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Berlin Daily 16.12.2019
Denkerei-Veranstaltung:

19.30 Uhr: Einheit durch Verschiedenheit statt Einheit aus Verschiedenheit. Im Rahmen der Reihe „Europa fällt? Europa bleibt!“
Verein Berliner Künstler | Schöneberger Ufer 57 | 10785 Berlin Tiergarten-Mitte

(Einspieldatum: 19.12.2018)

Local Histories

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Installationsansicht „Local Histories”, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, 2018/2019 mit Werken von Paul McCarthy, Tony Smith und Richard Jackson, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 / Richard Jackson / Courtesy the artist and Hauser & Wirth / Paul McCarthy / Courtesy the artist and Hauser & Wirth / 2018 The Estate of Tony Smith / Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Thomas Bruns

Die Rieckhallen im Hamburger Bahnhof laden in den nächsten Monaten zu einem kuratorischen Experiment ein: Die aktuelle Sonderausstellung führt in neuer Zusammenstellung durch die Sammlungen der Friedrich Christian Flick Collection und der Nationalgalerie, ergänzt durch einige auswärtige Leihgaben. Ausgangspunkt für die knapp 100 Werke umfassende Ausstellung ist der 1964 erschienene Text von Donald Judd: In LOCAL HISTORIES. Hier grenzt sich der New Yorker Künstler und Kunstkritiker von traditionellen Bewertungsmustern in der Kunst ab, vor allem vom dominierenden abstrakten Expressionismus und stellt die lokale Szene sowie die Verbindungen unter den Künstler_innen in den Mittelpunkt.

Abstrakter Expressionismus ist tot – so lautet dann auch gleich die Überschrift der Tafel in Raum 1, das erste von insgesamt zehn Kapiteln, in die die Ausstellung gegliedert ist. Judd ignoriert „grundlegende Kategorien … wie Figuration versus Abstraktion oder Skulptur versus Malerei“, ihn fasziniert die räumliche Wirkung nicht nur von Objekten, auch von Farben, Kompositionen und Materialien. Seine Kunst-Raum-Wahrnehmungen sind Basis der Ausstellung und vereinen hier beispielsweise das quadratische Ölgemälde von Josef Albers Hommage to the Square: On the way (1959, Öl auf Masonit), Frank Stellas Sanbornville I (1966, Fluoreszierende Farbe, Alkydharz, Epoxidfarbe auf Leinwand), das Halbrelief von Lee Bontecou Untiteld (1960, Auf Stahl montierte Leinwand, Pergament und Kunststoff) sowie Big E von John Chamberlain (1962, Karosseriestahl, lackiert). Das verbindende Element sind die konzeptuellen Experimente der teilweise noch jungen Künstler_innen.

Die ausgewählten Gemälde, Objekte und Grafiken führen Raum für Raum weiter in die Kunstszenen von New York und Düsseldorf der 1960er- und 1970er-Jahre, Berlin und Köln der 1980er- und Los Angeles der 1990er-Jahre. Diese sollen, so die Kuratorin Matilda Felix, „in den Kontext ihrer Entstehung“ gebracht werden. Die ausgewählten Städte markieren Wohn- und Arbeitsorte der Künstler_innen; Freundschaften und Netzwerke sowie thematische Verbindungen sind weitere Parameter. Ergänzt werden die Exponate von Schauvitrinen mit zeitgenössischen Kunstzeitschriften und -büchern. Doch in den Weiten der Halle verlieren sich die Spuren und Zusammenhänge, es braucht einiges an Konzentration. Für Besucher_innen, denen die Positionen sehr vertraut sind, sicherlich ein schönes Wiedersehen der Werke. Als offene Begegnungsmöglichkeit mit den lokalen Szenen der Städte im Laufe der Jahrzehnte – so Judds Plädoyer – eine nicht unbedingt erfolgreiche Unternehmung.

In Raum 5 versammeln sich Arbeiten aus der Galerie Konrad Fischer, gegründet vom Konzeptkünstler Konrad Lueg, der in seinen Räumen dem deutschen Publikum sowohl Studienkollegen wie Gerhard Richter oder Sigmar Polke als auch New Yorker wie Bruce Naumann oder Dan Flavin präsentierte. Gezeigt werden in der Ausstellung beispielsweise die Installation von Carl Andre 07515 Karlsplatz (1992, Holz, Rot-Zeder) sowie das Open Cube/Corner Piece (1965, Aluminium, einbrennlackiert) von Sol LeWitt. Weiter geht es in die Kunstszene von Los Angeles mit Arbeiten von Paul McCarthy wie der Picabia Sculpture, The Idol (1997-1999, Silikon) oder der Installation Fucking Picabia Cars with Ejection Seet von Jason Rhoades (1997/2000, Holz, Metall, Textilien, Kunststoff, Felle, Gummi, Notebooks).

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Installationsansicht „Local Histories”, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, 2018/2019 mit Werken von Cindy Sherman, Jenny Holzer und Barbara Kruger, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 / Cindy Sherman / Courtesy of the artist and Metro Pictures, New York / Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Thomas Bruns

Auch wenn das Konzept nicht so ganz überzeugt, die Ausstellung ist trotzdem einen Besuch wert. Schon wegen der gut ein Viertel der Exponate ausmachenden Positionen von Künstlerinnen wie Isa Genzken, die u.a. mit einer aktuellen Serie vertreten ist (Ohne Titel, 2017, Klebeband auf Aluminium), Arbeiten von Louise Lawler (Cibachrome, 1986, Farbfotografie) oder Rosemarie Trockel (Untitled, 1985, Wolle auf Leinwand, Plexiglas Rahmen). Barbara Kruger (Gib’ acht auf den Moment wenn Stolz sich in Verachtung wandelt, 1990, Siebdruck auf Papier, gerahmt), Jenny Holzer (Laments: I AM A MAN, 1987, Rotes und gelbes LED und Verkabelung oder Cindy Shermann (Untiteld #123, 1983, Farbfotografie) werden gezeigt – alle vertreten von der Kölner Galeristin Monika Sprüth. Das von ihr herausgegebene Magazin Eau de Cologne diente als Katalog für die Ausstellungen in der Galerie, die ab 1985 ausschließlich Werke von Künstlerinnen zeigte.

Eine Publikation mit Installationsansichten erscheint erst im April 2019. So könnte man auf die Idee kommen, dass es sich bei der Ausstellung eher um ein Füllen der gigantischen Ausstellungsfläche handelt. Doch es lohnt durchaus, sich selbst ein Bild zu machen, um vielleicht auf der Kuratorenführung am 16. Januar 2016 (16.30 Uhr) ins Gespräch zu kommen.

Local Histories
15. Dezember 2018 – 29. September 2019

Di, Mi, Fr 10 – 18 Uhr
Do 10 – 20 Uhr
Sa + So 11 – 18 Uhr

Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart
Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Sonderausstellung der Nationalgalerie


Invalidenstraße 50/51
10557 Berlin
www.smb.museum

Barbara Borek

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Local Histories
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