GEORG GLATZEL, HOPE, (c) GEORGGLATZEl
Die Räume des ehemaligen Nolde Museums am Gendarmenmarkt erwachen für einige Wochen zu neuem Kunst-Leben: Georg Glatzel zeigt mit Unterstützung durch Sankthorst Department seine Arbeiten in einer Verkaufsausstellung. Hochglanz-Fotografien, die es in sich haben. Doppelbelichtung, Perspektivenwechsel, Standortbestimmung. Im Wortsinne.
Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Georg Glatzel wagte einen Neuanfang und verließ nach mehr als 25 Jahren die Welt der börsennotierten Unternehmen und Immobilienwirtschaft. In Anknüpfung an seine Leidenschaft aus früheren Zeiten wandte er sich der Fotografie zu und taucht seit drei Jahren mit der Kamera in Kulissen und Szenarien seiner Wahlheimat New York ein.
Sugar Factory (From the Series New York 180°, Fine Art Master Print auf AluDiabond, 2014) zeigt die Skyline der Stadt, überlagert von den Gebäuden einer alten, mittlerweile abgerissenen Zuckerfabrik. Himmel, Fluss, Bauten und Industrieanlagen sind übereinander geschichtet und fügen sich zu einer neue Komposition. God is with us aus der gleichen Serie (Fine Art Master Print auf AluDiabond, 2015) legt die Fotografien eines Friedhofes und wieder der Skyline übereinander. Die Säulen neben den Grabmälern korrespondieren mit den Hochhäusern und scheinen ineinander zu verschmelzen.
GEORG GLATZEL, HOPE, (c) GEORGGLATZEl
Auch der New Yorker Verkehr und die Bewohner der Metropole hält Glatzel fest. In Morning Crash (Fine Art Master Print auf AluDiabond, 2015) schieben sich gelbe Taxis, Personenwagen, Menschen und Reklametafeln übereinander. Dichte und Intensivität der Millionenstadt auf Hochglanzformat.
Glatzel, geboren 1961 in Hamburg und heute in Heidelberg und New York lebend, verwendet die fotografische Technik der Doppelbelichtung, die ihm einen zweifachen Blick ermöglicht. Auf seinen Spaziergängen durch die Stadt, von einer Dachterrasse, am Ufer des Flusses, nimmt er ein Motiv auf, dreht sich dann um genau 180° und fotografiert die gegenüberliegende Situation. Mit der Überlagerung beider Aufnahmen entsteht so ein dritter Blick, festgehalten auf großformatigen Abzügen. Glatzel bedient sich einer künstlerischen Sprache mit Tradition: Bereits der US-amerikanische Fotograf Edward Steichen arbeitete in den 1930er Jahren mit Doppelbelichtungen, und die junge New Yorkerin Daniella Zalcman, vertreten über LUMAS, legt eine Fülle von Stadtaufnahmen vor, in denen sie New York und London verschmelzen lässt.
Mit seinen Fotografien betritt der Autodidakt Georg Glatzel eine neue berufliche Bühne und legt nach bereits drei Jahren ein beträchtliches Werk vor. Seinen Weg als Künstler beschreitet er professionell und geradlinig, seine Managerkarriere kommt ihm dabei sicherlich in mancher Hinsicht zugute. Schon auf der Eröffnungsfeier der Pop-up Ausstellung, mit DJane und edlem Catering, wurde klar: Hier versucht einer mit internationalen Beziehungen, finanzieller Unabhängigkeit und künstlerischem Engagement neue Perspektiven zu entwickeln. Anknüpfend an seine Biografie beschreibt er mit seiner Kunst keine komplette Kehrtwende, sondern zeigt, dass sich Lebensmodelle überlagern können. Um 180°.
Georg Glatzel 180°
Bis 31. Januar 2016
Sankthorst Department
Jägerstraße 55
10117 Berlin
georgglatzel.com
sankthorst.com
Gradwende - Georg Glatzel bei Sankthorst Department
von Dr. Barbara Borek
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