Anzeige
Responsive image

Berlin Daily 13.11.2019
Pushing the Boundaries

17 Uhr: Julian Adenauer, Gastprofessor für Interaction and Digital Technologies
Aula der weißensee kunsthochschule berlin | Bühringstraße 20, 13086 Berlin

(Einspieldatum: 27.02.2016)

Diva oder Demut? - Museum des 20. Jahrhunderts

bilder

u.a. Regula Lüscher / Bildmitte, Hermann Parzinger / links, Jürgen Tietz / rechts

Eine Ikone des 21. Jahrhunderts oder ein städtebaulicher Kompromiss? Auf der Preisverleihung des Ideenwettbewerbs „Museum des 20. Jahrhunderts und seine städtebauliche Einbindung“ im Foyer des Kulturforums ging es am 25. Februar hoch her.

Prallten doch zwei Lager aufeinander, wie eine Podiumsdiskussion verdeutlichte. Regula Lüscher, Staatssekretärin und Senatsbaudirektorin des Landes Berlin, Arno Lederer, Vorsitzender des Preisgerichts, Udo Kittelmann, der Direktor der Nationalgalerie, sowie der Architekturkritiker Jürgen Tietz diskutierten die Frage: „Genug Ideen fürs Kulturforum?“



Während sich Kittelmann, Lüscher und Lederer weitgehend einig waren, dass die Jury aus den eingereichten 463 Entwürfen zehn qualitativ besonders hochwertige ausgewählt hatte, ließen viele der zahlreichen Architekten, Gartenarchitekten und Architekturkritiker im Publikum ihre Zweifel laut werden. Sie forderten, der von Mies van der Rohe erbauten Nationalgalerie sowie Hans Scharouns Philharmonie einen äquivalenten Kontrapunkt zu setzen.

Damit standen sie im Gegensatz zur Regula Lüscher vorgeworfenen „Prämisse der Bescheidenheit“. Diese erklärte jedoch, prinzipiell keine museale Ikone auszuschließen: „Viele lautere, größere, ich-bezogenere Entwürfe im Wettbewerb haben uns aber nicht überzeugt“. Insgesamt hatten sich 1082 Büros beworben, davon über die Hälfte aus dem Ausland. Im November 2014 hatte der Deutsche Bundestag 200 Millionen Euro für ein Museum des 20. Jahrhunderts am Kulturforum bereitgestellt.


Raumansicht / Ausstellung

Stattdessen hofft die Senatsbaudirektorin im eigentlichen Wettbewerb, der im Juni stattfinden soll, auf ein „überraschendes, unerwartetes, aber stimmiges Ergebnis.“ Eine zeitgemäße Sprache, die den Geist unserer Zeit darstellt, forderte auch Udo Kittelmann. Der Museumsdirektor und künftige Hausherr betonte, dass das Museum der Zukunft neben dem Kulturraum auch die Aufgabe des sozialen Raums zu erfüllen habe.

Werkabbildung
u.a. Sammlerehepaar Heiner und Ulla Pietzsch / Bildmitte, Hans Stimmann vorne rechts

Und dies an einem „Ort der Unfertigkeit“, einem „städtebaulichen Sehnsuchtsort“ wie Hermann Parzinger, Direktor der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, das Kulturforum freundlich umschrieb. Mit dem Begriff der „gruseligen Piazzetta“ brachte Tietz das allgemeine Unbehagen über den problematischen Standort auf den Punkt. Doch wie nun lässt sich die Sehnsucht nach urbaner Harmonie stillen - mit einer Diva oder mit Demut? Wobei die „gruselige Piazzetta“ bei der Ausschreibung paradoxerweise noch gar nicht einzubeziehen war. Dies solle laut Lüscher erst in einem zweiten Schritt nach dem Museumsbau erfolgen.

Auf jeden Fall solle das Gebäude ein Signal darstellen, eine Weichenstellung, so Tietz. „Bei allem Verständnis für die Demut würde ich mir mehr Mut wünschen“. Vielleicht sei ja gerade die „superpragmatische Herangehensweise eine supermutige“ konterte Lüscher. Eines ist gewiss: Berlin hat eine neue Architekturdebatte, die uns angesichts der prämierten Entwürfe sicher noch länger begleiten wird.

Genug Ideen fürs Kulturforum? - Podiumsdiskussion zur Eröffnung der Ausstellung am 25. Februar 2016
http://www.preussischer-kulturbesitz.de/museum-des-20-jahrhunderts.html

Ausstellung: Ergebnisse des Ideenwettbewerbs Museum des 20. Jahrhunderts
26.02.2016 - 13.03.2016
Sonderausstellungshallen am Kulturforum Matthäikirchplatz
10785 Berlin

Di, Mi, Fr 10:00 - 18:00 Uhr
Do 10:00 - 20:00 Uhr
Sa und So 11:00 - 18:00 Uhr Mo geschlossen

Inge Pett

weitere Artikel von Inge Pett

Newsletter bestellen




top

Titel zum Thema Museum des 20. Jahrhunderts:

Herzog & de Meuron bauen "Neue Nationalgalerie - Museum des 20. Jahrhunderts"
Der Realisierungswettbewerb ist entschieden: Das Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron gewinnt den Wettbewerb für das neue Museum des 20. Jahrhunderts.

Museum des 20. Jahrhunderts
Seit dieser Woche steht fest, welche Architekturbüros am Realisierungswettbewerb für das in Berlin geplante Museum des 20. Jahrhunderts teilnehmen.

Diva oder Demut? - Museum des 20. Jahrhunderts
Eine Ikone des 21. Jahrhunderts oder ein städtebaulicher Kompromiss? Auf der Preisverleihung des Ideenwettbewerbs „Museum des 20. Jahrhunderts und seine städtebauliche Einbindung“ im Foyer des Kulturforums ging es am 25. Februar hoch her.

top

zur Startseite

Anzeige
Responsive image

Anzeige
Responsive image

Anzeige
Responsive image

Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Akademie der Künste / Pariser Platz




Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Rumänisches Kulturinstitut Berlin




Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Kommunale Galerie Berlin




Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
ifa-Galerie Berlin




Anzeige Galerie Berlin

Responsive image
Kunsthochschule Berlin-Weißensee




Copyright © 2014 - 18, art-in-berlin.de Kunstagentur Thomessen Hartlieb-Kühn GbR.