Von Unruhe zu Form – der Titel der Retrospektive Eva Moellers in der Galerie GEDOK Berlin ist Programm. Der weitläufige Galerieraum lässt den flüchtigen Alltagsbeobachtungen Moellers Platz, sich auch außerhalb ihrer Rahmen zu ergießen. Die Werkschau der Berliner Künstlerin umfasst viele Jahre und macht die experimentelle Auseinandersetzung der Berlinerin mit Form, Material und Sujets unmittelbar greifbar.
Den Werken gemein ist ihre Freude im Ausdruck. Moellers Augenmerk liegt auf flüchtigen, vorbeiziehenden und bewegten Momenten, die sie auf einzigartige Weise in ihren Bildern festzuhalten weiß. So wie zum Beispiel in der dreiteiligen Serie: verworren, entwurzelt, verstecktes Laub. Einen unbedachten Blick ins Unterholz nimmt Eva Moeller hier durch ihre Pinselstriche akribisch auseinander.
Andere Werke widmen sich dem Treiben der Großstadt: water for two hält einen intimen Moment des Dialogs fest, dessen Unmittelbarkeit die Vibration des Tisches fast spürbar macht. U-Bahnsteig zeigt unserer aller Alltag im Sprint gegen sich schließenden Türen. Faszinierend bleibt, wie Eva Moeller es schafft, das vermeintlich Beiläufige in die Sphäre des Bedeutsamen zu heben.
Etwas abstrakter findet sich die Bewegung in Werken wie free dance 1, dessen farbenfrohe Wirbel eine tänzerische Dynamik entfalten. Oder in moving 1+2: Diese zwei Zeichnungen auf Papier tragen in sich die Wucht der Beschleunigung und werfen die Frage auf: Wie ist es möglich, die Unruhe so dynamisch in der Zweidimensionalität festzuhalten? Eva Moeller erweist sich hierbei als souveräne Meisterin der Verdichtung.
Der Galerie GEDOK gelingt mit der Retrospektive eine feinsinnige Schau, die das Lebenswerk und die sensible Beobachtungsgabe der 84-jährigen Künstlerin ehrt.
31. Mai, 16 Uhr
Gespräch mit Eva Moeller und Tanzperformance von Otrun Stanzel
7. Juni, 16 Uhr
Finissage
Laufzeit
15. Mai bis 7. Juni
Öffnungszeiten
Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr
GEDOK Berlin e.V.
Suarezstr. 57
14057 Berlin
Tel: 030 4413905
gedokberlin.de







