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B3 Biennale

(Einspieldatum: 23.10.2002)

Ausst.: Bahia de Todos os Santos - Schwarze Goetter, weisse Heilige

Am Donnerstag, 24.10.02, um 19 Uhr, wird in der ifa Galerie eine Ausstellung mit den Künstlern Pierre Verger, Mario Cravo Neto, Eriel Araújo und Marepe eröffnet. (Ausstellungsdauer 25.10. - 22.12.02 / Dienstag - Sonntag 14 - 19 Uhr)

"Afrikanische Goetter und weisse Heilige, Xangô und der Heilige Hieronymus, Iansã und die Heilige Barbara, Oxalá und Nosso Senhor do Bonfim, Iemanjá und die Heilige Jungfrau Maria, Prozessionen und Trommeln, Rituale und Ex-Votos vermischen sich im Candomblé, der synkretischen Religion Bahias, die weit mehr ist als Religion: Lebensgefuehl und eine Moeglichkeit, Alltag im Zusammenleben verschiedener Kulturen zu bewaeltigen. Waehrend in Deutschland ueber die Entwicklung einer multikulturellen Gesellschaft diskutiert wird, entstanden im Zusammentreffen verschiedener Kulturen und Religionen in der Karibik und an der Ostkueste Brasiliens, insbesondere in Salvador de Bahia, "neue", synkretische Religionen, Zeremonien, Feste und kuenstlerische Ausdruckweisen, die wiederum - ueber Grenzen und Kontinente hinweg - identitaetsstiftend fuer die afroamerikanische Kultur waren und sind.
In der Ausstellung werden - ausgewaehlt von der Kuratorin Karin Stempel - vier kuenstlerische Positionen vorgestellt, die im Sinne des Candomblés in Salvador de Bahia entstanden und Axé, die Kraft des Candomblé, vermitteln, das Lebensgefuehl von Bahia de Todos os Santos: Pierre Verger (geb.1932 in Paris - 1996 in Salvador), Reisender, Fotograf und Anthropologe, vertritt die dokumentarisch-wissenschaftliche Position: Seine Schwarz-Weiss-Fotografien und seine Schriften, sein Leben und Lebenswerk war den Beziehungen zwischen der afrikanischen und der brasilianischen Kultur gewidmet. In den beeindruckenden Fotos, die die Fundação Pierre Verger in Salvador zu Verfuegung gestellt hat, sind zum einen direkte Vergleiche zwischen Afrika und Bahia angestellt, zum anderen wichtige Momente des Candomblé festgehalten. Mario Cravo Neto (geb. 1947, Salvador de Bahia), dessen Fotografien sich in zahlreichen Sammlungen wie der des Museum of Modern Art in New York befinden und in zahlreichen Ausstellungen in international renommierten Institutionen gezeigt werden, praesentiert "Laróyè", eine Dia-Klanginstallation, die dem Goetterboten Exu gewidmet ist. Mario Cravo Neto folgt den Spuren Exus durch Bahia: dem Lachen, der Musik, den Trommeln, dem Tanz, den Opfer-gaben - Rosen, Fruechte, Huehner - , den Strassen und Plaetzen, den Menschen und dem Leben in Salvador de Bahia. Eriel Araújo (* 1968, Salvador de Bahia) spricht in seiner
Installation unsere Vorstellung von religioesem Ritual an: Der Ausstellungsbesucher ist aufgefordert, eine Kerze anzuzuenden und aufzustellen. Araújo bezieht sich nicht nur auf das katholische Ritual, sondern thematisiert auch Fragen nach Bild und Abbild, Verschleiern und Offenlegen; zudem - und dies ist wiederum eng mit dem Candomblé verbunden - laesst er, indem "Heiligenbilder" durch "Menschenbilder" ersetzt werden, sichtbar werden, dass religioese Bilder stets vom Bild des Menschen ausgehen. Candomblé ist nicht nur
eine Religion, sondern auch eine Moeglichkeit zur Bewaeltigung des nicht immer einfachen Alltags vor allem in den Favelas. Marepe (geb.1970, Santo Antônio de Jesus, Bahia) uebertraegt diesen gesellschaftspolitischen Aspekt auf seine Projekte. In der Ausstellung wird mit Fotoserien und einer Video-Dokumentation (von Marcondes Dourado) eines seiner juengsten Projekte vorgestellt: Mit Strassenkindern realisierte Marepe eine Zuckerwatte-Aktion, die zum Fest wurde, in dem sich Alltag und Ritual zu einer Soziokulturellen und kuenstlerischen Aktion verbanden.

Freitag, 25. 10.02, 17 Uhr, Fuehrung mit der Kuratorin der Ausstellung Prof. Dr. Karin Stempel, Rektorin der Kunsthochschule Kassel
Weitere kostenlose Fuehrungen:
· Samstag, 10. November 2002 / · Samstag, 7. Dezember 2002 / jeweils 15 Uhr

Institut fuer Auslandsbeziehungen
Dr. Barbara Barsch/ Linienstrasse 155/ D-10115 Berlin
Tel. ++49(0)30 28449111/ Fax: ++49(0)30 2823331
ifa.de


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