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Schloss Biesdorf

"Die Zeit ist ein Ozean" und "may day"



Eröffnung: Sonntag, 16.11.2025, 18 Uhr
(mit einer Performance von Iman Hasbani)



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Abdulkarim Majdal-Albeik: Erinnerung (Ost), 2023. © Abdulkarim Majdal-Albeik

Die Zeit ist ein Ozean


17.11.2025 – 27.2.2026

Mit:
Thomas Eller, Iman Hasbani, Benno Hinkes, Martin Honert, Abdulkarim Majdal Albeik, Wenfeng Liao, Gerenot Richter, Peter Strickmann, Kleopatra Tsali, Evgenija Wassilew, Bignia Wehrli, Regina Weiss

Kuratiert von Regina Weiss und Benno Hinkes

Bereits vor über 1.600 Jahren formulierte der römische Gelehrte Augustinus ein grundsätzliches Dilemma: „Was also ist Zeit? Wenn mich niemand danach fragt, weiß ich es; will ich es einem Fragenden erklären, weiß ich es nicht.“ Wir Menschen sind einem Phänomen ausgeliefert, das wir nur schwer greifen oder gar erklären können. Die Ausstellung Die Zeit ist ein Ozean im Obergeschoss des Schloss Biesdorf untersucht das Thema Zeit aus künstlerischer Perspektive. Zwölf künstlerische Positionen – von Zeichnung und Druckgrafik über Skulptur und Rauminstallation bis hin zu Performance, Sound- und Videoarbeiten – erkunden das Thema und ermöglichen den Besucher:innen darüber hinaus ein neues Erleben von Zeit.

Im antiken Griechenland galt die Zeit in Gestalt von Chronos als mächtiger Gott, ein Schöpfer, der die Welt aus dem Chaos befreit, sie also ordnet und dabei zugleich vergänglich macht. Die Zapoteken in Mexiko verstanden die Zeit als Ozean, der mit seinen Wellen, Gezeiten und Strömungen permanent in Bewegung ist, sich dabei selbst als Ganzes jedoch nicht fortbewegt. Die Vorstellung, dass die Zeit über eine räumliche Ausdehnung verfügt, findet sich auch in der Physik: Seit Albert Einstein geht die Wissenschaft davon aus, dass Raum und Zeit ein Kontinuum bilden. Raum und Zeit stellen also keine getrennten Dimensionen dar, sondern sind miteinander verwoben. Einsteins Relativitätstheorie bewies obendrein auf mathematischem Weg, was wir logisch zwar kaum nachvollziehen können, intuitiv jedoch ohne Weiteres verstehen: Zeit ist relativ. Je nach Standpunkt vergeht sie schneller oder langsamer. Der naive Glaube, dass die Zeit so gleichmäßig Schritt für Schritt voranschreitet, wie es die mechanischen und digitalen Uhren nahelegen, wird also gleichzeitig von alten Mythen und von der modernen Naturwissenschaft infrage gestellt.

Im Schloss Biesdorf entführen Künstler:innen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen – neben Künstler:innen aus Europa sind auch Positionen aus China und dem arabischen Raum präsent – das Publikum in eigene temporale Logiken und stellen hergebrachte Anschauungen von Linearität und Messbarkeit in Frage. Inwiefern beeinflusst die persönliche Situation den Umgang mit dem Thema Zeit? Spielen auch das Lebensalter oder gar das Geschlecht dafür eine Rolle?

Den konzeptionellen Ausgangspunkt der Ausstellung bildet die Arbeit 22:22 (1992) von Martin Honert, der 1995 den Deutschen Pavillon auf der Biennale von Venedig bespielte. Die Arbeit zeigt eine digitale Ziffer – Sinnbild des Flüchtigen – als eingefrorenes, dreidimensionales Bild. Mit der Zeitlichkeit, die Gefühlen eingeschrieben ist, befasst sich die in Berlin lebende Künstlerin Iman Hasbani in ihrer Installation A Bad Memory (2020-24). Welche innere Präsenz haben einstige eigene Erlebnisse in uns und für welche Dauer? Die in Athen lebende Künstlerin Kleopatra Tsali präsentiert Keramiken, deren Ausgangsmaterialien – neben dem Ton auch Mineralien, die sie für die Glasur nutze – sie in Zusammenarbeit mit Bewohner*innen der griechischen Insel Naxos eigenhändig gesammelt hat. In ihren Arbeiten verbinden sich erdgeschichtliche Sedimente mit kulturellen Überlieferungen und dem natürlichen Kreislauf von Werden und Vergehen. Kollektive Erinnerungen und das Auslöschen von Erinnerung sind das Thema der Arbeiten von Abdulkarim Majdal Albeik. Der in Berlin lebende Künstler arbeitet mit anonymen Fotografien, die achtlos auf Flohmärkten und in Trödelläden zum Kauf angeboten wurden – Relikte individueller, längst vergessener Geschichten.

