(Einspieldatum: 06.04.2016)

Strukturen und Räume - SHIROKI Asako und Liv STRAND im Japanisch-Deutschen Zentrum


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Copyright SHIROKI Asako: Mirroring notes, Installation, 2016, Eiche, Papier, Heftstreifen, 40 × 160 × 40 cm, Foto: SHIROKI Asako

Farbfelder, Buchstaben, Holzelemente, Stoffe – die aktuelle Ausstellung Contiguous Notes im Japanisch-Deutschen Zentrum zeigt Arbeiten von SHIROKI Asako und Liv STRAND, skulpturale Werke und Papierarbeiten, die als künstlerische Notizen miteinander in Korrespondenz treten.

Es sind nicht viele Exponate, die gezeigt werden, doch sie füllen die Räume auf komplexe, sich erst nach und nach erschließende Weise. Die schwedische Künstlerin Liv STRAND nähert sich der abstrakten Welt der Zahlen über das reale Material Papier. In sechs Arbeiten der Serie NON COVER (Letter Parts, imprints, 2013, Druck, Prägung) treten diese allein über die Prägung in den Raum, weiß auf weißem Grund. Dagegen sind die Zahlen auf sechs weiteren Bögen der Serie (Letter Parts, scratched surfaces, Kaltnadel, Prägung) mit feinen Linien gefüllt, die Oberflächen zerkratzt.

Werkabbildung
Copyright Liv STRAND: Textposter (bildhauerische Aspekte), 2014, Foto: Liv STRAND

Strands minimalistische Strukturen stehen den raumgreifenden Objektarbeiten der japanischen Künstlerin SHIROKI Asako gegenüber bzw. ergänzen sie auf lebendige und gleichzeitig zurückhaltende Weise. Die Installation A cabinet unable to hold any secrets (2016, Eiche, Glas, Stoff, Räder) zeigt einen Schrank, der ohne Boden und Abdeckung, ohne Bretter oder Haken als Möbel nicht funktionieren kann. So weist er in seiner Dysfunktionalität auf kunsthandwerkliche Fertigkeiten und die Schönheit der unterschiedlichen Materialien hin.

Auch die kleinen Holzliegestühle der Installation Mirroring notes (2016, Eiche, Papier, Heftstreifen), mit einem über sie hinweglaufenden blauen Papierstreifen verbunden, erzählen keine einfach zu entschlüsselnde Geschichte. Das Werk von SHIROKI „verweigert eindeutige Antworten“, so Dr. Alexander Hofman, Kurator für japanische Kunst am Berliner Museum für Asiatische Kunst, es bewegt sich zwischen Funktionalität und Abstraktion. Vielmehr interessiere sich SHIROKI für Prozesse in und mit räumlichen Strukturen sowie für die Frage, wie Materialien zusammenspielen können. Auch STRAND, deren „künstlerische Praxis dem Umgestalten gewidmet ist“ (Strand über Strand) sucht die Herausforderung mit anderen Medien und wählte für die aktuelle Schau die Folien Zahlen und Buchstaben. STRAND lebt in Stockholm und Berlin, hier wurde ihr vielfältiges Werk bereits im Haus am Waldsee und in den Nordischen Botschaften vorgestellt.

Kennengelernt haben sich beide Künstlerinnen vor einigen Jahren während ihres Aufenthaltes im Künstlerhaus Bethanien. SHIROKI (Jahrgang 1979) schloss 2008 das Studium an der Tokyo University of the Arts ab, sie lebt und arbeitet seit 2013 in Berlin. Die Japanerin entwickelte das Konzept der Ausstellung und wählte STRAND als künstlerische Partnerin. Deren Buchstaben und Sätze, so SHIROKI am Eröffnungsabend, seien ebenfalls Raum bezogene Arbeiten und stünden somit in engem Dialog mit ihren eigenen Installationen. Den Titel Angrenzende Notizen (Contiguous Notes) wählten die Künstlerinnen gemeinsam und weisen auch hier nochmals auf Übergänge und Grenzen in ihren Werken hin.

Werkabbildung
Copyright SHIROKI Asako: Unmounted view, 2016, 252,5 × 177 × 77 cm, Eiche, Nylonschnur, Glas, Foto: SHIROKI Asako

Während SHIROKI die Funktionalität alltägliche Objekte bricht und so deren Strukturen ins Leere laufen lässt oder sie in Installationen auffängt, schafft STRAND in ihren Zeichensystemen Bedeutungszwischenräume, sie spielt mit der Sprache als Medium. Gemeinsam laden die Künstlerinnen ein, ihre künstlerischen Notizen als Begegnung von Skulptur und Grafik, Kunsthandwerk und Text, Form und Inhalt zu entdecken.

Contiguous Notes – Installationen, Papier- und Textarbeiten von SHIROKI Asako und Liv STRAND
22. Februar bis 6. April 2016

Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin
Saargemünder Straße 2
14195 Berlin
jdzb.de

Mo-Do 10-17 Uhr
Fr 10-15.30 Uhr
Eintritt frei


Dr. Barbara Borek

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Für Kurzentschlossene: Heute letzter Ausstellungstag.

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