Am 15. März 2026 ist der Kunstsammler und Mäzen Egidio Marzona (* 1944 in Bielefeld) verstorben. Seit den späten 1960er Jahren sammelte er zeitgenössische Kunst. Schwerpunkt: Concept Art, Minimal Art, Arte Povera und Land Art. Neben Kunstwerken u.a. von namhaften Künstler:innen wie Joseph Kosuth, Daniel Buren, Giulio Paolini, Tacita Dean, Hamish Fulton, Hanne Darboven, Mel Bochner umfasst die Sammlung Bücher und Zeitschriften, Plakate, Schallplatten, Filmen, Fotografien und Briefen. Egidio Marzona war Galerist in Bielefeld und Düsseldorf und gab ab den 1970er Jahren als Verleger seiner Edition Marzona Publikationen zu den Themen Bauhaus, Fotografie, Typografie und Architektur heraus. Danach beschäftigte er sich zunehmend als Sammler.
Seine Sammlung ist eine der umfangreichsten Sammlungen zur Kunst des 20. Jahrhunderts. Sie ist heute im Archiv der Avantgarden in Dresden und der Stiftung Preußischer Kulturbesitzin Berlin untergebracht ist.
Bereits 2002 kaufte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz 213 Werke der Sammlung Marzona für die Nationalgalerie und das Kupferstichkabinett an. 2014 konnte der Bestand durch Marzonas großzügige Schenkung um 372 Werke erweitert werden.
2016 schenkte er sein Archiv zu den Avantgarden des 20. Jahrhunderts und die dazugehörige Sammlung dem Freistaat Sachsen. Für die 1,5 Millionen Objekte umfassende Schenkung ließ der Freistaat das Blockhaus an der Elbe in Dresden umbauen.
Anfang Mai 2024 wurde das Archiv der Avantgarden (ADA) als neues Museum und Forschungseinrichtung in Dresden eröffnet.
Es ist Teil der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und wurde bereits im Jahr seiner Eröffnung von der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikverbandes AICA zum Museum des Jahres gewählt.
2018 wurde die „Marzona Stiftung Neue Saalecker Werkstätten“ mit Sitz in Naumburg (Saale) ins Leben gerufen.
Zuletzt berichteten wir auf art-in-berlin über sein ganz wunderbares Archiv der Avantgarden (ADA) in Dresden: art-in-berlin.de/marzona