Diese und andere Arbeiten laden das Publikum im Schloss Biesdorf dazu ein, ihr eigenes Verständnis von Zeit, Dauer und Vergänglichkeit zu hinterfragen.

Die Ausstellung wird gefördert durch den Ausstellungsfonds Kommunale Galerien der Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

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Sao Sreymao: The Breath – Through the Sea, 2023. Videostill © Sao Sreymao

may day


17.11.2025 – 27.2.2026

Mit:
Vera Lossau, Neak Sophal , Lilla von Puttkamer, Carola Rümper, Sao Sopheak, Sao Sreymao

Kuratiert von Carola Rümper

Die Ausstellung may day im Erdgeschoss des Schloss Biesdorf zeigt Arbeiten von Künstlerinnen aus Kambodscha und Deutschland. Die interkulturelle Zusammenarbeit besteht seit 2022. Seitdem baut die Kuratorin Carola Rümper das Netzwerk kontinuierlich aus. Um einen nachhaltigen Austausch zu etablieren, wurden in Berlin und Phnom Penh Projekte und Ausstellungen realisiert. Kulturelle Unterschiede fließen in die diskursive, künstlerische und kuratorische Auseinandersetzung mit ein.

Im Khmer, der kambodschanischen Amtssprache, bedeutet „Ma“ oder „May“ sowohl „Anführerin“ als auch „Mutter“. „May“ ist auch das Wort für die jüngere Frau, der Zuneigung und Loyalität entgegengebracht wird, und die mit dem Zusatz „May“ beim Namen genannt wird. Während der Projektvorbereitung hat das Khmer-Wort in der Kommunikation zwischen den Künstlerinnen eine neue Bedeutungsebene hinzugewonnen und wurde schließlich zur Formel für den komplexen Entwurf des Bildnisses einer jüngeren Frau. May ist die Anführerin und Freiheitsliebende. Sie erobert sich neue Rollen und besetzt Räume, um ihr Leben unabhängig zu gestalten. Dabei tritt die Figur nicht als Rebellin auf – sie eckt nicht an, sondern ist souverän in der Gesellschaft verankert. Ihr wird Loyalität und Achtung entgegen gebracht. Es entsteht das Bild eines starken Charakters, der sowohl Eigenschaften der jüngeren als auch der älteren Frau in sich vereint.

Der Ausstellungstitel fordert, angelehnt an den internationalen Hilferuf, Aufmerksamkeit. Für die Künstlerinnen ist may day aber auch zum Bild für Pluralität im Austausch unterschiedlicher Kulturen geworden. Missverständnisse, die oft schon aus einfachem Verhören und Versprechen resultieren, können frustrierend und verstörend sein. Gleichzeitig können sie aber auch neue Ideen bringen, Räume öffnen und als konstruktive Fehldeutungen inspirierend für die interkulturelle Kommunikation sein. Im Schloss Biesdorf führen die Künstlerinnen ihren Dialog fort und thematisieren aus unterschiedlichen Perspektiven heraus Strukturen einer patriarchalen Gesellschaft.

Die Ausstellung wird gefördert durch den Ausstellungsfonds Kommunale Galerien der Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie von der Kunstpunkt Stiftung Herpel.

Schloss Biesdorf
Alt-Biesdorf 55, 12683 Berlin
schlossbiesdorf.de

Öffnungszeiten
Sa – Mo, Mi – Do 10 – 18 Uhr
Fr 12 – 21Uhr
Dienstags geschlossen

Eintritt
Eintritt frei

Schloss Biesdorf   |   Karte

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