(Einspieldatum: 06.04.2017)

Was die Welt im Innersten zusammenhält

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"Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält, ..." so der Faustsche Wunsch nach allumfassender Erkenntnis: zu wissen, wie alles mit allem zusammenhängt. Ein Gedanke, der auch die Geschichte der Alchemie wie ein Leitfaden durchzieht, wie einmal mehr in der aktuellen Ausstellung Alchemie. Die Große Kunst in den Sonderausstellungshallen des Kulturforums deutlich wird. Bei der Ausstellung steht jedoch nicht die historische Aufarbeitung des Begriffs im Vordergrund, sondern vielmehr das Verhältnis von Kunst und Alchemie, ausgehend von der Vor- und Frühgeschichte über die Antike zum Mittelalter, den barocken Wunderkammern bis in die Gegenwart.
Zugleich wird erstmals bei einer Ausstellung mit dieser Thematik ein globaler Blick über den europäischen Raum hinaus auf China, Ägypten, Indien und andere Kulturen geworfen. Viele der rund 200 Exponate vermitteln einen Eindruck davon wie bspw. die Hochzeit von Shiva und Parvati, die die göttliche Alchemie der Vereinigung von Gegensätzen symbolisiert. Neben Skulpturen sind u.a. Bilder und Miniaturen, Hängerollen, Handschriften und Laborbücher, Fotografien und Cyanotypien, Chemogramme und Scanografien und Videos zu sehen.

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Raumansicht, Sarah Schönfeld, Hero´s Journey, 2014

"Alchemie ist etwas mehr als man erfassen kann" erklärt der Kurator Jörg Völlnagel "sie hat sowohl etwas von Naturwissenschaft als auch von Mystik". Die dem Ausstellungskonzept zugrunde liegende Idee basiert darauf, dass Alchemie durch alle Zeiten als Schöpfungsmythos verstanden wurde und somit dem künstlerischen Schaffen wesensverwandt ist. Dabei steht die Transformation in etwas Anderes bzw. Neues als prozessualer Ansatz sowohl bei der Kunst als auch bei der Alchemie im Zentrum. Dass dieser Ansatz bis in die Gegenwart wirkt, zeigt sich in der Ausstellung durch verschiedene Werke zeitgenössischer Künstler und Künstlerinnen, bei denen die Verwandlung des Materials integraler Bestandteil ihrer Arbeiten ist wie bei den Bleibüchern eines Anselm Kiefer oder dem sinnlich leuchtenden Objekt Hero´s Journey von Sarah Schönfeld.

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Raumansicht,

Die Ausstellung, die sich über 800 qm Ausstellungsfläche und zwei Stockwerke des Museums erstreckt, ist in zehn Kapitel unterteilt: Sie beginnt mit Hermes und Merkur: Vater und Gott und zeichnet im ersten Kapitel die Geschichte des römischen Götterboten Merkur (griechisch Hermes / ägyptisch Thor), der u.a. mit Quecksilber assoziiert wurde, und der alchemistischen Gründungsfigur Hermes Trismegistos nach. Das nächste Kapitel widmet sich unter dem Titel Materialkult: Ursprünge der Alchemie den historischen Wurzeln, was u.a. ins Alte Ägypten der 4. Dynastie (2639–2504 v. Chr.) führt, wo sich erstmals die Verwendung eines chemisch synthetisierten Pigments, dem sogenannten Ägyptisch Blau, nachweisen lässt. Es folgen die Kapitel: Innere Alchemie, die den Blick nach China richtet. Dort galt die Ausübung von Alchemie als Kunst von Unsterblichen. Oder Das Stumme Buch: Ein Künstlerbuch über die Große Kunst, das legendäre alchemistische Bilderbuch mit 15 großen Bildtafeln, das nur durch Bilder spricht, um den Betrachter nicht durch Texte abzulenken. Das letzte Kapitel verweist auf Synthetische Welten und endet bei den materialästhetischen Werken der zeitgenössischen Kunst.

Unterbrochen wird die Chronologie durch Querbezüge, die der Besucher – sollte er den Katalog kaufen – zu Hause in Eigenregie fortsetzen kann. Der Katalog – mal nicht in Buchform - entspricht einem Karteikasten. Die Karteikarten mit jeweils einer Abbildung eines der ausgestellten Kunstwerke auf der Vorderseite und einem erklärenden Kurztext auf der Rückseite sind entsprechend der Ausstellung den einzelnen Kapiteln zugeordnet. So kann der Benutzer auch im Nachhinein durch das Kombinieren der Karten und Zuordnungen Bezüge kreieren, die vielleicht vor Ort noch nicht zu entdecken waren, und sich dem Begriff der Alchemie immer wieder aufs Neue nähern.

Die Werke der modernen und zeitgenössischen Kunst stammen u.a. von Carl Andre, Joseph Beuys, Heinz Hajek-Halke, Anselm Kiefer, Yves Klein, Jeff Koons, Alicja Kwade, Joe Ramirez, Sarah Schönfeld, Gerda Schütte, Harry Smith, Natascha Sonnenschein, Rudolf Steiner und Maria Volokhova.


Alchemie. Die Große Kunst
6. April – 23. Juli 2017
Eine Sonderausstellung der Staatlichen Museen zu Berlin in Kooperation mit dem Getty Research Institute, Los Angeles

Öffnungszeiten:
Di, Mi, Fr 10 – 18 Uhr, Do 10 – 20 Uhr, Sa + So 11 – 18 Uhr

Kulturforum, Sonderausstellungshallen
Matthäikirchplatz, 10785 Berlin
www.smb.museum

chk

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