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Galerie Villa Köppe

Beyond Now

Romy Campe


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Romy Campe, Behütet | 130 x 100 cm, Öl und Acryl auf Leinwand, 2019

Das Bildnis des Menschen ist mehr denn je fragwürdig und unberechenbar geworden. Das Märchenhaft-fantasievolle, das Groteske und Bizarre kontrastiert auf eine hintergründige Weise mit dem Zwielichtigen, Unergründlichen und Unheimlichen.
Diese Ambivalenz ist der rote Faden, der sich durch das Werk der Künstlerin Romy Campe zieht.

BEYOND NOW – Bilder und Objekte von Romy Campe
Ausstellung in der Galerie Köppe Contemporary
Vernissage: 28. November 2019 / 19 h, Ausstellung bis 11. Januar 2020


Die zentrale Rolle im Werk von Romy Campe spielt der Mensch. Die Bildnisse der Künstlerin spiegeln menschliche Wesensmerkmale wider – innere Zustände, Befindlichkeiten und Stimmungen. Das alles verweist – wenngleich die Motive auch Merkmale des Phantastischen und Surrealen aufweisen – auf die frühneuzeitliche Tradition des psychologischen Menschenbildes. So klingen vor manchen Motiven Assoziationen an Maltraditionen (Caravaggio, Franz Hals, Rembrandt) an.

Die Maltechnik der Künstlerin steht ebenfalls im Zusammenhang mit altmeisterlichen Vorgehensweisen. Bis zu vierzig Lasurschichten legt sie im Malprozess übereinander. Dass Romy Campe in die altmeisterliche Ausdrucksform surreale und phantastische Dimensionen mischt, verleiht ihren Kompositionen jedoch eine besonders eigenwillige und individuelle Note.

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Romy Campe, Have A Look | 80 x 60 cm, Tusche und Collage auf Leinwand, 2018

Was sie malt sind Vorstellungswelten im Grenzbereich zwischen Wirklichkeit und Traum, wahrhaftem Abbild und skurriler Schöpfung. Ein spezifischer Ausdruck der Augen, sowie die Gebärden und Gesten der Menschen die sie ins Bild setzt, deuten auf innere Verfasstheiten hin. Solche Motive spiegeln Lebensgefühle und Empfindungen wider – Sehnsüchte, Erwartungen, Hoffnungen oder Zuversicht, aber auch Angst, Wut oder Verzweiflung.

Oft ausgehend vom eigenen Selbstbild durchspielt die Künstlerin ihre Motive. Neben der Darstellung moderner, meist junger Frauen aus dem realen Alltag, bevölkern phantastische Figuren, Misch- oder Fabelwesen oder auch mythologische Geschöpfe ihr OEuvre. Symbiosen und Transformationen sind omnipräsent.

Ein dominanter Aspekt vieler Werke von Romy Campe ist der oft in gedämpften Farben gehaltene, zumeist tiefdunkle Hintergrund, vor dem ihre Figurationen agieren. Er ist verbunden mit dem Effekt des ‚Sfumato‘ (des Verschwommenen oder Unbestimmten). Dieses Stilisieren oder Ausblenden eines konkret fassbaren Raumes unterstreicht den Eindruck einer Imagination bzw. einer phantastischen Zwischenzone, in der nicht mehr zwischen Realität und Traum und auch nicht mehr zwischen heute, gestern oder morgen unterschieden werden kann.

„Meine Bilder zeigen Visionen der menschlichen Existenz und umfassen Bereiche der Vorstellungskraft, des Begehrens, des Träumens und des Entfliehens aus dem Jetzt“, erläuterte Romy Campe ihre Werke einmal in einem Interview. Trotz der traumhaften Zweideutigkeit, in die die Künstlerin viele ihrer Motive „einbettet“, wecken ihre Bilder durchaus auch Assoziationen an unsere moderne Gegenwart und an die mit ihr verbundenen verunsichernden Erfahrungen.

So sind Themen wie Melancholie oder auch die Suche nach einer eigenen Identität in den Motiven der Künstlerin ebenso präsent wie das Widerständische. Der Widder wird in Romy Campes Bildern zur mythischen Symbolgestalt. Mit seinen gekrümmten Hörnern, seiner Kraft und seinem Mut steht er für das Durchsetzungsvermögen und für den Widerstand gegen alles, was ihn bedrängt.

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Romy Campe, Flugmaschine (Serie Creative Pastime) | 61 x 54 x 13 cm, Materialcollage, 2015

Einen besonderen Stellenwert nehmen Collagen im OEuvre der Künstlerin ein. Zum einen handelt es sich um Arbeiten, in denen Romy Campe Malerei mit Fotografie kombiniert. Zum anderen sind es Motive, die aus der Symbiose von Malerei und Fotografie sowie aus einem experimentellen Arbeitsprozess am Computer (beispielsweise auf der Grundlage fotografischer Selbstbildnisse der Künstlerin) hervorgehen. Die Ergebnisse eines solchen Arbeitsprozesses bezeichnet Romy Campe als „Morphings“.

In diesen Morphings ist nicht nur dem Zufall breiter Raum gegeben, sondern hier geht die Künstlerin – beispielsweise mit der „Zerstörung“ ihres eigen (fotografischen) Selbstbildnisses – auch einen Schritt über sich selbst hinaus. In ihrer Hybridität wirken diese Bilder einerseits rätselhaft oder verstörend, andererseits irritieren sie aber auch die uns ständig umgebenden Motive schöner Posen in der Werbung oder in den Massenmedien, und entlarven diese als Manipulation und Täuschung.

Das Bildnis des Menschen ist mehr denn je fragwürdig und unberechenbar geworden. Dieses Motiv ist ein roter Faden, der sich durch das Werk der Künstlerin Romy Campe zieht. Denn das Märchenhaft-fantasievolle, das Groteske und Bizarre kontrastiert auf eine hintergründige Weise mit dem Zwielichtigen, Unergründlichen und Unheimlichen. André Lindhorst

KÖPPE CONTEMPORARY
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Galerie Villa Köppe


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