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Kunst in der SPD Parteizentrale - "10 Jahre Sammlung Willy-Brandt-Haus"

von Stefanie Ippendorf (02.06.2006)


Kunst in der SPD Parteizentrale -

Das Willy-Brandt-Haus feiert seinen zehnten Geburtstag und die Kunstsammlung der SPD feiert mit! Auf zwei Etagen des von Helge Bofinger konstruierten Baus zeigt der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V. nun ca. 130 Arbeiten aus der Sammlung, die 1996 zur Eröffnung der SPD-Parteizentrale gegründet worden war.

Bei der Auswahl der Werke für die Jubiläumsschau konnte die Kuratorin der Sammlung, Mirja Linnekugel, auf einen Fundus von inzwischen über 2000 Gemälden, Zeichnungen, Aquarellen, Grafiken, Fotografien, Skulpturen und Videokunstwerken zurückgreifen. Zusammen mit Klaus Wettig, dem Geschäftsführer des Freundeskreis Willy-Brandt-Haus e.V., hatte sie sich bei der Konzeption der Ausstellung auf die Themenschwerpunkte der Sammlung konzentriert: die Klassische Moderne, staatsferne Kunst in der DDR, zeitgenössische Kunst und Politikerporträts. So ist in der Ausstellung Kunst aus über 100 Jahren Kunstgeschichte von großen Namen wie Max Beckmann, Otto Dix, George Grosz, Conrad Felixmüller, Käthe Kollwitz, Karl Hofer, Gerhard Altenbourg, Max Ernst, Fred Thieler, Rainer Fetting, Johannes Heisig, Neo Rauch, Cornelia Schleime, Klaus Staeck und Wolf Vostell, aber auch von weniger bekannten Künstlerinnen und Künstlern wie Grete Schick, Gunter Katzke, Georg Siebert, Hajo Rose u.a. zu sehen.

Wo bei den Bauaufträgen des Bundes die Kunst-am-Bau Richtlinie berücksichtigt werden muß, hat die Sozialdemokratische Partei Deutschlands nicht explizit Kunst für den Neubau ihrer Parteizentrale in Auftrag gegeben, sondern sich dazu entschlossen, sie zu sammeln. Begründet wird der Ankauf der Kunst durch einen Bezug der Werke zur Sozialdemokratie und deren Geschichte. Glücklicherweise kann jedoch nur vor dem Hintergrund der Politikerportraits von so etwas wie "Parteien-Kunst" die Rede sein. Wichtige Köpfe der Parteigeschichte, allen voran der ehemalige SPD-Vorsitzende, Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt, wurden von Künstlern für die Ewigkeit festgehalten.

Eine grobe Verbindung von der Kunst zur Sozialdemokratie kann allenfalls über die Werke aus der klassischen Moderne geknüpft werden, in denen vielfach Ereignisse der deutschen Geschichte und die Mißstände der Gesellschaft thematisiert werden - im Bereich der klassischen Moderne liegt auch die Stärke der Sammlung. Was den Rest der Kollektion betrifft, so ist es vor allem die zeitgenössische Kunst, die zu kurz kommt. So scheint der "mit Bedacht" gewählte zeitgenössische Sammlungsschwerpunkt, d.h. die Konzentration auf "Künstler aus der ehemaligen DDR, die sich in ihrem Schaffen unter der SED-Kunstdoktrin nur schwerlich entfalten konnten" eher als Ausrede für die de facto fehlenden Gelder, die es ermöglichen würden, flächendeckend maßgebliche Positionen der zeitgenössischen Kunst anzukaufen.

Abbildung: Copyright Slg. Willy-Brandt-Haus, Wolf Vostell, "Heinrich Albertz", 1967

>10 Jahre Sammlung Willy - Brandt - Haus<
01.06.-27.08.2006
Dienstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr

Willy - Brandt - Haus
Stresemannstr. 28
10963 Berlin

Eintritt frei; Einlaß nur mit Personalausweis
www.willy-brandt-haus.de

Stefanie Ippendorf

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