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Hase ist nicht gleich Hase. Photo-Poetics: Eine Anthologie in der Deutsche Bank KunstHalle

von Inge Pett (29.08.2015)
vorher Abb. Hase ist nicht gleich Hase. Photo-Poetics: Eine Anthologie in der Deutsche Bank KunstHalle

Lisa Oppenheim, The Sun is Always Setting Somewhere Else, 2006, Slide projection of fifteen 35 mm slides continuous loop,
Solomon R. Guggenheim Museum, New York. Purchased with funds contributed by the Photography Committee, 2009.60, © 2006 Lisa Oppenheim


Klick. Ein Sonnenuntergang über dem Meer. Klick. Noch ein Abendrot. Dia für Dia wirft der Projektor Bilder eines in Rot- und Orangetönen getauchten Horizontes an die Wand. So enden Hollywoodfilme… So wirken die Seepanoramen, wie Caspar David Friedrich oder William Turner sie auf die Leinwand bannten. Und so beginnen jene berüchtigten Dia-Abende, an denen Freunden bei einem Glas Wein die letzten Urlaubsimpressionen präsentiert werden.

Doch bei diesen Dias sind dort, wo Himmel und Horizont einander berühren, Polaroids zu sehen. Bei genauerem Hinsehen sind Soldaten und Zelte erkennbar, Wüstenlandschaften. In ihrer Arbeit „The Sun is Always Setting Somewhere Else“ (2006) lässt die Künstlerin Lisa Oppenheim die auf der Internet-Plattform Flickr entdeckten Eindrücke amerikanischer Soldaten aus dem Irak und Afghanistan mit dem Horizont von Fire Island, New York, verschmelzen. Eine dunkle Seite schwingt mit, die Poesie ist vordergründig.

Die Arbeit ist bis zum 30. August im Rahmen der Ausstellung „Photo-Poetics: Eine Anthologie“ in der Kunsthalle der Deutschen Bank zu sehen. Die Kuratorin Jennifer Blessing von der Solomon R. Guggenheim Foundation New York betont, dass alle zehn Künstler die fotografische Reproduktion an sich thematisierten: „Und das in einer Zeit, in der Fotografie im Alltagsleben immer ephemerer wird und oft nur ganz flüchtig erscheint, etwa auf dem Display unserer Telefone“. Dabei stünden die Künstler dem Digitalen aber keineswegs ablehnend gegenüber, seien „keine Maschinenstürmer des 21. Jahrhunderts“. Besonderen Wert legt Blessing auf die Eigenständigkeit der künstlerischen Positionen und hat daher Ausstellung und Katalog als Anthologien konzipiert.


Claudia Angelmaier, Betty, 2008, C-Print, gerahmt hinter Diasec, 130 x 100 cm, Solomon R. Guggenheim Museum, New York. Ankauf mit Mitteln des Photography Committee und mit zusätzlicher Unterstützung durch Aaron M. Tighe und Gattin sowie durch Rona und Jeffrey Citrin, 2014.122, © Claudia Angelmaier

Hase ist nicht gleich Hase. Das demonstriert die Künstlerin Claudia Angelmaier in ihrer Serie „Pflanzen und Tiere“ aus dem Jahr 2004. Sie hat Reproduktionen des berühmten „Hasen“-Aquarelles Albrecht Dürers aus zwölf verschiedenen Kunstgeschichtsbüchern zu einem Gesamtwerk komponiert. Verblüffend ist die Bandbreite, in der Farbe und Größe der Abbildungen voneinander abweichen. Und jede von ihnen beansprucht, eine werkgetreue Vorstellung vom Original zu vermitteln … In der aktuellen Serie „Works on Paper“ arbeitet Angelmaier mit Postkarten aus den Museumsshops, die berühmte Werke wie etwa Gerhard Richters „Betty“ abbilden. Sie hat diese von hinten beleuchtet, so dass das Motiv nur noch schemenhaft erkennbar ist. Deutlich lesbar jedoch sind Copyright oder das Logo des jeweiligen Museums.


Elad Lassry, Untitled (Woman, Blond), 2013, C-Print, Nussholzrahmen, Seide, 36,8 x 29,2 x 3,8 cm, Solomon R. Guggenheim Museum, New York. Ankauf mit Mitteln des Photography Committee, 2013.72, © Elad Lassry

Plastisch wie Setzkästen erscheinen Elad Lassrys „Bilder“, die gleichermaßen als Objekt und Abbild fungieren. Grüne Tomaten vor türkisem Hintergrund, eine Katze in einer orangen Schachtel, bunte Eier auf Podesten. Die Arbeiten mit den leuchtenden, satten Farben erinnern in ihrer appetitlichen Ästhetik an die Welt der Werbung. Durch die Präsentationsweise und die bemalten Rahmen Künstler verleiht den Fotos eine neuartige materielle Präsenz.

Wie auch die anderen Künstler in der Ausstellung „Photo-Poetics: Eine Anthologie“ hat Elad Lassry den Fokus auf Wesen, Tradition und Magie der Fotografie gerichtet. Das Ergebnis ist ein sehenswertes Panorama im Spannungsfeld zwischen digitalen Innovationen und nicht mehr verwendeten Techniken. Begleitet vom stetigen Klick des Diaprojektors.

Künstlerliste: Claudia Angelmaier, Erica Baum, Anne Collier, Moyra Davey, Leslie Hewitt, Elad Lassry, Lisa Oppenheim, Erin Shirreff, Kathrin Sonntag, Sara VanDerBeek

Ausstellungsdauer: 10.7.-30.8.2015

Photo-Poetics: Eine Anthologie

Deutsche Bank KunstHalle
Unter den Linden 13 / 15
10117 Berlin
deutsche-bank-kunsthalle.de

Inge Pett

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Titel zum Thema Photo-Poetics:

Hase ist nicht gleich Hase. Photo-Poetics: Eine Anthologie in der Deutsche Bank KunstHalle
Nur noch dieses Wochenende zu sehen ..., hier unsere Ausstellungsbesprechung

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