Foto: Nick Ash / Copyright
Der Wald war die Attraktion bei der gut besuchten Eröffnung der grund_schule der künste: Erst die Schuhe ausgezogen und dann auf dem dicken Teppichboden über den hügeligen, grünen Boden durch die Bäume gelaufen. Raumhoch und mit farbigen, weichen Stoffen umhüllt, bieten die Fächer in ihren Stämmen Platz für viele Kinderbücher. Gestaltet hat diese traumhafte Bilderbuchwerkstatt (Raum für Bildung und Bilder, 2015) Olafur Elíasson.
Die Werkstatt ist Teil eines neuen Projektes der Universität der Künste, das sich als Schnittstelle zwischen Schule und Hochschule versteht und nicht nur durch die Teilnahme des prominenten dänisch-isländischen Künstlers großes Interesse weckt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Kirsten Winderlich sind Räume entstanden, in denen Kinder, Studierende und Lehrende ästhetische und künstlerische Prozesse erleben und gestalten können: von der Garderobe über ein Atelier, ein Studio und eine Forschungswerkstatt bis zur Bibliotheksecke. Arbeitsflächen und bewegliche Module sowie eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien stehen hier zur Verfügung. Gestaltet und ausgestattet wurden die Räume in Kooperation mit der Designerin Judith Seng, das Lichtkonzept entwickelte der Architekt Jan Blieske.
Dass hier die Kinder im Mittelpunkt stehen, ist auch am Eröffnungstag nicht zu übersehen. Die jungen Mitglieder des Staats- und Domchores Berlin sangen vor, zwischen und nach den Reden der Großen. 130 Kinder der Kooperationsschulen saßen im Publikum auf eigens für sie reservierten Plätzen, zusammen mit Lehramtsstudierenden und Dozenten. Die Universität der Künste ist die einzige Berliner Hochschule, an der Lehrkräfte für Kunst und Musik ausgebildet werden, mit dem neuen Bildungsraum soll ihrem Studium nun ein besonderer Baustein hinzugefügt werden. Das Konzept möchte, aufbauend auf der Arbeit der ehemaligen Vizepräsidentin der UdK Prof. Gundel Mattenklott, der künstlerischen Erfahrung im Studium wieder mehr Raum geben.
Ästhetische und künstlerische Bildungsprozesse seien ein grundlegender Bestandteil der kindlichen Entwicklung, und diese dürften nicht länger von der sozialen Herkunft abhängen, betonte auch Staatsministerin Prof. Monika Grütters, Schirmherrin des Projektes. Aus allen Bezirken kommen die Schulklassen, die an der UdK sich und ihre Kreativität neu erfahren können. Die intensive Zusammenarbeit mit ihnen ermöglicht es andererseits den Studierenden, praxisbezogen die Fragen nach der Vermittlung der Fächer Kunst, Musik, Tanz und Theater zu verfolgen. Im Kontext der Kindheitsforschung stehen wissenschaftliche Fragestellungen, die auch die „ästhetische Selbstbildung“ von Kindern untersuchen. Und die Schulen werden ebenfalls unterstützt, ihre künstlerischen Profile zu auszubauen.
Individuelle Zugänge zur Kunst zu beleben, Erfahrungs- und Denkräume zu schaffen – an der UdK eröffnen sich nun sehr konkrete Möglichkeiten, Kinder, so formulierte es Eliasson, im Selbstvertrauen zu stärken, ihre eigene Wirklichkeit zu gestalten. Und, ergänzte Winderlich, es den angehenden Lehrerinnen und Lehrern zu ermöglichen, „ihre eigenen künstlerischen Erfahrungen mit der Perspektive von Kindern zu verbinden und auf diese Weise eine Schulpraxis zu entwickeln, deren Fokus und Motivation die Künste sind.“
Die Prozesse und Ergebnisse der Zusammenarbeit von Studierenden, Lehrenden und Kindern an der UdK werden in einer Schriftenreihe dokumentiert. Band eins: ort & raum (2013) sowie band zwei: material (2014) sind bereits im Athena Verlag erschienen.
grund_schule der künste
Prof. Dr. Kirsten Winderlich
Universität der Künste Berlin
Bundesallee 1-12
10719 Berlin
grundschulekunstbildung.de
Berlin Daily 13.05.2026
Panel-Talk: Zusammen wachsen
19 Uhr: über Künstlerinnen - Netzwerke. U.a. mit Christine Düwel, (GEDOK Brandenburg, IGBK), Katharina Schilling (SALOON Berlin), Zuzanna Skiba (VdBK 1867) im Rahmen der Ausstellung On Her Way. Kunstquartier Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 B
Raum für Bildung und Bilder - grund_schule der künste
von Dr. Barbara Borek
Weitere Artikel von Dr. Barbara Borek




PANDA platforma e. V.

Haus am Kleistpark

Deutscher Künstlerbund e.V.

nüüd.berlin gallery

Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin
Künstlerbiografien
Meldungen art-in.de
- On Nervous Grounds. Zwischen Wahn und Wirklichkeit
- F.C. Gundlach. You’ll Never Watch Alone
- Mediale Berichterstattung zur Venedig Biennale 2026: Signifikante Unterschiede
- Fokus New York und Venedig: Messen, Auktionen und die 61. Kunstbiennale
- Harry Hachmeister. Jetzt weiss ich wo das Taxi ist und werde nicht mehr danach suchen
- With a Little Help from Our Friends
- Collage - aktuelle europäische Positionen