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Berlin Daily

(Einspieldatum: 03.09.2016)

NatureCultures in der Alfred Ehrhardt Stiftung

bilder

Raumansicht, im Hintergrund eine Arbeit von Katya Gardea Browne, Foto: Shantala Sina Branca

Künstlerische Positionen im Diskurs mit Wissenschaft, Natur, Technologie erweitern das Spektrum der Wahrnehmung inhaltlich und strukturell. Aktuell loten Katya Gardea Browne, Pinar Yoldas und Brandon Ballengée in der Alfred Ehrhardt Stiftung die Schnittstellen dieser Bereiche in der Ausstellung „NatureCultures“ aus. Kuratiert wird die Ausstellung von Regine Rapp und Christian de Lutz, bekannt durch ihren Projektraum ArtLaboratoryBerlin (artlaboratory-berlin.org/) - einer Plattform für interdisziplinäre Kunstprojekte, die konstruktive Synergien zwischen KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen ergründet.

NatureCultures zeigt spannende, zeitgenössische Positionen, die Kunst und Wissenschaft nicht als Gegensatz verstehen, sondern als ein Netz, das Verknüpfungspunkte offenlegt und weiterspinnt. Sichtbar wird hier wie vielfältig unser Ökosystem mit seinen unzähligen und fantastischen Lebensformen und Organismen, ob aller menschenverursachten Naturkatastrophen, ist.


Raumansicht, im Hintergrund eine Arbeit von Brandon Ballengée ,Shantala Sina Branca

Wesen des amerikanischen Künstlers und Biologen Brandon Ballengée (brandonballengee.com//) scheinen nicht von dieser Welt zu sein - apokalyptisch und faszinierend zugleich. Es sind transparente und überdimensional große Kreaturen, die im Nirgendwo schweben und deren Körperinneres skelettartig in kräftigen Farben hervorsticht. Wiedergegeben sind die Amphibien und Wassertiere auf großformatigen Drucken, sogenannte Irisdrucke, die durch ein spezielles Effektdruckverfahren hergestellt werden. Ballengée setzt sich in seinen Videodokumentationen, Fotografien und Drucken mit Natur, Naturwissenschaft und Ökologie auseinander und thematisiert genetische Deformationen von Lebewesen.


Brandon Ballengée
Ghosts of the Gulf: RIP African Pompano, 2014
Giclée-Druck auf handgeschöpftem japanischen Reispapier / Giclée-print on hand-made Japanese rice paper, 45,7 x 61 cm
© Brandon Ballengée / Courtesy Ronald Feldman Fine Arts, New York, NY


Durch den chemischen Prozess „Säubern und Färben“ erreicht der Künstler, dass unter anderem stark deformierte Frösche transparent und deren Knochen und Muskelgewebe in fluoreszierenden Farben leuchten. Das, was auf den ersten Blick malerisch und kunstvoll erscheint, versinnbildlicht die Realität in europäischen Gewässern: das stetige Auslöschen und Verdrängen vieler Amphibien.

Ein weiterer Teil des Ausstellungsraumes der Alfred Ehrhardt Stiftung wird mit Video- und Fotoarbeiten der mexikanischen Künstlerin Katya Gardea Browne (katyagardea.com/) bespielt. Browne thematisiert Ursprünge und Entwicklungslinien kultureller Errungenschaften im Kontext von Natur: Die Künstlerin dokumentiert in Fotografien und einem Video die aus der Zeit der Azteken stammenden Wasserstraßen der mexikanischen Hauptstadt, um aufzuzeigen, wie stark sich die einst florierende Megametropole im Hinblick auf die Natur und Bewässerungsanlagen verändert hat. Das aztekische Bewässerungssystem gilt als eines der ältesten der Welt. Erinnern möchte sie an längst vergessene agrikulturelle Technologien, die auch heute als Lösung für die gegenwärtige ökologische Krise der mexikanischen Hauptstadt dienen könnten. Brownes Werke, die sie meist mit einem starken Rot- oder Grünfilter versieht, haben abgesehen von ihrer ästhetischen Ausstrahlung zugleich einen alarmierenden Charakter.


Pinar Yoldas
Regnum alba, 2014
Druck auf Hadernpapier / print on rag paper, 85 x 115 cm
© Pinar Yoldas


Sehr verstörend wirken die „Designer Babies“ der türkischen Künstlerin Pinar Yoldas (pinaryoldas.info//), die neben ihrer künstlerischen Ausbildung unter anderem Neurowissenschaften, Architektur und Informationstechnik studiert hat. Eingelegte Kreaturen, die an überirdische, elfenartige Geschöpfe erinnern, schwimmen in beleuchteten Wassersäulen, die an überdimensionale Reagenzgläser erinnern.


Raumansicht mit einer Arbeit von Pinar Yoldas, Foto: Shantala Sina Branca

Pinar Yoldas entwirft ihr ganz eigenes Zukunftsökosystem und forscht an der Schnittstelle von Technologie und Natur. „Der schnelle Blick in die Zukunft des Transhumanismus“, wie die Künstlerin ihre Werkreihe selbst beschreibt, ist zwar spekulativ, scheint allerdings nicht mehr weit von unserer Realität entfernt. Genmanipulation und die Idee des perfekten Menschen gelten schon längst nicht mehr als Science-Fiction. In vergangenen Arbeiten befasste sich die Künstlerin mit neuartigen Organkonzepten im Hinblick auf den stetig zunehmenden Plastikverbrauch, zu sehen 2014 in der Schering Stiftung. Sie entwarf Organismen, die zur Verdauung von Plastik und zur Reinigung des Plastiks von Schadstoffen entstehen. Yoldas kritisiert nicht im klassischen Sinne, sie schlägt vor, entwirft und zeigt auf und spielt dabei mit dem Spannungsfeld zwischen Ästhetik und Unbehagen.

Die Ausstellung ist bei dem Kulturfilmer und "Naturphilosphen mit der Kamera" Alfred Ehrhardt in der Alfred Ehrhardt Stiftung gut aufgehoben.

Ausstellungsdauer: 2. April bis 4. September 2016

Di-So 11-18 Uhr, Do 11-21 Uhr

Eintritt frei
Alfred Ehrhardt Stiftung
Auguststraße 75
10117 Berlin
alfred-ehrhardt-stiftung.de

Shantala Sina Branca

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Titel zum Thema Alfred Ehrhardt Stiftung :

NatureCultures in der Alfred Ehrhardt Stiftung
Letztes Wochenende und hier unserer Ausstellungsbesprechung:

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