Berlin Daily 29.11.2025
Kunst hilft helfen
19 Uhr (Einlass: 18 Uhr): 30. Kunstauktion fu?r Flu?chtlingshilfe. Werke u.a. von Leiko Ikemura, Alicja Kwade und Santiago Sierra. St. Matthäus-Kirche | Matthäikirchplatz | 10785 Berlin
Kunstherbst >02 – Grand Hotel Esplanade
von Joris Corin Heyder
Am Wahlsonntag gewährte das Grand Hotel Esplanade am Lützowufer im Rahmen des "Kunstherbst >02" einen Einblick in die hauseigene Kunstsammlung. Vergleichbar mit der Bundestagswahl konnten auch hier die Teilnehmer der Führung ihren persönlichen Favoriten aus zwei unterschiedlichen Kunstrichtungen wählen. Das Gesamtkonzept der Hotelplanung am Ende der achtziger Jahre sah es vor, moderne, aktuelle Architektur mit ebensolcher Kunst zu einer Einheit zu bringen. Nur so ist es zu erklären, dass zwei eher konträr zueinander stehende Kunststile in diesem Luxushotel aufeinandertreffen. Doch handelt es sich nicht etwa um eine disharmonische Begegnung, vielmehr fügen sich besonders die Installationen Heinz Macks unauffällig in die architektonische Gestaltung ein. Heinz Mack ist eines der Gründungsmitglieder der Düsseldorfer Künstlergruppe "Zero", die im Grand Hotel Esplanade auch durch Otto Piene vertreten ist. Als besonders gelungen muss hier die Verschmelzung der Architektur des Berliner Architekten Jürgen Sawade mit Heinz Macks Installation "Brunnen" genannt werden. Beide verbindet die Reduktion auf das Wesentliche, das Finden von klaren, einfachen Formen. Trotz des Regens konnte man den Anspruch von Macks Wasser-Aluminium-Installation erahnen, ein "lichtkinetisches", ein mit Vibration und Energie geladenes Kunstwerk zu schaffen. Diese klare, formal durchdachte Kunst trifft im Grand Hotel Esplanade auf eine sehr subjektive, farbenfrohe und gegenständliche Malerei. Die Neuen Wilden oder Neo-Expressionismus wurde dieses Anfang der achtziger Jahre in Berlin auftretende Phänomen der Rückbesinnung auf eine expressive, manchmal romantisierende Malweise genannt, die sich vor allem den Themen Großstadtkultur und Medienwelt zuwandte. Neben Bildern von Helmut Middendorf, Rainer Fetting und Bernd Koberling ist vor allem die Bilderserie "Hotel" von Karl-Horst Hödicke erwähnenswert. Es handelt sich hierbei um eine Auftragsarbeit aus sechs großformatigen Bildern, deren verbindenden Elemente sowohl die Thematik Hotel sowie rote, sich durch jedes Bild ziehende Längsstreifen bilden.
Dem Hotelgast wird einerseits also eine architekturnahe Kunst geboten, andererseits eine Kunst, welche die Sehgewohnheiten der meisten Gäste heute wohl kaum mehr schockieren kann. Auch die Präsentation mancher Werke der Neuen Wilden ist nicht immer zum Vorteil des jeweiligen Bildes gelungen. Dennoch kann man davon ausgehen, dass die Gäste des Hotels den bewusst inszenierten modernen und innovativen Grundtenor auch als solchen wahrnehmen.
Joris Corin Heyder
Weitere Informationen:
Grand Hotel Esplanade / Lützowufer 15 / 10785 Berlin
Telefon: 030 25478 0 / Telefax: 030 25478 8222
e-Mail: info@esplanade.de
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