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Berlin Daily 09.12.2019
Bilderbücher als Assoziationsgewebe vom Orient

18 Uhr: Vortrag mit Mareile Oetken im Rahmen der Ausstellung Reisende Erzählungen - Tausendundeine Nacht zwischen Orient und Europa:
Staatsbibliothek | Simón-Bolívar-Saal | Potsdamer Str. 33 | 10785 Berlin

(Einspieldatum: 18.01.2015)

Berlin Mexico Exchange - NEUE SCHULE FÜR FOTOGRAFIE

bilder

Copyright Paulina Figueroa

Die NEUE SCHULE FÜR FOTOGRAFIE zeigt in ihrer aktuellen Ausstellung fotografische Blicke mexikanischer und deutscher Studierender auf die jeweils andere Stadt und ihre Einwohner.

Menschenleer ist der U-Bahnhof Birkenstraße im Berliner Bezirk Wedding in diesen frühen Morgenstunden. Fliesen an den Wänden des Bahnsteigs fehlen, die Neonbeleuchtung verstärkt das Gefühl der Verlassenheit an einem Ort, an dem sich tagsüber die Fahrgäste drängen. Juan Pablo de la Vega (geb. 1986 in Mexiko-Stadt) führt auf seinen vier großformatigen Farbaufnahmen der Serie "U-Bahn" die Betrachter in öffentliche Orte, deren Weite sich durch das Fehlen der Menschen und die gewählte Perspektive in einen beengten Raum wandelt.

Doch auch die Menschen auf den Fotografien von Stefanie Schmid Rincon (geb. 1987 in Hannover) befinden sich im geschlossenen System - dem Luca Libre. Der Künstlerin gelang es, über mehrere Wochen die traditionellen Kämpfe, die in Käfigen stattfinden und bei denen die Männer geschmückte Masken über ihre Köpfe ziehen, zu beobachten und Kontakt zu den Protagonisten aufzunehmen. So entstanden in der Serie "La Luca" sehr intime Aufnahmen, Momentaufnahmen von erschöpften Kämpfern während der Pausen, blutverschmierten Gesichtern oder dem fast bewegungslosen Publikum. Aus allen Perspektiven näherte sich die Fotografin dem Thema, zeigt Szenen in und vor dem Käfig.

Berlin Mexico Exchange ist das Ergebnis eines intensiven und spannenden künstlerischen Austausches zwischen beiden Städten, initiiert von Ricardo Trabulsi, Gründer und Leiter der Academia de Artes Visuales und Marc Volk, Dozent an der Neuen Schule für Fotografie. Im Sommer 2014 besuchte er mit vier jungen deutschen Fotografen Mexico City, einige Wochen später kamen fünf mexikanische Kollegen mit der akademischen Direktorin des AAVI, Beatriz Díaz, nach Berlin. In diesem Jahr soll die Zusammenarbeit weitergeführt werden, so geht die aktuelle Schau, kuratiert von Volk und Díaz, im Anschluss nach Mexiko-Stadt.


Copyright Linus Dessecker

Linus Dessecker (geb. 1985 in München) reiste durch Mexiko und fotografierte im weltweit zweitgrößten Werk des globalen Unternehmens Volkswagen. Es entstand ein Fotobuch, das in den 24-Stunden Rhythmus der zu 80% automatisierten Produktionsvorgänge mit der Kamera die "20%" der Arbeitenden sucht und findet. Die bunten Lebenswirklichkeiten in der nordamerikanischen Metropole fangen die Fotografien von Daniel Büche & Lena Giovanazzi (geb. 1978 in Aachen, 1983 in Müllheim) in ihrer Serie "Viva la Familia" ein. Es sind Einblicke in Wohnungen und Häuser, vom pinkfarbenen Heim über den mit Kreuzen geschmückten Raum einer Großfamilie bis zum lichtdurchfluteten Apartment in einem Hochhaus mit Blick über die Stadt. Die Familie spielt in der mexikanischen Gesellschaft eine Schlüsselrolle, Büche und Giovanazzi nähern sich behutsam den Personen und ihrer Privatsphäre.


CopyrightDaniela Rivas

Auch die in Mexiko-City geborenen Künstler Daniela Rivas Arenas (geb. 1985) und Humberto López Sánchez (geb. 1974) thematisieren mit "Friends of Friends" und "Harmony and Empathy" die Annährung an Menschen, zeigen sie in privaten und doch öffentlichen Momenten. Fadrique Olivares (geb. 1991) bearbeitet in "Parade" Gesichter mit collageartigen Überlagerungen, sie entziehen sich den direktem Blick und somit der Zuordnung. Wie López Sánchez blieb auch Paulina Figueroa (geb. 1991) in Berlin, begab sich in die U-Bahn und nutzte das Überwachungssystem für ihre Arbeit "Video". In verschiedenen Formaten, in Farbe und in schwarz-weiß, scharf gestellt und verpixelt, stellt sich die Frage: Wer beobachtet hier wen?

Die sehenswerte Ausstellung der privaten Berliner Akademie zeigt, dass auch ein enger finanzieller Rahmen ohne staatliche Förderprogramme interessante und vielversprechende Projekte stemmen kann. Mit Erfolg: Ende Februar ist die NEUE SCHULE FÜR FOTOGRAFIE dann mit drei Absolventen in Paris auf der JEEP (Journées Européennes des Écoles de Photographie) vertreten.

Neue Schule für Fotografie
Berlin Mexico Exchange
bis 8. März 2015
Brunnenstraße 188-190
10119 Berlin
Do. - So. 13-18 Uhr
neue-schule-berlin.com


Dr. Barbara Borek

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Titel zum Thema Berlin Mexico Exchange:

Berlin Mexico Exchange - NEUE SCHULE FÜR FOTOGRAFIE
Ausstellungsbesprechung: Menschenleer ist der U-Bahnhof Birkenstraße im Berliner Bezirk Wedding in diesen frühen Morgenstunden. Fliesen an den Wänden des Bahnsteigs fehlen, die Neonbeleuchtung verstärkt das Gefühl der Verlassenheit an einem Ort, ...

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