, 23.Jg., 170, Nr. 1, S. 99 Foto unbekannt

Aus Anlass des Mauerfalls vor 25 Jahren schlägt das Stadtmuseum Berlin ab dem 14. November 2014 im Ephraim-Palais ein besonders spannendes Kapitel der Stadtgeschichte auf: West-Berlin.
Insel der Freiheit, Frontstadt des Kalten Krieges, verlängerte Werkbank, Treffpunkt der Welt, Hauptstadt der Alternativen, Kreativschmiede ohne Sperrstunde – das alles und noch viel mehr war West-Berlin.
West-Berlin war ein Phänomen, am Leben gehalten durch die Präsenz der West-Alliierten und die Energie der Bewohner.

Die Ausstellung „WEST:BERLIN | Eine Insel auf der Suche nach Festland“ ist die erste Retrospektive dieser Art. Sie spürt den politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen, vor allem aber der besonderen Atmosphäre der „Halbstadt“ nach und spannt dabei den zeitlichen Bogen von 1945 bis 1990. Das Spektrum der historisch wohl einmaligen Freiräume der Stadt bildet das Leitmotiv der Ausstellung. Über 500 Exponate und mediale Inszenierungen bieten eine emotionale „Zeitreise“ mit unerwarteten Assoziationen und Begegnungen, Wiederentdeckungen und Überraschungen.


Aufsteller zur 1.-Mai-Kundgebung, 1959, Foto: Rolf Goetze, © Stadtmuseum Berlin

„Das Stadtmuseum Berlin beansprucht mit seiner Schau keinerlei enzyklopädische Vollständigkeit. Vielmehr wollen wir fächerartig den Kanon der Themen aufreißen, der mit der Bearbeitung des Geschichtsphänomens West-Berlin verbunden ist. Und wir wollen von den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten erzählen, die das Leben der West-Berliner über mehr als 40 Jahre prägten.“
[Dr. Franziska Nentwig, Generaldirektorin, Stadtmuseum Berlin]

Die Ausstellung gliedert sich in vier Bereiche: Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Ihnen sind einzelne Themen zugeordnet – angefangen mit der Rolle der alliierten Schutzmächte und der Westanbindung über Teilung und Transit, Wirtschaft und Alltag, Kultur und Lifestyle, Urbanität und Kiez bis zu Schickeria, Migranten, Alternativszenen und Gästen aus aller Welt.

„Wir wollen nicht nachträglich verklären. Die Ausstellung WEST:BERLIN konzentriert sich auf das produktive Nebeneinander der Sphären und den polyzentristischen, widersprüchlichen und janusköpfigen Charakter der „Insel im roten Meer“. Insgesamt wollen wir mit der multiperspektivischen "Tour d´Horizon" die Besucher aus nah und fern, Alteingesessene und Zugereiste, Westler und Ostler einladen, sich ihr eigenes Bild zu machen und sich auf eine Spurensuche nach dem "Wesen" von WEST:BERLIN zu begeben.“
[Dr. Thomas Beutelschmidt und Julia Novak, Kuratoren der Ausstellung]

Gezeigt werden prägnante Objekte aus der Alltags- und Kulturgeschichte, ergänzt durch Bilder, die sich im kollektiven Gedächtnis eingeschrieben haben. Aufnahmen bedeutender Fotografen, Plakate und Flugschriften vermitteln Zeitgeist und Information. Der bildenden Kunst und der Theatergeschichte sind eigene Kapitel gewidmet. Neben künstlerischen Positionen von Fred Thieler über Rainer Fetting bis zu den „Genialen Dilletanten“ und Stephen Willats werden Fotoarbeiten von Will Mc Bride, Nan Goldin, F.C. Gundlach, Gisèle Freund, Nelly Rau, Herbert Maschke und Gerhard Ullmann präsentiert. Zu entdecken sind aber auch das Amphicar aus West-Berliner Produktion, der Zoo-Liebling Knautschke und – in einer Hörlounge – der „Sound of West:Berlin“. Eine eigene Story-Telling-Station präsentiert außerdem alle eingesandten Fotos des sehr erfolgreichen Fotoaufrufs „West-Berlin, privat“. Hier können die Besucher in ganz individuellen Erinnerungen der West-Berliner stöbern oder selbst eine persönliche Geschichte hinterlassen.


Amphicar mit Girls („Daily-Girl-Club“), 1968, © Stadtmuseum Berlin | Foto: Ludwig Binder

Mit einem spannenden Begleitprogramm wird das weltstädtische Biotop wissenschaftlich untersucht und literarisch-musikalisch auf seinen Poesiegehalt geprüft. Die Stadt wird in Filmen gezeigt, der West-Berliner Prominenz alte und neue Geschichten abgelauscht und mit der kabarettistischen Erinnerung der eine oder andere Stachel gesetzt. Zur Ausstellung gibt es auch ein umfangreiches Vermittlungsprogramm mit Führungen und Workshops sowie speziellen Angeboten für Schulen.

Das Projekt wird maßgeblich gefördert durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.

Ort Ephraim-Palais | Poststr. 16 | 10178 Berlin

Öffnungszeiten Di, Do–So 10–18 Uhr | Mi 12–20 Uhr

Eintritt 7,00 / erm. 5,00 Euro inkl. Booklet | angemeldete Schulklassen und Kinder/Jugendliche bis 18 Jahre Eintritt frei
Sonderticket 9,00 / erm. 6,00 Euro | Berechtigt zum Besuch des Ephraim-Palais und des Märkischen Museums in der Zeit vom 14.11.2014 – 28.06.2015

Eintritt Museumslabor frei

www.west.berlin
Ephraim-Palais   |   Karte

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