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Haus am Kleistpark

Haus am Kleistpark präsentiert

Kathrin Linkersdorff


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© Kathrin Linkersdorff, Fairies I / 2, 2020

12. November – 14. Dezember 2020

Eine Open-Air-Ausstellung im Programm „Draußenstadt“ – ein Programm der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

ORT: Plakatwände Potsdamer Str. 149, Höhe Alvenslebenstraße, Motivwechsel alle 10 Tage


Das Haus am Kleistpark präsentiert ab dem 12. November für vier Wochen Fotografien der Künstlerin Kathrin Linkersdorff an Plakatwänden an der Ecke Potsdamer Straße/Alvenslebenstraße. Die Motive auf den drei Plakatwänden wechseln alle zehn Tage. Die Open-Air-Ausstellung wird im Rahmen des Projektes „Draußenstadt“ der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa realisiert, mit dem in Pandemiezeiten Kunstprojekte im Stadtraum gefördert werden.

Kathrin Linkersdorff geht es in ihren Fotografien von Pflanzen darum, das Wesen von Objekten zu ergründen. In der westlichen Welt ist der Mensch bestrebt, die Natur zu dominieren. Flüsse werden begradigt, Straßen folgen Rastern – das Verständnis von Schönheit ist das Ergebnis von Kontrolle.

Linkersdorff hingegen ist von der japanischen Philosophie des Wabi-Sabi geprägt, die die Schönheit von Unvollkommenheit und Unvollständigkeit preist. Im präzise inszenierten Moment ihrer Fotografie wird das schwindende Moment von Vergänglichkeit in seiner vollen Schönheit eingefroren und verweist gleichzeitig auf Strukturen, die unter der Oberfläche existieren.

In ihrer bestechenden Klarheit erinnern ihre Arbeiten an die Pflanzenfotografien von Karl Blossfeldt und in ihrer Ästhetik an die Bilder von Edward Weston.

Kommt man in das Atelier von Kathrin Linkersdorff, würde man nicht denken, es sei der Arbeitsraum einer Fotografin. Sich stapelnde Pappkisten bergen ein Archiv von trocknenden Pflanzen. Der Beginn ihrer Arbeit ist ein langwieriges und mühevolles Behandeln stets fragiler werdender Blumen. Über Monate werden sie aufgehängt, gedreht, entstaubt und wieder gewendet – um in erdachten Formen fragil zu erstarren.

Das Wesen ihrer Arbeitsweise ist ein analoges. Lange hat sie auf Filmmaterial mit einer Hasselblad fotografiert und noch heute arbeitet Linkersdorff ausschließlich mit gezielt eingesetztem Tageslicht. Im präzise inszenierten Moment der Fotografie wird der schwindende Augenblick von Vergänglichkeit in seiner vollen Schönheit eingefroren. Doch erst im anschließenden Zusammenspiel mit dem aufwendigen Prozess der weiteren Verarbeitung und einem fein justierten Druck, findet das Bild seinen vollkommenen Ausdruck und vermag den beseelten Moment der Aufnahme widerzuspiegeln.

Kathrin Linkersdorff (*1966) ist eine der vielversprechendsten fotografischen Entdeckungen der letzten Jahre in Deutschland. Sie begann ihre Karriere als Architektin, wesentlichen Einfluss hatte ein mehrjähriger Arbeitsaufenthalt in Japan. Seit 2012 arbeitet sie erfolgreich als freie Künstlerin in Berlin.


Haus am Kleistpark


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