© Christoph Brech/VG-Bildkunst, Bonn.
Die Ausstellung „Ansichten“ zeigt das monumentale Schlußstück des „Münzfrieses“ von Johann Gottfried Schadow. Diesen repräsentativen Fries schuf der Bildhauer nach einem Entwurf von Friedrich Gilly für das in den Jahren 1798 bis 1800 erbaute Münzgebäude am Werderschen Markt, eines der bedeutendsten Bauprojekte des preußischen Staates zu dieser Zeit: Der Auftraggeber für die Neuerrichtung des Gebäudes, Staatsminister Freiherr Friedrich Anton von Heynitz, war der Förderer des Freiherrn vom Stein. Mit seinem Wirken steht er am Beginn der preußischen Reformen. Friedrich Gilly wiederum war der von Schinkel und beider Zeitgenossen als Genie verehrte Frühklassizist. Und Schadow war in jenen Jahren bereits der anerkannte Hofbildhauer. So verbinden sich im „Münzfries“ an einem Wendepunkt preußisch-deutscher Geschichte auf eindrucksvolle Weise Kunst und Politik.
Der Fotograf und Video-Künstler Christoph Brech erweitert den Blick auf die Skulpturen Schadows, wobei er sie seiner künstlerischen Sehweise anverwandelt. Wie im Pygmalion-Mythos erwachen sie zum Leben: Eine „Tänzerin“ fängt an, sich zur Musik einer alten Musikuhr zu drehen. Die „Quadriga“ zieht unter einem Sahara-Staub gefärbten Himmel in die Allee „Unter den Linden“ ein. Der „Münzfries“ im Depot des Kreuzberg-Denkmal gewinnt mythische Aura im Dunkel der sakral anmutenden Bögen. Und die Skulpturen im Lager der Gipsformerei in Charlottenburg gehen miteinander vieldeutige Beziehungen ein, heitere und tragische, abgründige und skurrile. So verleiht Christoph Brech den Skulpturen ein Eigenleben, das Schadows Werk weit über bloß retrospektive Betrachtung erhebt.
Dauer der Ausstellung
20. Mai verlängert bis 22. Februar 2015
Ausstellungsort:
Schadow-Haus (Seitenflügel)
Schadowstraße 12-13
10117 Berlin
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen unter kunst-im-bundestag.de/ausstellungen und während der Öffnungszeiten unter: 030/ 227 35175 sowie 030/ 227 33888
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Berlin Daily 18.06.2026
Führung durch die Ausstellung
18 Uhr: "Filme wie noch nie. Alfred Ehrhardt – Bauhäusler und Filmemacher mit dem Filmwissenschaftler Thomas Tode + Dr. Christiane Stahl, Direktorin der Alfred Ehrhardt Stiftung | Auguststr. 75 | 10117 Berlin
Ansichten Johann Gottfried Schadow / Christoph Brech
von kunst-im-bundestag.de
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