Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,
denkt man an die spektakulären Museumseinbrüche
der letzten Jahre, die Goldmünze aus dem Bode-
Museum oder die Juwelen aus dem Grünen Gewölbe,
gewinnt man den Eindruck, dass die Schwachstelle
der Sicherheit das eigene Personal ist. Für das
Bode-Museum konnte dies ermittelt werden, für das
Grüne Gewölbe bleibt dies zu vermuten. Vor wenigen
Monaten wurde nun der Täter eines Diebstahls
aus dem Deutschen Museum in München verurteilt
(siehe S. 190f.), technischer Mitarbeiter in der dortigen
Sammlungsverwaltung. Er kam unter anderem
auf die Idee, ein Gemälde Franz von Stucks im Depot
des Museums zu stehlen und gegen eine Fälschung
auszutauschen und setzte seinen Plan irgendwann
zwischen Mai 2016 und März 2017 in die Tat um. Derlei
Phantasie traute man bisher nur dem früheren MfS
zu, gleichwohl (noch) ohne handfeste Beweise. Jedenfalls
schaffte es das gestohlene Original „Das Märchen
vom Froschkönig“ keine zehn Kilometer weiter in ein
Münchner Auktionshaus und wurde dort am 24. Mai
2017 zum Preis von 70.000 Euro (inkl. Aufgeld) unter
dem Titel „Es war einmal“ auch zugeschlagen. Ohne
die Mühe mit der Fälschung nahmen Gemälde von
Eduard von Grützner und Franz von Defregger mit jeweils
abgeänderten Bildtiteln denselben Weg. Seinen
neuen märchenhaften Reichtum investierte der Dieb
in eher irdische Dinge, teure Uhren oder einen (wohl
gebrauchten) Rolls-Royce – ein Jahr und neun Monate
Freiheitsstrafe auf Bewährung für den Dieb und die
Peinlichkeit für die sonstigen Beteiligten. Nur, hätten
Sie es gemerkt, wenn Original und Fälschung nicht
nebeneinanderliegen oder die Provenienz bei den
Einlieferungen später glaubhaft erscheint? Er sei überrascht
gewesen, wie einfach die Gemälde entwendet
werden konnten, lies sich der Dieb noch vernehmen.
„Es war einmal“ in München.
Eine informative Lekture wünscht herzlichst Ihr
Ulf Bischof
Die Zeitschrift KUR - Kunst und Recht beschäftigt sich mit den Berührungspunkten von Kunst und Recht, Fragen des Kunstrechts, Urheberrechts und kulturpolitischen Themen.
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