Zahlreiche Glasscheiben der Lichtdecke – hier oberhalb des Ischtartors – sind defekt oder stark verschmutzt. Dies beeinträchtigt die natürliche Beleuchtung der Ausstellungsobjekte. Netze verhindern, dass sich lösende Scheiben herunterfallen. Quelle: BBR / Peter Thieme

Das Pergamonmuseum wird ab Oktober 2023 komplett für Besucher*innen geschlossen, um die Grundinstandsetzung im Rahmen des „Masterplans Museumsinsel“ wie geplant fortzusetzen. Dies kündigte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung diese Woche an.

Die Grundinstandsetzung "Pergamonmuseum" teilt sich in zwei Bauabschnitte, die als zwei separate Projekte in den Zeiträumen von 2013 bis 2025 (Bauabschnitt A) und 2024 bis 2036 (Bauabschnitt B) durchgeführt werden.

Der Bauabschnitt A umfasst den Nordflügel des Gebäudes sowie den Mittelteil mit dem Hellenistischen Saal und dem Pergamonsaal. In Zukunft befindet sich im Nordflügel das Museum für Islamische Kunst und im Mittelteil die Großobjekte der Antikensammlung. Die Fertigstellung des Nordflügels ist weiterhin für 2025 avisiert, mit der Wiedereröffnung wird im Frühjahr 2027 gerechnet.

Für den zweiten Bauabschnitt (Bauabschnitt B), der die Sanierung des Südflügels, die Errichtung eines vierten Flügels und die Anbindung an die übrigen Häuser der Museumsinsel umfasst, wird im Herbst 2023 mit vorbereitenden Maßnahmen und 2024 mit den Bauarbeiten begonnen.
In dem betreffenden Gebäudeteil befinden sich das Museum für Islamische Kunst, das Vorderasiatische Museum und der zur Antikensammlung gehörige Miletsaal.

Für die beschlossene Baumaßnahme werden Kosten in Höhe von 722,4 Millionen Euro veranschlagt. Zusätzlich sind Kosten in Höhe von rund 295,6 Millionen Euro für Risiken und Baupreissteigerung während der Baumaßnahme prognostiziert.

Während der Gesamtschließzeit werden Teile der Sammlungen weiterhin an verschiedenen Orten und in Sonderausstellungen präsent sein.

Mit der endgültigen Wiedereröffnung wird 2037 gerechnet.

Dazu Hermann Parzinger (Präsident, Stiftung Preußischer Kulturbesitz): "Die Einschränkungen der Sanierung des Pergamon-Museums bis 2037 seien alternativlos" auf Deutschlandfunk Kultur: "Parzinger verteidigt Sanierung bis 2037".