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Berlin Daily 21.10.2019
Buchvorstellung

19 Uhr: RUDOLF ZWIRNER – Ich wollte immer Gegenwart. Autobiografie. Mit Rudolf Zwirner und Nicola Kuhn
Tagesspiegel-Salon, Askanischer Platz 3, 10963 Berlin

(Einspieldatum: 22.08.2019)

Visual Exchange - Fotografien aus Berlin und Peking

bilder

Chi Peng
NOW-ing, 2012
C-Print
© Chi Peng


Die Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Peking feiert ihr 25-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass zeigt die Gesellschaft für Deutsch-Chinesischen kulturellen Austausch im Museum für Fotografie Arbeiten von jungen Künstler_innen, die in Berlin oder Peking studiert haben sowie in Deutschland und/oder China leben und arbeiten. Kuratiert wurde die kleine Studioausstellung ebenfalls von einem deutsch-chinesischen Team: Stefan Koppelkamm von der weißensee kunsthochschule berlin und Miao Xiaochun, der an der Central Academy of Fine Arts, Peking lehrt.

Bereits im Treppenhaus werden die Besucher_innen von einer großformatigen Fotoarbeit begrüßt: Chi Peng (*1981), ebenfalls Dozent an der Central Academy of Fine Arts in Peking, lässt in NOW-ing (2012, C-Print) zwei traditionelle chinesische Kämpfer wie in einer Theaterinszenierung über einer Menge von Fußgängern agieren. Auf einer dunkelroten Mauer thront der kaiserliche Palast. Über der eindrucksvollen Szene schweben dramatische Wolkenformationen, aus denen die beiden Figuren wie Marionetten an Fäden von unsichtbarer Hand geführt werden. Der Fotograf begebe sich, so die Kuratoren, auf die Suche nach der „eigenen Position in der Welt“. Vor allem die Ein-Kind-Politik Chinas, die das Individuum immer hinter die Gesellschaft stellt, sowie der starke mythologische Einfluss der chinesischen Kultur prägen seine Arbeiten.

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Ye Funa
The Supper of Goddess, 2015
Fotografie
© Ye Funa


Auch The Supper of Goddess (2015), eine ebenfalls großformatige Arbeit der Pekinger Fotografin Ye Funa (*1986) spielt mit überlieferten und aktuellen Motiven: Zwölf historische und eine lebende Künstlerin sitzen und stehen an einer langen Tafel, in bunter, sehr unterschiedlicher Kleidung, lebhaft miteinander agierend. Jede verkörpert eine bestimmte Rolle. Die Komposition nimmt offensichtlich Bezug auf da Vincis Abendmahl.„Bevor ich erwachsen wurde, “ so Funa, „unterschied ich nie deutlich zwischen Imagination und Realität. Ich frage mich noch heute, ob unsere sogenannte Identität nicht auch nur eine Rolle ist.“

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Rie Yamada
Familie werden, 2017
Fotografie
© Rie Yamada


Das Spiel mit den Identitäten, das immer auch ein Ergründen der eigenen Person im gesellschaftlichen Kontext bedeutet, ist auch das Thema von Rie Yamada. Die in Japan geborene Künstlerin (*1984) lebt in Berlin und studiert an der weißensee kunsthochschule. Sie bewegt sich „permanent im Spannungsfeld zwischen Ost und West“, sucht ihre Position zwischen den Kulturen. In ihrer vielschichtigen, humorvollen und mehrfach ausgezeichneten Bachelorarbeit Familie werden (2017, Fine Arts Print, Fotoalben) arrangiert sie Personen einer Familie in Fotoalben, die sie auf Ebay oder Flohmärkten fand, und auf Farbfotografien. Die Künstlerin verwandelt sich auf jedem Foto in die einzelnen Mitglieder, mal ist sie Ehefrau, dann Ehemann, und setzt die Figuren zu einer Familie zusammen. Sie erscheint als japanischer 15jähriger Teenager oder als ältere, deutsche Hausfrau in Kittelschürze. So erkundet Rie Yamada wer wir sind, wen wir darstellen, was authentisch und was inszeniert ist und holt auch die Betrachter_innen in diese Fragerunde.

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Thomas Koester
O.T. Busan, 2015
Xerox Copy
© Thomas Koester, VG Bild-Kunst, Bonn,
2019


Die Arbeiten des deutschen Fotografen Thomas Koester (*1980) dagegen weisen in den öffentlichen Raum. Er verwendet ausschließlich analoge Schwarzweißfilme, seine Fotografien zeigen „Bilder von Stadt- und Zeiträumen“ in Seoul, Busan und Moskau. So sitzen in #9 BUSAN 2015 (Xerox Copy) Personen mit ihren Gepäckstücken in einer Halle, im Hintergrund sind Leuchttafeln mit Bildelementen zu erkennen. Die Szene ist nicht eindeutig einzuordnen, es könnte sich um einen Bahnhof oder einen Flughafen handeln. Menschen und Gebäude verbinden sich zu einer optischen Einheit.

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He Xiangyu
Untitled, 2019
Wood, Inkjet Print
© He Xiangyu


Der in Berlin und Peking lebende Künstler He Xiangyu (1986) dagegen fragt nach den Koordinaten des Ausschlusses. In seinem aktuellen Werk Untitled (2019, Holz, Inkjet Print) präsentiert er einen der „unvermeidlichsten öffentlichen Räume unseres täglichen Lebens“ – den Fahrstuhl. Für seine Arbeit wählte der Konzeptkünstler, der aktuell im Chinesischen Pavillon der Biennale von Venedig zu sehen ist, verschiedene Aufzüge aus. Vor deren geöffnete Türen platzierte er ein Holzbrett; Länge und Breite sind jeweils in Bezug zur Größe der Kabine gewählt, so dass sich die Tür nicht mehr schließen lässt. Ein unspektakulärer Alltagsgegenstand wird zu einem Hindernis, zu einer Barriere.

Wohin gehören wir? Was verbindet uns? Wer schließt uns aus? Die Werke der empfehlenswerten Ausstellung laden ein, sich auf die Antworten einzulassen.

Berlin Peking Visual Exchange
Bis 25. August 2019

Museum für Fotografie
Jebensstraße 2
10623 Berlin
Di, Mi, Fr, Sa + So 11 – 19 Uhr, Do 11 – 20 Uhr
www.smb.museum/home.html

Barbara Borek

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