© Patryk Witt / Zentrum für Politische Schönheit

Das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) versteht sich als "eine Sturmtruppe zur Errichtung moralischer Schönheit, politischer Poesie und menschlicher Großgesinntheit". Durch spektakuläre Aktionen in der Vergangenheit machten sie medienwirksam auf sich aufmerksam. Wie zum Beispiel durch die Aktion Die Toten kommen bei der ziemlich realitätsnah vorgetäuscht wurde, Leichen von Flüchtlingsopfern aus den Kühlhäusern Südeuropas zu holen, um sie menschenwürdig zu beerdigen und zugleich auf die Absurdität der Flüchtlingspolitik hinzuweisen. Oder Scholl 2017. Von der Vergangenheit lernen - einem angeblich durch die Bayerische Regierung organisierten Schülerwettbewerb, der zum Sturz des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aufrief.

Die neueste Aktion widmet sich dem AfD-Politiker Björn Höcke, der das Berliner Holocaust-Mahnmal im Januar als "Denkmal der Schande" bezeichnet hatte und den Ausschlag für die Aktion gab. Wiederum als ein Akt politischer Schönheit wurde das „Denkmal der Schande“ vom ZPS in unmittelbarer Nachbarschaft vor Björn Höckes Haus gebaut. 24 massive Betonstelen, die den Stelen in Berlin gleichen, wurden bereits errichtet. Das ZPS hatte das Nachbargrundstück verdeckt angemietet, Höcke überwacht und dabei heimlich seit fast einem Jahr am Bau des Denkmals gearbeitet.

Höcke hat nun die Gelegenheit, auf einen Deal mit dem ZPS einzugehen: "Wenn er sich bereit erklärt, vor dem Mahnmal – in Berlin oder Bornhagen – auf die Knie zu fallen wie einst Willy Brandt, um für die deutschen Verbrechen des Zweiten Weltkriegs um Vergebung zu bitten, würde die zivilgesellschaftliche Überwachung vorerst eingestellt. Andernfalls wird die Zivilgesellschaft in die gewonnenen Erkenntnisse unter dem Motto "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" mit einbezogen. Mehrere aufschlussreiche Dossiers stehen zur Veröffentlichung bereit."

Wie immer stellt sich bei den künstlerischen Aktionen des Zentrums für Politische Schönheit die Frage, wie komplex und nachhaltig hier etwas zur Bewusstseinsänderung beiträgt - im Speziellen und Allgemeinen. Besser als politische Bewusstlosigkeit ist es allemal.

Wer die Aktion vor Ort besichtigen will, muss sich anmelden, weil das Denkmal sich auf Privat-Gelände befindet.
Anmeldung unter: presse@landolf-ladig.de an.
Und um die weitere Finanzierung des Denkmals zu sichern, wird um Spenden gebeten:
auf: deine-stele.de


Unser Video zum Holocaust-Mahnmalin Berlin:


Video art-in-berlin