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(Einspieldatum: 18.03.2018)

Licht und Schatten. Yves Guhl in der Morgenstern-Galerie

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Yves Guhl, "Keep on rolling", 2017, Acrylic on canvas, 120 cm x 100 cm, © Yves Guhl

Problemlos passiert ein kleiner Junge auf seinem roten Spielzeugauto vermummte Soldaten, die ihm sogar den Weg weisen. Er befindet sich auf einem US-Flugzeugträger. Eine absurde Vorstellung? „Nicht absurder als die Idee des Krieges“, findet der Künstler Yves Guhl, der in der Morgenstern-Galerie mit „Yves Guhl: Malerei | Paintings“ (23. Februar bis 13. April 2018) zum ersten Mal seine Werke in Berlin präsentiert.

Die Morgenstern-Stiftung widmet sich der zeitgenössischen Kunst, aber vor allem auch deren Urhebern, denen es nicht so gut geht. 2009 wurde sie von Andreas Bromba gegründet und hilft mit Geld- sowie Sachspenden bildenden Künstlern, die durch Krankheit oder Unfälle in Not geraten sind. Das in dieser Form einmalige Projekt findet in der Morgenstern-Galerie eine sichtbare Repräsentanz in der Öffentlichkeit.

Dabei sind die ausstellenden Künstler jedoch nicht nur in Not geratene. Ein weiteres Anliegen der Stiftung ist es nämlich, für einen möglichen Anschub in der Karriere zu sorgen. Diese Möglichkeit bekommt nun der norwegisch-deutsche Künstler Yves Guhl. Ursprünglich ausgebildeter Grafiker fand er nach jahrelangem Arbeiten in der Werbebranche durch die bildende Kunst einen Weg, seine Leidenschaft auszudrücken.

Werkabbildung
Yves Guhl, "Doves", 2017, Acrylic on canvas, 120 cm x 100 cm, © Yves Guhl

Guhls Arbeiten haben eine grafische, klare Bildsprache. Das Ergebnis sind mittel- bis großformatige Acrylbilder. Der Einfluss der Pop-Art ist offensichtlich: die bunt gehaltene Referenz zur Welt des Konsums ist allgegenwärtig. Guhl überlässt dem Betrachter die Entscheidung, ob er seine Werke als Auffrischung oder eine Fortsetzung der Kunstrichtung versteht: „…denn immer nur die Campbell-Dosen zu sehen, kann langweilig werden“, bemerkt er lächelnd. Das Wichtigste sind ihm jedoch die Signale, die sie in die Welt senden. „In allen Werken steckt ein tieferer Sinn, eine Doppelbedeutung - es soll um die Ecke gedacht werden.“

Guhl hat mit seinen Werken eine klare Botschaft, oft politischer Natur. Wie auch bei “The Beach”. Das Werk ist in Anlehnung an die Benetton Werbung der 90er Jahre entstanden und bezieht sich auf Bilder des toten Jungen Aylan Kurdi, die 2015 durch die Medien gingen und sich dem Künstler - sowie wohl jedem von uns - ins Gedächtnis brannten.

Es ist eine schwierige Gratwanderung, künstlerisch auf solche Ereignisse einzugehen. Prominentestes Beispiel ist sicher der chinesische Künstler Ai Weiwei, der für die auf einem Foto festgehaltene Nachstellung des toten Aylan Kurdi von der Kunstkritik abgestraft wurde. Guhl wählt einen anderen Weg.

Werkabbildung
Yves Guhl, "The Beach", 2018, Depiction on acrylic/Canvas, 140cm x 70cm, © Yves Guhl

In den Galerieräumlichkeiten schmücken Sonnenblumen die Fensterbank, Efeu rankt am Treppengeländer entlang. Mittendrin steht eine Staffelei, darauf die Botschaft: „In a world full of shit I refuse to paint fucking sunflowers”. Alles zusammen soll die Licht- und Schattenseite der Welt repräsentieren. Sonnenblumen referieren auf das Leben und das Wärmende, Efeu erinnert Guhl an die Überwucherung von Gräbern. Es ist das Zusammenspiel von Schwarz und Weiß, die Gegensätze, die ihn fesseln und in dieser Form ihren Ausdruck finden.

„Künstler sehen sich heute oft konfrontiert mit Vorwürfen: „Wo bleibt euer Eigenanteil an politischen Geschehnissen?“ werdet ihr gefragt.“ so Andreas Bromba, Initiator und Vorstand der Morgenstern-Stiftung. Yves Guhl hat diese Behauptung nicht auf sich sitzen lassen und versucht mit seiner Kunst, eine Stimme in der Öffentlichkeit zu finden.

Morgenstern-Galerie
Budapester Straße 14
D-10787 Berlin
morgen-stern.com/

Öffnungszeiten: donnerstags, freitags 16 - 19 Uhr, nach Vereinbarung.

Olga Potschernina

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