Köstlichkeiten kann das Leben gar nicht genug bereithalten – und so luden Almud Moog und Julia Büttelmann für ein Wochenende zu diversen künstlerischen Leckerbissen ein. Auch wenn die Ausstellung lediglich für drei Tage konzipiert war, zu entdecken gab und gibt es weiter Objekte aus Papier und Pappe sowie Zeichnungen und Malerei: stark und humorvoll im Soloauftritt – und im Dialog.
Die fünf großformatigen Zeichnungen von Almud Moog führen in Farbspiele und -bewegungen. Sie fließen über das Papier, verdichten sich und sind gleichzeitig in Auflösung – diese Geschmacksrichtungen (2016, Tusche auf Reispapier) sind wahre Farbexplosionen. Auch die sechs Riesendounats (2016, Tusche auf Reispapier) ziehen fast meditativ ihre Kreise, intensiv und voller Energie. Durch die Farbverläufe entstehen innerhalb der kreisförmigen Pinselführung immer neue Formen und Strukturen.
Einen ganz anderen Blick auf das immer aktuelle Thema Essen zeigt die Arbeit Brotzeit (2015), ebenfalls von Almud Moog. Über Jahrzehnte hat die Großmutter lediglich ein Brettchen genutzt, die Spuren der Nutzung sind deutlich sichtbar. Etwas anderes brauchte sie nicht, minimalistisch auch in anderen Lebensbereichen, und so ist das von der Künstlerin vergrößerte und aufgezogene Abbild dieses treuen Begleiters Zeugnis alltäglichen Lebens, das berührender nicht sein könnte.
Es ist die dritte gemeinsame Ausstellung der Künstlerinnen Julia Büttelmann und Almud Moog, zusammen haben sie zu diesem Anlass sechs Schürzen in Schmutzfarben gestaltet: Rotweinflecken, Tee und andere Materialien überziehen die Metzgerschürze, Oh la la (Croissants) oder Freestyle. Ebenfalls eine Kooperation ist das Auflagenobjekt Leckerli (2016, 10 Exemplare), eine kleinformatige Kassette mit Zeichnungen und Kopien beider Künstlerinnen.
Julia Büttelmann verweist auf einen vermeintlich arglosen Aspekt des Themas. Ihre Kinderwurstmobiles (2016, Folie kopiert und montiert) und Wursttaschen (2016, auf Pappe bezogen und zusammengehäkelt) zeigen die Welt der Mortadellabärchen- oder Sandmännchenwurstscheiben. Mit Bommen und Fransen versehen stellen sie die Frage nach dem spielerischen Umgang mit Essen, Antworten werden nicht vorgegeben.
In der sogenannten Nudelskulptur (Erwin der Nudelmann, 2016) hält ein kleiner Rahmen ein Frauengesicht mit lachendem, rot geschminkten Mund in seinen Grenzen, zwischen den Augenbrauen liegt eine in sich gedrehte Nudel. Absurd? Ironisch? Eine Anspielung? Das kleine Frühstück (2016, Papier, Pappe, Seide geschnitten, geklebt und montiert) steht einladend in einer Ecke, ein liebevoll gedeckter Tisch und ein Sahneschnittchen. Wer könnte da NEIN sagen? In einer weiteren Arbeit werden die Besucher_innen aufgefordert, die Auswahl selbst zu treffen: Obst, Kuchenstücke und Wurstwaren liegen in einem Baukasten und können zu einer kleinen Skulptur zusammengebaut werden. Darf es ein bisschen mehr sein? (2016, Pappe) fragt Julia Büttelmann, fragt die Ausstellung. Ja gerne!
Die Ausstellung hat bereits am Wochenende 13.-15. Januar 2017 stattgefunden, weitere Informationen und Kontakt über die Websites der Künstlerinnen.
almud-moog.de
pappshow.de/Julia_Buttelmann/Papierkunst_Berlin.html
Darf es ein bisschen mehr sein?
Julia Büttelmann & Almud Moog
GEDOK Berlin
Motzstraße 59
10777 Berlin
GEDOK-berlin.de







