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f³ – freiraum für fotografie

Love Around the World

Davor und Anđela Rostuhar


4. Dezember 2021 – 20. Februar 2022

Was ist das eigentlich, die Liebe? Was bedeutet sie für uns? Ist Liebe das schönste Gefühl der Welt oder nur ein Konstrukt? Bedeutet Liebe immerwährende Verbundenheit, materielle Versorgung, geteilte Zeit, Unterwerfung, Schutz oder gar Enttäuschung?

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Nahid (34) und Nazanin (27) aus dem Iran sind lesbisch und leben in einem der letzten Länder weltweit, in dem auch heute noch die Todesstrafe für Homosexuelle gilt. „Man kann sich nicht einfach aussuchen, in wen man sich verliebt“, sagt Nazanin. „Die Liebe brennt sich in dich hinein wie ein Funke und setzt dein ganzes Wesen in Brand. Sie ist das allerschönste Gefühl überhaupt, macht dir aber gleichzeitig auch ziemlich Angst, denn die Person, in die du dich verliebt hast, nimmt plötzlich dein ganzes Leben ein. Sie wird alles für dich. Du kannst nicht mehr aufhören, an sie zu denken. Ihre Schwächen, ihre Schönheit, ihr Reichtum, ihr Status, ihr Nichts, das ist dir vollkommen egal ... Alles, was für dich dann noch zählt, ist sie – so wie sie ist.“ © Davor Rostuhar

Der kroatische Fotograf Davor Rostuhar machte der Liebe seines Lebens, Anđela, auf einer Expedition in die Antarktis einen Heiratsantrag. Gemeinsam beschloss das abenteuerlustige Paar, ein Jahr lang um die Welt zu reisen, um das Phänomen Liebe zu erkunden. Auf fünf Kontinenten und in 30 Ländern führten die beiden 120 Interviews. Sie bereisten Großstädte genauso wie die Provinz. Sie besuchten entlegene Stämme im Amazonas und Nomaden in der Wüste, waren im Hochgebirge und auf Südseeinseln unterwegs. Während ihrer Recherche sind sie auf frisch verliebte Menschen gestoßen und auf Eheleute, die in 67 Jahren nie nach der Liebe fragten. Auf queere Liebe, verbotene Liebe, polyamore Beziehungen, auf arrangierte Ehen und streng religiöse Paare. Auf Liebende, die sich Konventionen widersetzen, die Grenzen überwinden oder im Namen der Liebe alles hinter sich gelassen haben. Auf Liebe auf den ersten Blick, auf langsam wachsende Liebe und Verbindungen, die mit einer Entführung begonnen haben. Allen haben sie dieselbe Frage gestellt: Was ist das eigentlich, die Liebe?

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Daba (78) und Tsao (82) aus China gehören zu den Mosuo, einem Volk, das am Lugu-See an der Grenze zwischen Tibet und Sichuan lebt. Die Mosuo praktizieren traditionell eine der lockersten Formen der Ehe, die Tiesese, bei der Frauen das Familienoberhaupt sind. Die Kinder leben nicht mit ihren Vätern zusammen: Sie werden von ihren Onkeln mütterlicherseits aufgezogen. „Wir haben nicht zusammengelebt, und ich bin nie zu ihm gegangen. Er hat mich nachts besucht. Nach der Geburt unserer Kinder haben mein Bruder und ich sie gemeinsam aufgezogen“, sagt Daba. „Aber jetzt leben wir zusammen, weil wir alt sind und die Zeiten sich ändern.“ Auch heute noch gibt es junge Menschen, die Tiesese-Ehen eingehen. Es werden jedoch immer weniger, und zunehmend mehr Paare entscheiden sich für das Zusammenleben. © Davor Rostuhar

In Love Around the World geben Menschen rund um den Globus faszinierende Einblicke in ihr Leben und zeigen, was Beziehungen für Menschen in unterschiedlichen Kulturkreisen bedeuten.

BEGLEITPROGRAMM

FOTO-FÜHRUNG
Sonntag, 5. Dez. 2021 und 6. Feb. 2022, 11 Uhr. Eintritt: 5 € | 3 €

FOTO-FÜHRUNG UND DRINKS
Mittwoch, 15. Dez. 2021, 19. Jan. und 16. Feb. 2022, 19 Uhr. Bei einem Glas Wein oder einem alkoholfreien Getränk stellt Ihnen die Künstlerische Leiterin von f³ – freiraum für fotografie, Katharina Mouratidi, die Ausstellung vor. Eintritt: 15 € | 10 €

Die Ausstellung bleibt an den folgenden Tagen geschlossen:
22. Dez. 2021 bis einschließlich 1. Jan. 2022.

Buchungen von Tickets für unsere Veranstaltungen unter:
fhochdrei.org/tickets

f3 – freiraum für fotografie
Waldemarstraße 17 | 10179 Berlin
Mittwoch – Sonntag 13 – 19 Uhr
Eintritt: 5 € | ermäßigt 3 €

fhochdrei.org | @fhochdrei

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Abdoulaye (42) und Suad (25) aus dem Tschad waren nicht zusammen, bevor sie geheiratet haben. Als Suad das heiratsfähige Alter erreicht hatte, bekamen ihre Eltern Heiratsanträge von Verehrern. Suad stellte für die Auswahl nur eine Bedingung: Ihr zukünftiger Ehemann sollte ihr erlauben, ihren Universitätsabschluss zu machen. Abdoulaye war der einzige Bewerber, der sich damit einverstanden zeigte. © Davor Rostuhar

f³ – freiraum für fotografie


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