Das Institut für Strategieentwicklung (IFSE) veröffentlichte gestern unter Leitung von Hergen Wöbken (Geschäftsführer IFSE und Autor der Studie) die Ergebnisse seiner dritten bundesweiten Galerienstudie 2025. Zwölf Jahre nach der ersten Erhebung liefert die neue Untersuchung, an der über 150 Galerien teilnahmen, einen Überblick zu Strukturen, Leistungen und Wirtschaftlichkeit im deutschen Galerienmarkt.
Deutsche Galerien, von denen es rund 700 gibt, werden laut Hergen Wöbken unterschätzt und finden im öffentlichen Diskurs zu wenig Beachtung. Schließlich schufen Galerien im Jahr 2024 zwischen 3.000 und 5.000 Arbeitsplätzen, veranstalteten über 4.000 Ausstellungen und wurden von zwei Millionen Menschen besucht. Zudem vertreten die Galerien rund 14.600 Kunstschaffende, darunter 41 Prozent Frauen, deren Anteil seit 2020 um sechs Prozentpunkte gestiegen ist.
Dennoch ist der Blick in die Zukunft alles andere als positiv, denn der Szene machen Generationswechsel und die ökonomische Situation zu schaffen. So lag der Gesamtumsatz aller Galerien geschätzt bei 600 Millionen Euro – deutlich unter den 890 Millionen Euro der Galerienstudie 2020. Über die Hälfte der Galerien erzielt einen Jahresumsatz von unter 400.000 Euro. 28 Prozent liegen im mittleren Segment zwischen 400.000 und 1,5 Millionen Euro und nur 13 Prozent überschreiten die Marke von 1,5 Millionen Euro. Der durchschnittliche Rohertrag, definiert als der Anteil des Gesamtumsatzes, der nach Abzug aller Kosten verbleibt, beträgt dabei rund 30 Prozent. Übrigens spielen digitale Formate bzw. Online-Geschäfte im Vergleich zum internationalen Markt nur eine untergeordnete Rolle. Ihr wirtschaftlicher Effekt bleibt begrenzt. Die anfängliche Euphorie um Phänomene wie Non-Fungible Tokens (NFTs) hat sich gelegt.
Ein Generationenwechsel stellt für viele alteingesessene Galerien eine große Herausforderung dar, was ihre Zukunft zusätzlich unsicher macht. So planen 49 Prozent der Galerien eine Übergabe in den nächsten Jahren und nur 17 Prozent verfügen bislang über eine konkrete Nachfolgeregelung.
Die Marktsituation bleibt, laut Wöbken, angespannt und wird sich vermutlich noch verschärfen: „Der eigentliche Konsolidierungsprozess steht uns erst bevor“, so Wöbken. Viele Galerien verlangen verbesserte Rahmenbedingungen, da sie durch unklare politische Regelungen – wie die zum Geldwäschegesetz oder zur Kunstbesteuerung – belastet werden.
Die vollständige Studie ist auf der Webseite des IFSE veröffentlicht:www.ifse.de.







