Was umgangssprachlich gerne als „Vitamin B“ betitelt wird und heute immer wieder als unersetzbar für den Einstieg in die Berufswelt gepriesen wird, betrifft in der Kunstwelt nicht nur Galeristen, Kuratoren und Journalisten, sondern ebenso die Kunstschaffenden selbst. Eine Institution, die Nachwuchskünstlern aus der ganzen Welt über das Studium hinaus helfen möchte, sich weiterzuentwickeln und ihre Arbeiten zu präsentieren, vor allem aber Netzwerke zu spinnen, ist die Berliner Akademie der Künste mit ihrem internationalen Stipendiatenprogramm Junge Akademie.
Den Beginn des diesjährigen Monats der Stipendiaten haben am vergangen Dienstag AdK-Vizepräsidentin Nele Hertling, Renate Schubert (Leiterin der Jungen Akademie), Gerd Rische (Leiter des Studios für Elektroakustische Musik der Akademie der Künste) sowie Akademie-Mitglied, Künstler und Musiker Eberhard Blum gemeinsam mit den drei Stipendiaten Anton Gonopolski, Maria Mohr und Silvana Santamaria zum Anlass genommen, um ihr bereits seit 2007 bestehendes Programm einem kleinen Kreis von Journalisten ausführlicher vorzustellen.
Die Akademie der Künste versteht ihr Förderprogramm als weiterführenden Dialog, von dem beide Seiten gleichsam profitieren: „jungen Künstlern die Chance zu geben, mit den Akademie-Mitgliedern ihre Möglichkeiten zu testen“. Denn letztere nehmen die Funktion eines Mentoren für die Stipendiaten ihres Fachbereiches ein.
Der Akademie wiederum bietet sich so die Möglichkeit zur verstärkten Auseinandersetzung mit zeitgenössischer, experimenteller Kunst, so die Vizepräsidentin. Teil des Konzepts sind jedoch ebenso der vielfältige Kontakt mit der Öffentlichkeit durch diverse Veranstaltungen als auch zwischen den Künstlern selbst, der bestenfalls zu interdisziplinären Kollaborationen führt.
Neben den von der Akademie eigenfinanzierten Stipendien in Berlin und der Villa Serpentara im italienischen Olevano Romano können ausgewählte Künstler durch drei private Förderprogramme wesentlich unterstützt werden: dem Schublach-Hirschmeier-, dem Ellen-Auerbach- als auch dem Saarland-Stipendium. Zeiträume und Stipendienhöhe unterscheiden sich dabei stark untereinander. Das Berlin-Stipendium etwa wird jährlich an zwölf Künstler vergeben und sieht einen Förderungspreis von 5.000 Euro vor, der um weitere Programm- sowie Projektmittel ergänzt wird. Das Archiv sowie das Studio für Elektroakustische Musik können zudem kostenfrei genutzt werden; auch die Ateliers der Akademie stehen zum Arbeiten und Wohnen zur Verfügung.
Als „Luxus“, als „Freiraum, in dem man sich noch mal ausprobieren kann“, bevor es in den harten Alltag eines Künstlers geht, bezeichnet Nele Hertling das Angebot der Akademie der Künste und auch die Stipendiaten selbst betonen nicht nur die finanzielle Entlastung, sondern ebenso die Bedeutung der neu geknüpften Kontakte. Entsprechend anspruchsvoll ist das Auswahlverfahren. Eine Eigenbewerbung ist in der Regel nicht möglich, sondern die Stipendiaten werden durch Akademie-Mitglieder, Fachleute oder internationale Kuratoren empfohlen, um anschließend durch eine Mitgliederjury der Fachbereiche ausgewählt zu werden.
In der Ausstellung „Junge Akademie 2011“, die im Anschluss eröffnet wurde, stellen derzeit vier Stipendiaten ihre aktuellen Projekte vor. Die Schau ist noch bis zum 8. Mai in der Black Box am Pariser Platz zu sehen.
Beteiligte Künstler: Tanja Kwapil (Saarland-Stipendiatin 2010, Bildenden Kunst), Anton Gonopolski (Berlin-Stipendiat 2010, Bildende Kunst), Maria Mohr (Villa-Serpentara-Stipendiatin 2011, Film- und Medienkunst) und Silvana Santamaria (Berlin-Stipendiatin 2010, Film- und Medienkunst).
Abbildung: Anton Gonopolski „28½ opera-seria“, Opernfilm 2011,
Filmstill © Anton Gonopolski
Öffnungszeiten der Ausstellung:
Di – So 11 – 20 Uhr
Ausstellung:
Akademie der Künste
Black Box
Pariser Platz 4
10117 Berlin
Junge Akademie
Hanseatenweg 10

10557 Berlin
adk.de/jungeakademie
Berlin Daily 24.01.2026
Christian Marclays „The Clock“
ab 20 Uhr: Rund-um-die-Uhr-Screening zum Ausstellungsfinale Neue Nationalgalerie | Potsdamer Straße 50 | 10785 Berlin
Was macht eigentlich die Junge Akademie der Berliner Akademie der Künste ?
von Teresa Köster
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