Archiv weißensee kunsthochschule berlin Foto: unbekannt
Sonderausstellung im Werkbundarchiv – Museum der Dinge
„Gestalten für Berlin. Design aus der Kunsthochschule Berlin-Weißensee“
Eröffnung: 15. April 2026, 19 Uhr
Ausstellungslaufzeit: 16. April 2026 – 22. Februar 2027
Die neue Sonderausstellung des Werkbundarchiv – Museum der Dinge „Gestalten für Berlin“ blickt auf einen zentralen Aspekt des Designs: die Ausbildung von Gestalter*innen. Dafür kooperiert das Werkbundarchiv – Museum der Dinge mit der weißensee kunsthochschule berlin, die im Jahr 2026 ihr 80. Jubiläum feiert.
Gestaltung: Lothar Scholz (1935– 2015)
Leihgabe Fliesenmuseum Boizenburg, Lorén Scholz Foto: Armin Herrmann
1946 im Berliner Nordosten innerhalb der sowjetischen Besatzungszone gegründet, steht die Hochschule für die Geschichte Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg – mit allen Auf- und Umbrüchen. Als Hochschule für angewandte Kunst versteht sich Weißensee seinerzeit als Pendant zu einer Kunstakademie. Die „Angewandten“ setzen im alltäglichen Leben an: Hier ist die Not in der kriegszerstörten Stadt am größten. Alle Künste – Malerei, Plastik, Grafik, Bühnenbild, Mode und Textil, Keramik und industrielle Gestaltung – beziehen sich auf die Architektur und die Lebenswelt. In ihrer Ausrichtung wird die Hochschule geprägt von Gestalter*innen der Moderne wie Herbert Hirche, Mart Stam oder Selman Selmanagić. Ihre Ansätze für die Lehre – gemeinsames Grundlagenstudium, enger Praxisbezug und fächerübergreifendes Arbeiten – gelten bis heute. „Gestalten für Berlin“ beleuchtet künstlerische Grundlagen, Entwurf und Praxis und versammelt historische und gegenwärtige Arbeiten aus den Bereichen Formgestaltung und Grafikdesign. Zudem fragt die Ausstellung nach aktuellen Perspektiven: Was heißt es, heute Design zu studieren?
Ob Berlinale-Plakat oder Schriftzug für das Kino International, U-Bahn oder Fahrrad, Weltzeituhr oder klimaschützende Fassaden, Brandwände oder Bühnenplakate: Generationen von Studierenden, Lehrenden und Absolvent*innen aus Weißensee gestalten Berliner Stadträume, Kultur und Mobilität, kurz: den Berliner Alltag.
Die Ausstellung ist eine Skizze und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie kann weder das Schaffen aller Menschen und Fachbereiche aus acht Jahrzehnten noch das Wirken über Berlin hinaus abbilden. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und ökologischer Herausforderungen sowie der umfangreichen Kürzungen im Wissenschafts- und Kulturbereich verweist „Gestalten für Berlin“ auf die Innovations- und Gestaltungskraft von Design, Kultur und Lehre und deren Bedeutung für eine zukunftsfähige und lebenswerte Stadt.
Schriftzug: Klaus Wittkugel (1910– 85), 1961
Berlinale-Plakat: Claudia Schramke (*1985), 2022
Foto: Ilona Marti (*1984)
Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm: museumderdinge.de
Werkbundarchiv – Museum der Dinge Leipziger Str. 54, 10117 Berlin
T 03092106311
M info@museumderdinge.de