(Einspieldatum: 16.03.2017)

Ein Universum, ganz anders. Sophia Pompéry in der Galerie Wagner + Partner

Werkabbildung

Sophia Pompéry, Raumansicht, Courtesy Galerie Wagner + Partner

Bilder von randalierenden Terroristen der IS gehen um die Welt, der Kulturvandalismus brennt sich ins Gedächtnis ein. Ein Bild, was einem in heutiger Zeit unwillkürlich durch den Kopf geht, wenn man die Fotografien zerberstender Vasen von Sophia Pompéry in der Ausstellung „Gravitiy is just a Habit“ (10.03. - 22.04.2017) der Galerie Wagner + Partner sieht.

Zum zweiten Mal stellt die Galerie Werke der Künstlerin in einer Einzelausstellung aus. Pompéry, gebürtige Berlinerin (*1984) mit deutsch-ungarischen Wurzeln, studierte an der Kunsthochschule Weißensee und forschte am Institut für Raumexperimente, welches von Olafur Eliasson in Kooperation mit der Universität der Künste Berlin geleitet wurde. Sie macht Installationen, Fotografien, Performances und Skulpturen, wobei der Besucher bisweilen selber interaktiv am Schaffensprozess der Werke teilnehmen kann. Dabei fließen aktuelle politische Geschehnisse in ihre Arbeiten genauso ein wie Philosophie und Physik.

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Sophia Pompéry, Éloges du Vide, (2017), c-print, 100 x 75cm, Courtesy Galerie Wagner + Partner

Im ersten Raum der Ausstellung ist die Fotografieserie „Éloges du Vide“ zu sehen, die die oben erwähnten weißen Vasen in unterschiedlichen Formen auf schwarzem Hintergrund zeigt. Die Bilder sind voller Bewegung, zu erkennen ist der Moment der Zerstörung dieser Vasen - weißer Staub schießt explosionsartig in die Luft, einzelne Scherben liegen zerstreut auf dem Boden. Der Moment, in dem Kunst in Asche verwandelt wird - ein Moment des Aufschreckens. Auffällig ist die Wahl der Vasen, die alle aus der altehrwürdigen Königlich Preußischen Manufaktur Berlin stammen. Das ihnen typische zeitloses Design betont ihren Wert als Kulturträger.

Eine Installation aus unterschiedlich großen Holztafeln mit verschiedenen Ausschnitten der Weltkarte, die mit einer schwarzen Plastikmasse überzogen sind, stehen am Ende des Raumes. Gänzlich übermalt mit schwarzer Tafelfarbe, verschwimmen die Grenzen der Länder und bilden ein großes Ganzes. Die Kontinente ragen aus den Tafeln hervor. In einer kleinen Version der Tafeln, kann sich der Besucher mit einem weißen Buntstift selber ans Zeichnen machen, Grenzen nachfühlen und neue Schaffen. Hierbei wird zugleich die Materialbeschaffenheit der Holztafeln haptisch nachempfindbar. Das Kunstwerk erinnert an die Schultafeln aus “Richtkräfte” von Joseph Beuys, die eine neue Vorstellung von Gesellschaft behandeln sowie auf den Begriff der Sozialen Plastik abzielen. Bei Pompéry hingegen geht es stärker um die Herausforderung der Imagination und die Verschiebung von Wahrnehmung: nichts muss sein, wie es scheint: Schwerelosigkeit ist auch nur eine Gewohnheit.

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Sophia Pompéry, Worlds, 2017, Karten, Holz, Farbe, Kreide, verschiedene Größen, Courtesy Galerie Wagner + Partner

Auch der angrenzende abgedunkelte Raum fordert die Fantasie heraus. Es eröffnet sich die Unendlichkeit des Universums: eine schwarze Metallfolie ist mit Löchern - verbunden durch Linien - versehen, durch die das Licht tritt. Der so auf die Wand projizierter Sternenhimmel lässt nach bekannten Sternbildern suchen. Die Suche bleibt jedoch vergebens, Pompéry hat eigene Sternkonstellationen kreiert und diese mit Namen wie Kopfhörer, Kaffeetassen oder ein Overall benannt. Wie gesagt, es geht darum, Gewohnheiten zu überwinden.

Öffnungszeiten:
mittwochs bis samstags: 13.00 bis 18.00 Uhr

Wagner + Partner
Strausberger Platz 8
10243 Berlin
galerie-wagner-partner.com

Olga Potschernina

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Daten zu Sophia Pompéry:


- Kunstverein Wiesbaden
- LAGE EGAL RAUM FÜR AKTUELLE KUNST

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