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Kommunale Galerie Berlin

Die gemalte Stadt. Fassadenbilder

Gert Neuhaus


PHOENIX / „DET SCHÜFF“ 1989, Wintersteinstraße 20, Berlin-Charlottenburg Foto: Norbert Martins

Eröffnung: Dienstag, 20.02.2024, 18 Uhr
Kommunalen Galerie Berlin


Begrüßung
Claudia Blomberg | Amt für Weiterbildung und Kultur
Elke von der Lieth | Kommunale Galerie Berlin

Einführung
Norbert Martins | Autor und Stadtführer

1976 beginnt Gert Neuhaus mit dem Entwurf und der Ausführung von haushohen Wandbildern an Hausfassaden im Berliner Stadtraum. Die zahlreichen noch vorhandenen Brandwände in der Stadt bilden die Grundfläche für seine illusionistische Malerei, die mittels perspektivischer Darstellung Dreidimensionalität vortäuscht. Herausragend sind seine konstruierten Gründerzeitfassaden, die er auf freistehenden Hauswände malt, und so die fehlenden Architekturkörper von Seitenflügel oder Gartenhaus mit Portalen, Fenstern, Balkonen, Gesimsen und Stuckelementen neu aufbaute. Alles nur eine optische Täuschung!


GEBROCHENE FASSADE 1986 Obentrautstraße 30-32 (Innenhof) Berlin-Kreuzberg Foto: Cornelia Beitl

Er übertüncht Brachen und rekonstruiert fehlende Gebäudeteile und erfindet so die Stadt der Gründerzeit neu. Auf die Zerstörung der Stadt durch den Krieg antwortet er mit seiner eigenen Idee von Schönheit und Vollkommenheit der makellosen, schönen Stadt. Seine Stadtvisionen orientieren sich an der intakten Metropole der Vorkriegszeit.


VERSPANNUNG 1979/80 (übermalt) Haubachstraße/Fritschestraße Berlin-Charlottenburg Foto: Norbert Martins

Er entwickelt eine eigene ästhetische Grammatik der Stadt, die sich zu lauter großbürgerlichen Fassaden und Sehenswürdigkeiten addieren lassen, zu einem Stadtbild, das sich auch als Synonym für die Unzerstörbarkeit dieser Stadt versteht. Gert Neuhaus begegnet seiner Stadt stets mit dem ihm innewohnenden Humor und aus der Distanz. Neben den klassizistischen Ensembles, die er virtuos auf meterhohe Freiflächen inszeniert, blitzt in vielen Fällen in den urbanen Inszenierungen die Gegenwart hervor, z.B. surreale Bildwelten, die sich im Stadtbild bestens behaupten, wie der große Tanker oder der nicht mehr existierende Reißverschluss an der Brandwand Zillestraße. Seine Werke prägen bis heute das Stadtbild der Metropole.

Rahmenprogramm

Künstlergespräch am Mittwoch, den 20.3.2024 um 18 Uhr
Finissage am Sonntag, den 21.4.2024 von 15-17 Uhr

Ausstellungsdauer: 21. Feburar bis 21. April 2024

Ort: Kommunale Galerie Berlin, Hohenzollerndamm 176, 10713 Berlin

Öffnungszeiten: Di bis Fr 10-17 Uhr, Mi 10-19 Uhr, Sa, So und Feiertage 11-17 Uhr, Eintritt frei.

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