Die Existenz einer aktiven Kunstszene wird durch die Präsenz von Museen, Sammlern, Galerien und Messen bestimmt, die sich für die Künstler und ihre Werke einsetzen. In der Berliner Kunstwelt hat sich das ART FORUM Berlin, das vom 1.-5. Oktober stattfindet, bereits etabliert. Die internationale Messe für Gegenwartskunst konzentriert sich dieses Jahr auf 100 Galerien aus 24 Ländern; ein Viertel davon stammt aus Berlin. Ausgewählt von einer internationalen Jury warten in den denkmalgeschützten Hallen 18 bis 20 renommierte Arbeiten von rund 1000 Künstlern aus allen Bereichen der bildenden Kunst, die dem Besucher Abwechslung versprechen. Im achten Jahr des Bestehens ist die Messe nicht nur Ort des Handelns, sondern auch Informations- und Diskussionsplattform auf hohem Niveau.

Das diesjährige ART FORUM bietet den Besuchern die Gelegenheit neue Tendenzen der kanadischen Kunstszene kennenzulernen. In Deutschland sind bereits kanadische Künstler wie Jeff Wall, Stan Douglas oder Janet Cardiff inzwischen vertraut, doch die neue kreative Generation ist weitesgehend unbekannt. Die neun kanadischen Galerien- die ihre Messestände aufwändig konzipierten- bringen dem Messebesucher die dortigen Kunstströmungen näher. Schwierig ist es die kanadischen Kunsttendenzen zu definieren und zu verallgemeinern, doch hervorstechend sind Themen wie die weite, unbewohnte Landschaft komplementär zur städtischen Architektur, die steigende Verkommerzialisierung, Fragen nach nationaler Identität sowie Wahrnehmung von Raum, Zeit und Körper. Evident ist ebenfalls die starke konzeptuelle Prägung. Am Donnerstag finden zwei Diskussionsveranstaltungen dazu statt. Hier werden Vergleiche über neue Ausstellungskonzepte und Förderungsmodelle zwischen Kanada und Berlin gezogen.