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Berlin Daily 13.12.2019
Künstlerinnengespräch

19 Uhr: mit Virginia de Medeiros mit Lisette Lagnado im Rahmen des Projektes "Virginia de Medeiros – Feministische Gesundheitsrecherchegruppe" zur 11. Berlin Biennale.
c/o ExRotaprint | Bornemannstraße 9, 13357 Berlin

(Einspieldatum: 30.08.2009)

Ceal Floyer: “show” in den Kunstwerken (23.8.-18.10.09)

bilder

10 Eier, Kabeljaufilet, eine Klobürste, Vollmilch, Tortenspitzen, Rettich: Was haben all dieses Dinge gemeinsam? Sie sind weiß. Und sie stehen alle auf einem Supermarktkassenbon, den Ceal Floyer (geb. 1968) in ihrer Ausstellung „show“ in den Kunstwerken präsentiert. Mit Monochrome Till Receipt (White) (1999/2008) zeigt die britische Künstlerin ein Alltagsobjekt, das meist unbeachtet weggeworfen wird - und auf den ersten Blick banal erscheinen mag. Ihr Werk ist jedoch mehr als ein bloßes Readymade. Durch die imaginierte farbliche „Gestaltung“ der aufgelisteten Einkäufe erscheint ein Bild dieser Dinge vor unseren Augen, ein weißes Gemälde, das in einen Dialog mit der Umgebung tritt. Denn weiß ist auch die Farbe der Wand, auf die der kleine Zettel aufgeklebt ist. Die Leere und Reinheit des „white cube“ wird dabei auf witzige Weise gebrochen, mit Joghurt bekleckert.
Ceal Floyers Werke verblüffen oft gerade durch ihre Einfachheit und reduzierte Formensprache. Was auf den ersten Blick unbedeutend und beiläufig erscheint, ruft bei näherem Hinsehen Irritationen hervor. Das Alltägliche bekommt bei Ceal Floyer eine neue, eigene Stimme.

In ihrer Arbeit Things (2009) erklingen durch Lautsprecher aus 50 Sockeln Ausschnitte aus verschiedenen Popsongs. Immer ertönt dabei nur das eine Wort: „thing“. Was sind das für Dinge, die für einen Moment in der Luft schweben? Auf den Sockeln erscheinen Klangskulpturen, immaterielle Ideen - rätselhaft, ungreifbar und flüchtig.
Seien es Lebensmittel, die aufgelistet auf einem Kassenbon erscheinen, oder gesungene, ungreifbare „things“ - die Objekte scheinen sich ihrer Ausstellbarkeit zu entziehen und sind lediglich in unserer Imagination anwesend. So wirken die Räume, Sockel und Wände eigenartig leer – und verweisen gleichzeitig auf sich selbst als Ausstellungs- und Bedeutungsträger. Die Frage nach dem Wesen des „Zeigens“ scheint ihnen anzuheften.

Verhältnismäßig expressiv und bunt erscheint hingegen ihre Arbeit Works on Paper (2009), die den oberen Raum der Kunstwerke schmückt - die Wände sind mit einer Vielzahl schnipselartiger Zeichnungen bedeckt. Jahrelangsammelte die Künstlerin Papiere, auf denen Menschen in Schreibwarenläden Stifte getestet haben. Es sind unbewusst entstandene Zeichnungen, Signaturen, Kritzeleien oder kleine Botschaften, die Ceal Floyer zu einem großformatigen Tableau zusammengefügt hat. Von „Ich war hier“ bis zu kleinen Rechnungen, versteckten Liebesbotschaften und immer wieder Unterschriften und Namen, entsteht ein buntes Gewirr aus alltäglichen Stimmen. Unscheinbare und doch intime Spuren, die von der Künstlerin ins Bewusstsein der Öffentlichkeit getragen werden.

Viele von Ceal Floyers Werken entstehen erst durch unsere eigene Imagination. Sie spielt mit unserer Fantasie, unserer Vorstellungskraft. Sie hinterlässt Spuren auf der Wand, die von uns erst entdeckt und gelesen werden müssen. Im Vorübergehen mag man ihre Werke als einfach, banal, vielleicht lustig abstempeln. Bleibt man jedoch stehen, entfalten sie ihre Poetik auf leise, unaufdringliche Art. Und dann kann sie uns sogar dazu bringen, einen schnöden Einkaufszettel schön zu finden.

Öffnungszeiten:
Di - So 12 - 19 Uhr
Do 12 - 21 Uhr

KW Institute for Contemporary Art
Auguststraße 69
D-10117 Berlin

kw-berlin.de


Verena Straub

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Daten zu Ceal Floyer:


- Art Basel 2013
- Art Basel 2016
- Art Basel Hong Kong 2018
- Art Basel Hong Kong, 2016
- Art Basel Miami Beach 2013
- art berlin 2017
- Biennale Venedig 2009
- documenta 13, 2012
- Esther Schipper, Galerie
- Frieze LA 2019
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- GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen 2015
- Istanbul Biennial, 1995
- Kölnischer Kunstverein
- Lisson Gallery
- Liverpool Biennale 2012
- Manifesta 11, 2016
- MoMA Collection
- Preisträger 2007, Preis der Nationalgalerie für junge Kunst
- Sammlung 20. 21. Jh. Kunstmuseum Basel
- Sammlung MMK, Frankfurt
- Sammlung zeitgenoessische Kunst der BRD
- Singapur Biennale 2011
- UNENDLICHER SPASS, Schirn, 2014
- Zeitblick. Ankäufe aus der Sammlung Zeitgenössischer Kunst der BrD, 2008


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Titel zum Thema Ceal Floyer:

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Vor der Pressekonferenz zur documenta(13) bot Ceal Floyer eine kurze Performance

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