(Einspieldatum: 18.03.2004)

Mobile Museen - Modell für ein Künstlermuseum auf Reisen???

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Ähnlich dem Konzept "Schneller Wohnen", das durch eine temporäre Nutzung innerstädtischer Brachflächen traditionelle Wohnformen hinterfragen will (s. Interview realarchitekten), sieht das Ausstellungskonzept "Mobile Museen" in einer kurzzeitigen Verortung von Kunst an ungewöhnliche Orte und durch den Einsatz modularer Bausysteme eine Entgegensetzung zum herkömmlichen Museumstyp. Darüber hinaus will man die ästhetische Erfahrung verändern, so dass das vermeintlich gewohnte Bild von Stadträumen neu wahrgenommen wird. Ziemlich selbstbewußt behaupten die Ausstellungsmacher, dass "die Mobilen Museen die konsequente Fortführung unseres Zeitalters der Musealisierung und Mobilität (sind), sowie der Generierung von Kommunikation". Nach dem Besuch der Ausstellung lässt sich ein gewisser Unmut über aufgesetzte Theorien nicht verleugnen. Das heißt aber nicht, dass hier keine interessanten künstlerischen Arbeiten zu finden sind.

Jedem Künstler wurde ein modularer Bausatz aus recycelten PVC Platten zur Verfügung gestellt, der eine max. Raumgröße von 10 qm ermöglichte. Struktur, Nutzung oder Ausbau lag in den Händen der Künstler. Ausstellungsort ist der Potsdamer Platz: Ecke Stresemannstraße / Alte Potsdamer Straße. Entstanden sind 4 Container bzw. begehbare Räume, die als Museum bezeichnet werden, wie bspw. der von Caroline von Grone einsehbare Kubus mit dem Titel "Ichs am Potsdamer Platz", in dem sie mit Hilfe einer Glasscheibe, Staffelei und Malutensilien die Umgebung und modellbereite Passanten als Spiegelungen malen will.
Wesentlich interssanter erscheint da der von Franka Hörnschemeyer gestaltete Raum. Im Inneren hat sie auf einer Grundfläche von zehn Quadratmetern 45 vom Boden bis zur Decke reichende Wandelemente installiert. Die Wände sind in ihrer Achse beweglich und erinnern im ersten Moment in ihrer labyrinthartigen Anordnung an ein Spiegelkabinett. Die Besucher sind irritiert und befremdet zugleich, stoßen aneinander, kommen sich zu nahe und suchen entweder schnellstmöglich den Ausgang oder entdecken durch das Bewegen der Elemente immer wieder neue Raumkonstellationen. Vielfalt wird hier nicht nur durch ein gut durchdachtes Konzept geschaffen, sondern auch durch die Einbindung des urbanen Kontextes, der innen und außen präsent erscheint.

Unmittelbar sinnlich erfahrbar funktioniert auch die Lichtinstallation von Hans J. Wiegner, die den vom Tageslicht in Wiegners unterschiedlichen Farbräume eintauchenden Betrachter atmosphärisch einhüllt und dem Alltagsgrau entreißt.



Weiterhin ist eine Arbeit der Künstler Gilbert Bretterbauer & Hans Joachim Roedelius zu sehen. Sie kleiden ihren Raum textil mit Teppichen und Vorhängen ein, beschallen ihn Musik und zeigen eine Lichtskulptur von Isamu Noguchi, die das beleuchtete Zentrum bildet und den Betrachter zum kurzen Verweilen auffordert.
Im Gegensatz zu den bisher genannten Künstlern beschäftigt sich Thomas Locher mit der Außenfläche eines der Container. In großflächigen, schwarzen und blauen Buchstaben zeigt er den Schriftzug "Von A nach B", durch den er mal als Zeichnung, mal als architektonisches Element mal als Schrift das gesamte "Museumensemble" einbezieht.
In einem weiteren Raum, der den Titel "Mobiles Museums Studio" tägt, findet ein wechselndes Programm begleitend zur Ausstellung statt (infos unter: mobile-museums.com ).

Eröffnung: 18. März 2004 - 18 Uhr

Ausstellungsdauer: 19.3. - 30.3.2004
Öffnungszeiten: 10 Uhr bis 20 Uhr

Standort: Potsdamer Platz: Ecke Stresemannstraße / Alte Potsdamer Straße.
weitere Stationen: Wien/Eröffnung: 4. April 2004 - 17 Uhr und Barcelona Mai 2004

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