Werkabbildung
Bodenskulptur von Micha Ullman

2012 hat der israelische Künstler Micha Ullman (*geb. 1939 in Tel Aviv) seine Pläne für ein Denkmalprojekt für Moses Mendelssohn im Rahmen eines Kongresses und Treffens der Nachkommen Moses Mendelssohns im Säulensaal des Berliner Rathauses vorgestellt. Gestern, 14.6.2016, wurde in Anwesenheit des Künstlers, verschiedener Nachfahren Mendelssohns, des Staatssekretärs für Kulturelle Angelegenheiten, Tim Renner, und der Senatsbaudirektorin Regula Lüscher das Denkmal eingeweiht. Es befindet sich an der Kreuzung Spandauer Straße / Karl-Liebknecht-Straße in 10178 Berlin.

Werkabbildung

Die Bodenskulptur von Micha Ullman erinnert an den Ort des historischen Gebäudes der Berliner Aufklärung in der Spandauer Straße 68 (seit 1913: 33), in dem der Philosoph und Seidenfabrikant Moses Mendelssohn mit seiner Familie ab 1762 wohnte und Intellektuelle aus verschiedenen Religionen zum Dialog einlud. Im Juni 1762 heiratete Moses Mendelssohn die Hamburger Kaufmannstochter Fromet Gugenheim. Bankiers, Künstler, Komponisten und Gelehrte unter den Nachkommen dieses Paars prägten über mehrere Generationen die deutsch-jüdische Geschichte.

Unser Video von 2012 zur Projektvorstellung:

Dokumentation, Hugenottenhaus Kassel Theaster Gates zur documenta(13)
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Dauer: ca. 3.50 min



Micha Ullman hat für das Denkmal die auf einem alten Foto des im Zweiten Welkrieg zerstörten Hauses zu erkennenden Elemente der Fassade - zwölf Fenster, eine Tür und die Gedenktafel - verwendet und Eins zu Eins am historischen Ort in Form einer begehbaren Bodenskulptur auf die Erde geklappt. Die Elemente der Fassade markieren das Trottoir und die Straße wie Schattenrisse.

Micha Ullmann, der vor allem bekannt wurde durch sein beeindruckendes Mahnmal zur Bücherverbrennung auf dem Bebelplatz, erhielt neben zahlreichen Auszeichnungen 2010 den Moses-Mendelssohn-Preis.

weitere Informationen zu Ullmans Denkmal auf dem Bebelplatz und zur Mendelssohn - Gesellschaft:
art-in-berlin.de/micha-ullman
mendelssohn-gesellschaft.de/