Der Künstler Micha Ullman (geb. 1939 in Tel Aviv / Israel) erhält vom Land Berlin den mit 10.000 EUR dotierten Moses-Mendelssohn-Preis zur Förderung der Toleranz gegenüber Andersdenkenden und zwischen den Völkern und Religionen.
In der Jurybegründung heißt es, "Ullman habe durch seine Entwicklung nicht-monumentaler und nicht-frontaler Denkmäler für die Erinnerungskultur neue dialogische Möglichkeiten im öffentlichen Raum erschlossen. Sein radikaler poetischer Minimalismus beziehe den Betrachter in das Kunstwerk ein und provoziere jeden Betrachter zu existentiellen Grenzfragen."
Micha Ullman hat u.a. im Gedenken an die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialsten die Installation "Bibliothek" geschaffen. Diese befindet sich in der Mitte des heutigen Bebelplatzes zwischen der Staatsoper, der einstigen Königlichen Bibliothek und der Sankt-Hedwigs-Kathedrale platziert ist - ein unterirdischer, nüchterner weißer Raum mit leeren weißen Bücherregalen aus Beton, der nur durch eine quadratische Glasplatte von oben her in der Pflasterung einsehbar ist. Eine Bibliothek ohne Bücher, die Fragen nach Leere, Zeit, Erinnerung und Stille aufwirft. Micha Ullman bezeichnet den Raum als Einladung, nach innen zu schauen.
Jury: Friederike von Kirchbach, Dr. Riem Spielhaus, Lala Süsskind, Joachim Hake, Dr. Thomas Lackmann, Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Markschies, und Prof. Dr. Frieder Otto Wolf
Berlin Daily 12.03.2026
Artist Talk: Denkmal Streicheln – Denkmal Hören
19 Uhr: Justin Time und Sabine Ercklentz (Künstler*innen) im Gespräch mit der Dr. Urte Evert (Museumsleiterin) + dem Kurator Dr. Ralf F. Hartmann im ZAK Zentrum für Aktuelle Kunst | Zitadelle | Am Juliusturm 64 | 13599 Berlin
Micha Ullman erhält Moses-Mendelssohn-Preis
von chk
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