Wie immer, wenn das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) das Licht der Öffentlichkeit sucht, polarisiert es. Seine medienwirksamen Aktionen führen regelmäßig zu kontroversen Debatten.
So auch dieses Mal: In der Nacht zu Dienstag hat das ZPS vor dem Konrad-Adenauer-Haus eine Bronzestatue des 2019 von dem Rechtsextremisten Stephan Ernst ermordeten CDU-Politikers Walter Lübcke aufgestellt.
Das Kollektiv des ZPS, das sich selbst einmal als "Sturmtruppe zur Errichtung moralischer Schönheit, politischer Poesie und menschlicher Großgesinntheit" charakterisierte, will damit ein Zeichen setzen und an die Brandmauer der CDU gegenüber der AfD und vor allem an den Menschen Walter Lübcke zu erinnern. Eine Genehmigung vom Bezirksamt Berlin-Mitte wurde erteilt und die Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger (Grüne) verteidigte die Aktion öffentlich.
Die CDU kritisierte die Aktion scharf, spricht von Instrumentalisierung und sieht sich verunglimpft. Warum eigentlich? Es geht bei der Aktion des ZPS um die Erinnerung an einen Menschen, der in seiner politischen Haltung Vorbildcharakter hat. Anstatt von linker Propaganda zu sprechen, wäre es möglich gewesen, das Positive der Aktion in ihrer Allgemeingültigkeit aufzugreifen und so dem oft provokativen Charakter, der beim ZPS oft sehr kurzlebig wirkt, entgegenzuwirken. Klar und deutlich bringt es der Publizist und ehemalige CDU-Mitglied Michel Friedman in einem Interview mit Deutschlandfunk Kultur auf den Punkt. Friedman weist darauf hin, dass "Walter Lübcke ein Mahnmal dafür ist, was Menschen hierzulande passieren kann, wenn sie sich gegen Rechtsextremismus wenden. Sie riskieren Gesundheit und Leben ....". Es geht in diesem Sinne nicht gegen die CDU, sondern um die Wehrhaftigkeit der Demokratie.







