In Berlin-Hohenschönhausen wurde im Mai das Haus Lemke von Mies van der Rohe wiedereröffnet. Die eingeschossige Villa mit 160 Quadratmetern Wohnfläche ist 1933 gebaut worden und das letzte Wohnhaus des Architekten in Deutschland, bevor er 1938 in die USA emigrierte. Karl Lemke, Besitzer einer graphischen Kunstanstalt und Leiter einer Berliner Druckerei, gab 1932 ein kleines Haus in Auftrag, das nach zweijähriger Sanierungszeit noch bis zum 28.06.02 in seinem ursprünglichen Zustand besichtigt werden kann.
Zwei Wohnräume, winkelförmig angeordnet, sind großflächig zur Gartenseite verglast und kommunizieren so nicht nur miteinander, sondern auch mit dem von Karl Förster angelegtem Garten. Küche und Schlafraum ziehen sich bescheiden zur Strasse zurück oder bilden die Enden des L-förmigen Baukörpers. Die hohe Wohnqualität in Verbindung mit einer sich zurückhaltenden architektonischen Klarheit wird schon beim Betreten des Grundstückes eminent und macht jeden Besuch zur Bereicherung.
Nachdem 1945 die sowjetische Armee das Haus beschlagnahmt hatte, durchlebte es bis 1990 eine wechselhafte Geschichte der Umnutzungen, die von einer Garagennutzung durch die Armee bis zum Wäschestützpunkt der Staatssicherheit der DDR führte. 1990 wurde die gesamte Anlage vom Bezirksamt Hohenschönhausen übernommen und ist seitdem als architektonisches Denkmal der Öffentlichkeit zugänglich.
Die "Freunde und Förderer des Mies v. d. Rohe Hauses e.V." haben es sich zur Aufgabe gemacht, Ausstellungen vor Ort zu organisieren und einen Veranstaltungsort zu etablieren, der sich mit dem öffentlichen Diskurs über Architektur und Kunst beschäftigt. Die dem Inhalt entsprechenden Räumlichkeiten sind offensichtlich bereits vorhanden. Bleibt zu erwähnen, das ein Besuch auch aus ganz anderen Gründen zu erwägen ist: Unter Umständen könnte diese städtebauliche Antwort des Architekten auf zum Großteil schon 1932 vorhandene angrenzende Bebauung einen städtebaulichen Diskurs wieder aufgreifen.
Haus Lemke, Oberseestrasse 60, 13053 Berlin Tel.:9824192
Di.-Do. 13.00-18.00 Uhr Sa.-So. 14.00-18.00 Uhr
Berlin Daily 30.04.2026
Claude Lanzmann und Jean-Luc Godard
19 Uhr: Filmen nach Auschwitz, Buchpräsentation mit Klaus Theweleit (Kulturtheoretiker), moderiert von Katja Nicodemus (Filmkritikerin, Die Zeit). Neuer Berliner Kunstverein | Chausseestr. 128/129 | 10115 Berlin
Mies van der Rohe Haus
von © Stella Hoepner-Fillies
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