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Berlin Daily 13.06.2021
Tours and Talks

14-18 Uhr: mit der Künstlerin Ev Pommer und der wissenschaftlichen Volontärin Julia Kochanek im Rahmen der Ausstellung "Resono" von Ev Pommer in der Galerie im Tempelhof Museum | Alt-Mariendorf 43 | 12107 Berlin

Kunstvermittlung in Zeiten der Korona-Krise, Teil 2

von Urszula Usakowska-Wolff (07.04.2020)
vorher Abb. Kunstvermittlung in Zeiten der Korona-Krise, Teil 2

Lee Mingwei, The Living Room, 2000–heute
Interaktive Mixed–Media–Installation
Sofa, Couchtisch, Teppich, Lampe, Pflanzen
Installationsansicht 禮 Li, Geschenke und Rituale, Gropius Bau, Berlin, 2020
Foto: Laura Fiorio


Gropius Bau: Die Ausstellung Geschenke und Rituale von Lee Mingwei auf Instagram

Am 27. März sollte im Gropius Bau die Ausstellung von Lee Mingwei (* 1964 in Taiwan, lebt in Paris) unter dem Titel 禮 Li, Geschenke und Rituale beginnen: die erste umfangreiche Einzelpräsentation des für seine interaktiven Projekte international gefeierten Textilkünstlers und Bildhauers in Deutschland. Seine Kunst ist ein Gemeinschaftswerk, das unter Mitwirkung von Menschen zustande kommt, die sonst keine Rolle im Kunstbetrieb spielen. So rief Lee Mingwei im Vorfeld seiner Soloschau im Gropius Bau in drei Open Calls Berlinerinnen und Berliner auf, das Museum zu beschenken: mit ihren nicht mehr intakten Kleidern oder anderen Textilien, die im Rahmen des Mending Projects vom Künstler geflickt oder ausgebessert werden. The Living Room ist ein von ihm gestaltetes Wohnzimmer, eine Ausstellung in der Ausstellung, wo Interessierte ihre eigenen Sammlungen präsentieren, als Gastgeber auftreten und Gespräche mit dem Publikum führen können. Fabric of Memory zeigt Kleidung als Stoff mit emotionalem Wert, denn jedem in einer Holzbox platzierten Kleidungsstück liegen handschriftliche Erinnerungen an Menschen, die es gefertigt haben, bei. Ergänzt wird die Ausstellung durch zwei neue Arbeiten von Lee Mingwei: Invitation for Dawn und Letter to Oneself, die seine Reaktion auf die gegenwärtige globale Krise und die damit verbundenen Kontaktbeschränkungen sind.

www.instagram.com/gropiusbau


Akinbode Akinbiyi, Bar Beach, Victoria Island, Lagos, 2006
Aus der Serie Sea Never Dry, Fotografie
Courtesy: der Künstler


Akinbode Akinbiyi: Bilder, die Trost spenden
Sehr empfehlenswert ist darüber hinaus der „visuelle Streifzug“ durch die wunderbare Ausstellung Six Songs, Swirling Gracefully in the Taut Air von Akinbode Akinbiyi, die am 7. Februar im Gropius Bau startete. Der in Kreuzberg lebende nigerianische Künstler hält auf seinen Schwarzweißfotografien heitere, melancholische, poetische, häufig auch skurrile Augenblicke aus dem Alltagsleben unter anderem in Berlin, Lagos, Johannesburg, Bamako und Chicago fest. Es sind warmherzige Bilder von Menschen, für die der Fotograf großes Verständnis hat: für ihre Schwächen, ihr Streben nach Schönheit und Glück, ihre Glaubensvorstellungen, die ihnen Halt und Zusammenhalt bescheren, und für ihre Individualität, die sich auch auf den überfüllten Straßen und in den dicht besiedelten Vierteln manifestiert. Es sind leise und tief einprägsame Bilder, die verzaubern und Trost spenden, auch wenn man sie bis auf weiteres nur auf der Website des Gropius Baus betrachten kann.

www.berlinerfestspiele.de


Bernhard Martin, Geh in Dich, 2010, Collage, Acryl- und Reflex-Papierbogen auf Papier, 68 x 61,5 cm,
Privatsammlung, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020


Bernd Martins Image Ballett im Haus am Waldsee

Bernd Martin (* 1966 in Hannover, lebt in Berlin) gelingt es, in seinen bunten und zugleich gedämpften, wie von einem Schleier umgebenen Ölgemälden Unvereinbares zu vereinbaren. Er schöpft aus dem Fundus des Internets und der Kunstgeschichte, mixt diese Motive mit seinen Visionen und schafft ein bizarres, pulsierendes Universum, das fast unbeschreiblich ist. Faszination und Ekel, Kitsch und Konsum, Träume und Ängste, die Infantilisierung der Kunst als Ausdruck der infantilisierten Welt und der pervertierten Sprache: Das alles ist im Image Ballett, Martins erster Berliner Einzelausstellung, zu sehen. Sie wurde am 13. März im Haus am Waldsee eröffnet, und kann dank ausführlicher Foto- und Textdokumentation, auf der Webseite verfolgt werden.

hausamwaldsee.de

Eine gute Nachricht zum Schluss: Während das Haus am Waldsee voraussichtlich bis zum 19. April geschlossen bleibt, steht sein Skulpturenpark täglich für Besucherinnen und Besucher offen. Ein Ausflug zu diesem grünen, idyllischen und mit Kunst reich bestückten Ort ist heute fast wie eine Reise nach Arkadien, das in Berlin-Zehlendorf liegt.

Haus am Waldsee
International Kunst in Berlin
Argentinische Allee 30
14163 Berlin
hausamwaldsee.de/skulpturenpark

Urszula Usakowska-Wolff

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Titel zum Thema Kunstvermittlung:

Kunstvermittlung in Zeiten der Korona-Krise, Teil 2
Erneut haben wir uns einige Webseiten angeschaut, die zeigen, wie die Kunstvermittlung aktuell läuft.

Kunstvermittlung in Zeiten der Corona-Krise im Netz
Wir haben uns einige Webseiten angeschaut, die zeigen, wie die Kunstvermittlung heute läuft.

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