Die Galerie im Saalbau präsentiert die Kunstwerke der Nominierten und Preisträger*innen für den Neuköllner Kunstpreis, der in diesem Jahr zum zehnten Mal verliehen wurde. Monumentale Kunstwerke im kleinen Raum – so ist der Eindruck beim Eintritt in die Galerie. Die Werke buhlen um die Aufmerksamkeit des Betrachtenden, die Kunst dreht sich, plätschert, streckt sich deckenhoch und lädt zum Spielen und zum Sitzen ein.
Über die Wand dehnt sich ein persönliches Chaos, ein Vorhang aus Klamotten wie eine Auslage an Ware. Die Installation überlädt den Raum durch Schichten und Stoffe – darin versteckt eine intime Fotoarbeit über das ritualhafte alltägliche Waschen und Pflegen des eigenen Körpers. In Monument of Second Skin fordert Va-Bene Elikem Fiatsi die Besuchenden zum Voyeurismus auf ihren queeren Körper auf, Begutachtung und Bewertung akzeptierend auf dem von Binarität geprägten gesellschaftlichen Markt. So wie alle ausgestellten Arbeiten, setzt die Gewinnerarbeit sensible Bezüge zwischen Selbstidentifikation und hegemonialen Wissensordnungen.
Die Videospiel-Installation Total Siege of the Sky von Selma Laura Köran, die den zweiten Preis erhielt, fällt durch den wuchtig silbernen Pilotensitz auf, der sich ungefragt ins Sichtfeld drängt. Wer sich an das Spiel wagt, schießt auf Wolken, ohne jemals gewinnen zu können, und wird dafür von einer grotesken Offiziers- Karikatur verhöhnt und beleidigt. Fast unangenehm zu eindeutig enthüllt die Arbeit so die Sinnlosigkeit militärischer Operationen weltweit.
Maryna Makarenkos gewann mit Sun Eaters den dritten Preis – in ihrer Videoarbeit enthüllt sich eine Lemsche Welt, getaucht in Utopie und Unbehagen. Im Nachhall bleibt doch die Hoffnung hängen, dass die Menschheit den Krieg gegen sich selbst überleben wird. Wie es auch im Video heißt: I was here before you and I will be after.
Die Galerie im Saalbau ergänzt alle Werke durch Texte in leichter Sprache und Interviews mit den Künstler*innen, die über QR-Codes abrufbar sind. Diese Vermittlungsebenen unterstützen den Eindruck, dass die Kunstwerke hier sind, um unmittelbar mit ihnen in Bezug zu treten, anstatt eine auratische Betrachtung zu verlangen. Die Ausstellung wird zum Ort, an dem Aushandlung von individueller Selbstverortung und gesellschaftlicher Machtstrukturen direkt zwischen Werk und Betrachter*innen stattfinden kann – fragmentarisch kann das große Ganze erkannt werden.
Für den Neuköllner Kunstpreis 2026 wurden nominiert: Rula Ali, Anita Esfandiari, Va-Bene Elikem Fiatsi, Uladzimir Hramovich, Selma Laura Köran, Maryna Makarenko, muSa michelle mattiuzzi und Tatsuma Takeda.
Laufzeit 14.02. – 19.04.2026
Öffnungszeiten Montag – Sonntag, 10.00 – 20.00 Uhr
Ausstellungsrundgang – Artist Talk
Samstag, 07.03.26, um 15 Uhr mit Selma Laura Köran, Tatsuma Takeda, Nina Marlene Kraus und Johanna Engemann.
Ausstellungsrundgang – Artist Talk
Sonntag, 19.04.26, um 15 Uhr mit Rula Ali, Anita Esfandiari, Uladzimir Hramovich, Maryna Makarenko, Nina Marlene Kraus und Johanna Engemann.
Galerie im Saalbau
Karl-Marx-Straße 141
12043 Berlin
galerie-im-saalbau.de








