Foto: Maria del Pilar Garcia Ayensa, Copyright

Die von der Einstein Stiftung Berlin und dem Masterplan Ausbildungsoffensive für fünf Jahre geförderte Professur des Künstlers Olafur Eliasson an der UdK Berlin ging gestern zu Ende. In dieser Zeit gründete Eliasson zusammen mit den Co-Direktoren Christina Werner und Eric Ellingsen das „Institut für Raumexperimente“ an der UdK Berlin.

„Ich bin unglaublich dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, das Institut für Raumexperimente zu leiten“, so Olafur Eliasson. „Der größte Beitrag des Instituts, davon bin ich überzeugt, ist unser kollektiver Versuch, Wirklichkeit zu produzieren. In den vergangenen fünf Jahren haben rund 400 Studierende, Stipendiaten und Gäste an Experimenten und Workshops teilgenommen. Zusammen haben wir Schritte vom Denken zum Handeln unternommen und die Welt, in der wir leben, mit gestaltet. Diese Erfahrung hat meine Überzeugung bestärkt, dass es bei Kunst in erster Linie um die Produktion von Wirklichkeit geht. Kunst existiert nicht bloß in der Wirklichkeit, sie schafft Wirklichkeit.“

Eliassons fachübergreifendes Lehrkonzept wurde geschätzt und trägt zur Weiterentwicklung der künstlerischen Ausbildung und zum Diskurs der gesamten Universität bei. So betonte der Präsident der Universität der Künste, Martin Rennert, anlässlich der Verabschiedung am Donnerstag:
„Jenseits der Vermittlung praktischen Wissens, stellt sich die Frage, wie die Entwicklung junger Künstlerinnen und Künstler am Besten begleitet werden kann. Erweiterung der Wahrnehmung und Vertiefung des Denkens müssen Hand in Hand gehen, und Ausbildung kann nur heißen, diesem allen einen Ort zur Verfügung zu stellen, der dies befördert und alle Möglichkeiten der Zusammenführung bietet.

In diesem fragilen Prozess gibt es viele Fragen, und das IFREX ist ein großer Wurf, ein Labor, welches sich unter der Anleitung eines bedeutenden Künstlers sowohl Grundfragen des Künstlerischen als auch Grundlagen des Verstehens, der Entwicklung des Bewusstseins annimmt. In den letzten fünf Jahren haben wir hier viele dieser Fragen gestellt, und das ist eine große und zukunftsweisende Leistung, einzigartig in ihrer Dichte, ihrer Form und ihrem Anspruch.“

Ergebnisse und Formate werden im Herbst in einem Symposium präsentiert. Das Archiv ist bereits jetzt einzusehen unter raumexperimente.net.

Ein Video von art-in-berlin zu Eliasson Ausstellung "Innen Stadt Außen" im Martin-Gropius-Bau, 2010, hier:
art-in-berlin.de/Video