Abb.: Henrike Naumann, Foto: Victoria Tomaschko

Mit Betroffenheit haben wir erfahren, dass die Künstlerin Henrike Naumann letzten Freitag im Alter von nur 41 Jahren gestorben ist.
Uns erreichte ein letzter Gruß, den zwei ihrer Freund:innen weiterleiteten. Darin heißt es:

"Henrike hat uns gebeten, allen Menschen, die sie auf ihrem Weg begleitet haben, einen letzten Gruß zu schicken. Sie hat sich bei allen Schritten ihres Lebens mit geliebten Menschen umgeben, alle mitgenommen und mit ihrem fürsorglichen Wesen verbunden. Sie liebte es, Kunst zu machen, Ausstellungen aufzubauen, Kunstgeschichte zu studieren und zu schreiben. Sie sprühte vor Ideen und hatte noch so viele Pläne, wollte noch so viele Menschen kennenlernen und ihre Tochter aufwachsen sehen."

Die diesjährige Ausstellung mit ihr anlässlich der Kunstbiennale von Venedig wird trotzdem stattfinden. Zusammen mit Sung Tieu wurde Henrike Naumann von der Kuratorin Kathleen Reinhardt ausgewählt, den Deutschen Pavillon zu bespielen.
Ihre Installationen boten auch uns immer wieder Anlass zu anregenden Diskussionen: auf der documenta 15 (2022), in den KW Contemporary oder letzten Sommer auf dem Kunstfestival Begehungen in Chemnitz. Henrike Naumann untersuchte die Spuren der sozialen, politischen und ökonomischen Transformation. Dabei beleuchtete sie klug die historische Verantwortung sowie die Rolle individueller und kollektiver Handlungsmacht aus der Perspektive einer jungen Generation.

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Ausstellungsansicht: Henrike Naumann, Bergarbeiterkneipe, 2018, Installation: Möbel, Gemälde, Grubenlampe und Uhr, Kunstfestival Begehungen, Foto: art-in-berlin

Henrike Naumann wurde 1984 in Zwickau (DDR) geboren. Sie lebte und arbeitete in Berlin.