
Eröffnung: 25. Juni 2026, 19:00 Uhr
Die Ausstellung "Rauschen: Echos einer Institution" untersucht die Arbeit des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR (ZfK) und beleuchtet seine komplexe Rolle im Spannungsfeld von staatlicher Kulturpolitik und internationalem Kulturaustausch. Im Auftrag des Ministeriums für Kultur organisierte das ZfK von seiner Gründung 1973 bis zu seiner Auflösung 1990 Ausstellungen im In- und Ausland und wurde zu einem zentralen Akteur der Kunst- und Kulturvermittlung in der DDR. Mit seiner Schließung zum 31.12.1990 ging der grafische Bestand des ZfKs von rund 10.000 Werken an das ifa – Institut für Auslandsbeziehungen über.
Das "Rauschen" steht in der Ausstellung für die leisen Nebengeräusche, die hinter den offiziellen Erzählungen einer Institution hörbar werden. Für den Medientheoretiker Friedrich Kittler bezeichnet es jenen Moment, in dem ein Medium selbst sichtbar wird – nicht mehr nur als transparenter Träger von Botschaften, sondern als Struktur. Die unterschiedlichen Stimmen der Archivmaterialen, Zeitzeug:innen und künstlerischen Positionen verdichten sich zu einem vielschichtigen Bild, das die Arbeit des ZfKs widerspiegelt. So rekonstruiert die Ausstellung in einer chronologischen Dramaturgie Ausschnitte eines bis bislang wenig erforschten Kapitels internationaler Kunstgeschichte.
Neben den Werken aus den Sammlungsbeständen des ZfKs und des ifas eröffnen zeitgenössische künstlerische Positionen neue Zugänge zur Geschichte des ZfKs. Nadja Abt und Katharina Marszewski widmen sich Robert Rauschenbergs "ROCI-Ausstellung" und verbinden historische Dokumente mit einer eigenen künstlerischen Perspektive. In ihrer Neuproduktion "Vagant Orient" untersucht Anna Bromley die Verflechtungen von Kultur- und Handelsbeziehungen zwischen der DDR und arabischen Staaten. Während Suse Weber den Blick auf das Werk Werner Schinkos und dessen weit verbreitete Illustrationen für Schul- und Kinderbücher der DDR richtet, beschäftigt sich David Polzin in seinen Plakaten mit gesellschaftlichen Möglichkeitsräumen nach 1990.
Mit Werken von Nadja Abt, Gerhard Altenbourg, Alfred Beier-Red, Henryk Berg, Anna Bromley, Hermann Glöckner, Gotthard Graubner, HAP Grieshaber, Heidrun Hegewald, Irmgard Horlbeck-Kappler, Katharina Mercedes Marszewski, Karl Erich Müller, Uwe Pfeifer, Sigmar Polke, David Polzin, Nuria Quevedo, Robert Rauschenberg, Hans Theo Richter, Werner Schinko, Emil Stumpp, Günther Uecker, Suse Weber, Karla Woisnitza .
Kuratiert von Susanne Weiß in Zusammenarbeit mit Nadja Abt, Swantje Greve und Petronela Soltesz; Szenografie: Eran Schaerf in Zusammenarbeit mit Flo Gaertner.
26. Juni 2026 - 27. Sept. 2026
ifa-Galerie Berlin
Linienstr. 139 - 140
10115 Berlin