Mit der Gruppenausstellung "Familistère 1" stellt das Kulturzentrum FILIA in Zusammenarbeit mit Kunst-Werke e.V. erstmalig Vertreter der jüngeren griechischen Künstlergeneration- sämtlich in Berlin lebende Künstler- einem breiteren Publikum vor.
Die von Sotirios Bahtsetzis kuratierte Ausstellung umfasst Arbeiten von Dimitris Gizinos, Ioannis Savvidis, Vassiliea Stylianidou, Evanthia Tsantila und Dimitris Tzamouranis.
Die Arbeiten der jungen Generation griechischer Künstler verweigern sich nationalen Zugehörigkeiten. Sie reflektieren Brüche und Diskontinuitäten der eigenen Lebenssituation, bewußte und prononcierte oder unbewußte und verdrängte Zugehörigkeiten zu mehreren kulturellen Wirkungskreisen, die nicht mit den alten Schlagwörtern wie Diaspora, Peripherie und Zentrum oder Kulturexotik zu beschreiben sind.
Im Zeitalter von political correctness versteht sich die Ausstellung als eine Momentaufnahme aktueller Positionen, die Sozialisationsinstitutionen und identitätsstiftende Mechanismen thematisiert, wobei sie kulturelle Hybridität, Konvivialität und Appropriation von Information und Ressourcen, also Aspekte der globalen Zukunft, heraushebt und behauptet.
Die Spannbreite der Ansätze und Arbeitstechniken der beteiligten Künstler ist fast so groß, wie die der gegenwärtigen Trends des globalen Kunstidioms. Inhaltliches Recycling und Mainstream-Kultur als subversive Strategien, die Aufwertung der kollektiven Intelligenz und Aktion statt Autorenschaft, Simulieren von Eroberungsstrategien der Dienstleistungsindustrie und Fingieren von Labels und Identitäten, Fragmentieren des Körpers und des Bildes spiegeln sich in den Werken dieser Künstler.
Dimitris Tzamouranis stellt mit seinen opulenten Dokumentarfilmen und seinen fotorealistisch gemalten, aus Videostils gewonnenen Gemälden den Prozeß der Kunstproduktion in Analogie zu imagestiftenden Marktmechanismen vor und hinterfragt kritisch die Grenzen zwischen medial vermittelter Realität und Fiktion. Dimitris Gizinos manipuliert fotografische Aufnahmen erotischer Akte mit Hilfe überlagerter Beleuchtungen, die er dann mit Aufnahmen von leeren, urbanen Landschaften kontrastiert, um die zeitgenössische visuelle Kultur und die konventionelle Malerei als plakativ und voyeuristisch zu entlarven. Vassiliea Stylianidou untersucht mit ihrer streng stilisierten Videoinstallation das postmoderne Fragmentieren von Identitäten, indem sie das Verschwinden der privaten Sphäre in der Welt der massenmedialen Spaßkultur und der Dienstleistungsgesellschaft thematisiert. Ioannis Savvidis hinterfragt in seinen filmischen, der Rhetorik des Dokumentarischen entlehnten Installationen die aktuelle Beobachtungskultur, die Individuen fiktionalisiert und sie zu Akteuren einer riesigen, anonymen Stadtkulisse macht. Evanthia Tsantila, die in ihrer bisherigen konzeptuellen Arbeit die Konventionen des Kunstkontextes (institutionalisierter Ausstellungsbetrieb, Rezeptionsbeschränkungen) untersuchte, hinterfragt mit Hilfe von Prozessen, die Literatur, Theater, Dokumentarfilm, Installation zusammenfügen, den Gehalt des ästhetischen Erlebnisses nach dem Verschwinden des Kunstobjektes.
Berlin Daily 12.03.2026
Artist Talk: Denkmal Streicheln – Denkmal Hören
19 Uhr: Justin Time und Sabine Ercklentz (Künstler*innen) im Gespräch mit der Dr. Urte Evert (Museumsleiterin) + dem Kurator Dr. Ralf F. Hartmann im ZAK Zentrum für Aktuelle Kunst | Zitadelle | Am Juliusturm 64 | 13599 Berlin
Ausstellungsvorschau: Familistère 1
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